Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Lange Einschlafphase an der Brust

Frage: Lange Einschlafphase an der Brust

rimu

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Mein Kleiner ist jetzt 17 Wo. alt, und die nächtliche Einschlafphase dauert immer noch sehr lange. Ich stille noch voll (in der Regel im Bett im Liegen), und mein Schatz lässt sich immer sehr viel Zeit beim Trinken, nickt auch zwischendurch kurz mal ein, trinkt dann weiter, das dauert meistens zwischen einer halben und einer Stunde. Abends jedoch bleibt er mindestens drei, gestern sogar vier Stunden (mit einer kurzen Unterbrechung zum Wickeln) an der Brust. Falls er die Brust verliert, fängt er an zu quängeln. Ist er jedoch eingeschlafen, lässt er sich ohne Protest in sein Bettchen legen und schläft dann durch (zwischen 7 und 10 Stunden). Haben Sie eine Idee, wie man dieses Dauernuckeln verkürzen könnte? Ganz verzichten möchte ich darauf nicht, nach einiger Zeit wird das seitliche Liegen trotz Seitenwechsels jedoch sehr unbequem, und auch die Brustwarzen schmerzen dann (am nächsten Morgen sind sie jedoch wieder in Ordnung). Vielen Dank für Ihre Antwort!


Biggi Welter

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Liebe rimu, das Nervensystem eines Babys ist ständigen Reizen ausgesetzt und während des Tages sind das viel mehr Reize als in der Nacht. So ist es nicht erstaunlich, dass sich bis zum späten Nachmittag oder frühen Abend einiges aufgestaut hat und das Kind dann "über" reizt ist und sich wieder abreagieren und beruhigen muss. Dazu kommt, dass auch die Mutter nach einem langen Tag ebenfalls mehr oder weniger stark belastet und gestresst ist und sich die Gefühle und Stimmung der Mutter auf das Kind übertragen. Ein weiterer Punkt ist der Prolaktinspiegel der Mutter. Damit Milch gebildet wird, braucht die Frau (vor allem in den ersten Wochen der Stillzeit) eine gewisse Prolaktionausschüttung, die durch das Saugen des Kindes angeregt wird. Das "Marathonstillen" am Abend sorgt dafür, dass die Prolaktinausschüttung angeregt wird und dem Kind dann im weiteren Verlauf genügend Milch zur Verfügung steht. So kleine Babys wollen im Schnitt zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Im Schnitt heißt, es gibt Babys die seltener nach der Brust verlangen (eher wenige Babys) und es gibt Babys, die häufiger an die Brust wollen (die Mehrzahl). Nun ist es jedoch nicht so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Verhalten heißt Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys. Besonders gehäuft treten diese Stillepisoden am Nachmittag und Abend auf, wie überhaupt die Abstände zwischen den Stillzeiten im Verlauf des Tages immer kürzer werden. Dazu kommt, dass in bestimmten Alterstufen Wachstumsschübe zu erwarten sind, in denen die Baby manchmal schier ununterbrochen an die Brust wollen. Das Dauerstillen kann sehr anstrengend und auch nervend sein, aber es hat seinen Sinn. Rein wissenschaftlich gesehen ist es so, dass das Baby durch den Stillmarathon die Prolaktinausschüttung anregt und so dafür sorgt, das die Milchbildung angeregt wird und genügend Milch für das Kind zur Verfügung steht. Lassen Sie sich doch einmal von einer Stillberaterin in Ihrer Nähe zeigen, wie Sie ihr Kind bequem im Liegen stillen können. Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi Welter


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