Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Mehr Milch abnehnen als Kind braucht?

Frage: Mehr Milch abnehnen als Kind braucht?

Mitglied inaktiv

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Hi, Ich habe mal eine kurze Frage. Schadet es mir oder spricht etwas dagegen das ich mehr Milch abnehme (abpumpen andere trinken lassen) als es mein Kind macht? Habe von einer bekannten gehört das die Zusammensetzung der Milch dann endert? Gibt es eigentlich ein "Mittelmaß" wieviel Milch ein Kind im 4 ten Monat so an Milch braucht oder trinkt wenn es Voll gestillt wird? Nach dem Morgentlichem stillen beginnt mir nach etwa einer halben bis einer Std. im Bad schonwieder die Milch auszulaufen! Ist das normal? Gruß Meike.


Biggi Welter

Biggi Welter

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? Liebe Meike, die Zusammensetzung der Milch verändert sich durch das Abpumpen nicht, lediglich die Menge wird mehr. Es gibt ja auch Milchspenderinnen, die Milch für eine Milchbank abpumpen, so dass andere Babys, deren Mütter keine oder nicht genügend Milch zur Verfügung stellen können, Muttermilch erhalten. In diesem Zusammenhang dann auch noch ein paar Worte zum Ammenstillen. Das Ammenstillen war in vergangenen Zeiten eine gängige Praxis und hat sicher vielen Babys das Leben gerettet als es noch keine hochwertige künstliche Säuglingsnahrung gab. Auch heute noch listet die WHO gespendete Frauenmilch vor künstlicher Säuglingsnahrung auf, wenn es um die optimale Ernährung eines Babys geht. Doch es gibt einige Dinge, die dabei bedacht werden müssen: • Die Mutter muss ganz sicher sein, dass sie es emotional verkraftet, dass eine andere Frau das Baby stillt. Es mag rational betrachtet absolut unproblematisch sein, doch die Psyche einer Mutter spielt eine große Rolle und unsere Gefühle sind nicht vom Verstand steuerbar. • das Baby muss mitspielen. Je nach Alter und Persönlichkeit des Kindes kann es sein, dass es sich nicht von einer anderen Frau stillen lässt. • es gibt zwar nur wenige Krankheiten, die über die Muttermilch übertragbar sind, doch es gibt bestimmte Risiken. So kann zum Beispiel der Zytomegalie-Virus (CMV) durch das Stillen übertragen werden. Für das eigene voll ausgetragene Baby einer CMV-positiven Mutter ist dies kein Problem, für ein fremdes Baby, dessen Mutter CMV-negativ ist, kann es ein Problem werden. HTLV-I (Human T-Cell-Leucaemia-Virus) ist ein anderer Virus, der in dieser Hinsicht problematisch sein kann, ebenso HIV. Aus diesem Grund wird Spendermilch für ein fremdes Baby in den Milchbanken pasteurisiert. Es gibt Statistiken, wie viel ein Baby trinkt und es gibt eine Faustregel, dass ein vier Monate altes Baby etwa ein Sechstel seines Körpergewichtes an Milch zu sich nimmt. Doch das sagt nichts darüber aus, wieviel ein bestimmtes Baby nun tatsächlich trinkt. Das Auslaufen von Milch aus der Brust steht nicht unbedingt mit der Milchmenge der Frau in Zusammenhang. Manche Frauen laufen nie aus und haben dennoch sehr viel Milch. Andere Frauen haben nur zu Beginn der Stillzeit einen Bedarf an Stilleinlagen und andere Frauen müssen über lange Monate hinweg damit leben, dass die Brust ausläuft. Das ist individuell verschieden. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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