Mitglied inaktiv
Hallo, ich hatte vor gut 1 1/2 wochen eine Brustentzündung und habe von meiner ärztin ein mittel bekommen, was die milchbildung ein wenig (!) hemmen sollte. die entzündung ging auch zurück, aber mit jedem tag wurde die milch auch weniger. vier tage später war dann so gut wie keine milch mehr in meinen brüsten, und sie sind jetzt wieder ganz weich. seit sonntag versuche ich jetzt alles um die milchproduktion wieder in gang zu bringen. stilltees, dillsamen, geisraute. ich habe auch schon malzbier getrunken. mein baby ist erst 5 wochen alt und mir missfällt der gedanke jetzt schon mit nahrung zu füttern, was ich seit vier tagen tun muss :( was kann ich noch tun, ausser ständig anlegen und versuchen zu entspannen? bitte um schnelle hilfe danke gelactica
? Liebe Gelactica, was hast Du denn da für ein Medikament bekommen? Und nimmst Du es immer noch bzw. wie lange und in welcher Dosierung hast Du es eingenommen? Ich vermute, dass Du einen Prolaktinhemmer erhalten hast und da gibt es leider Präparate mit sehr langer Halbwertszeit, die dann im Alter deines Kindes die Milch leider stark zum versiegen bringen können. Ich gebe dir jetzt einige allgemeine Tipps, zu Steigerung der Milchmenge, doch gleichzeitig solltest Du dich unbedingt an eine Stillberaterin vor Ort wenden, die dich und dein Baby im direkten Kontakt gezielt unterstützen kann. Wenn Du mir deinen Wohnort mit Postleitzahl angibst, suche ich dir gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus. Oberste Regel: Häufiges Anlegen und ein gut saugendes Kind stimulieren die Brust zu mehr Milchbildung. Deshalb solltest Du dein Baby in den nächsten Tagen so oft anlegen wie es möglich ist. Wenn dein Baby zu Hause ist etwa alle zwei Stunden (jeweils vom Beginn der letzten Mahlzeit bis zum Beginn der nächsten Mahlzeit gerechnet) und vermeide den Schnuller. Der Schnuller befriedigt das Saugbedürfnis deines Kindes, ohne dass es dabei Nahrung erhält. Bei einen wenig zunehmenden Kind ist dies nicht günstig. Um das Interesse des Babys an der Brust wachzuhalten, kannst Du es mit Wechselstillen versuchen. Beim Wechselstillen legst Du dein Baby an und stillst es, solange es wirkungsvoll saugt, d.h. es schluckt nach jeder oder jeder zweiten Saugbewegung. Sobald es seltener schluckt, nimmst Du es sanft von der Brust (vergiss nicht den Saugschluss zu lösen) und lässt es aufstoßen, streichelst seine Fußsohlen oder massist es sanft entlang der Wirbelsäule, um seine Aufmerksamkeit zu wecken. Dann wird es an der anderen Brust angelegt und wieder gestillt, so lange es wirkungsvoll saugt. Schluckt es wieder seltener, wird es zurück an die erste Brust gelegt, nachdem Du es wieder etwas ermuntert hast Dieses „Wecken und Wechseln" wird zwanzig bis dreißig Minuten lang ausgeführt, tagsüber alle zwei Stunden und nachts mindestens alle vier Stunden. Um die Milchproduktion zu steigern ist zusätzliches Pumpen sinnvoll. Allerdings sollte dir eine gute Pumpe zur Verfügung stehen und außerdem das Pumpen richtig erklärt werden. Leider gibt es immer noch Pumpen, die ungeeignet sind und selbst mit einer effektiven Pumpe muss das Pumpen gelernt und geübt werden. Am besten wäre es, wenn dir eine Stillberaterin vor Ort das Abpumpen genau erklärt und dir zeigt wie Du die Brust massieren kannst. Achte darauf, dass DU so viel Ruhe und Erholung wie möglich bekommst (am besten legst Du dich zusammen mit dem Baby ins Bett, vorausgesetzt Du hast die Möglichkeit dazu) und dich möglichst ausgewogen und ausreichend ernährst. Kohlenhydratreiche Nahrung wirkt sich positiv auf die Milchmenge aus. Trinke entsprechend deinem Durstgefühl. Du musst keinen Milchbildungstee trinken und wenn Du ihn trinken willst, dann bitte nicht mehr als zwei bis drei Tassen täglich, mehr kann Bauchprobleme bei den Kindern verursachen. Eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr wirkt sich NICHT positiv auf die Milchbildung aus. Bei jedem Abpumpen eine Flasche Mineralwasser zu trinken ist NICHT sinnvoll!!! Eine zu hohe Flüssigkeitsaufnahme führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Milch, da sie dazu führt dazu, dass das antidiuretische Hormon (ADH) zurückgeht, die Frau erfährt dann eine vermehrte Wasserausscheidung („schwemmt aus") und die Milchbildung verringert sich. Du trinkst genügend, wenn Du dich nicht ausgedörrt fühlst, wenn der Urin hell ist und Du keine Verstopfung bekommst. Biete bei jeder Mahlzeit beide Brüste an. Dadurch wird erreicht, dass das Baby wirklich die gesamte vorhandene Milch bekommt und die Milchproduktion in beiden Seiten angeregt wird. Achte auf eine korrekte Stillhaltung und richtiges Ansaugen des Babys. Das Baby darf nicht nur die Spitze der Brustwarze in den Mund nehmen. Seine Lippen müssen auf dem Warzenhof aufliegen. Eventuell notwendige Zusatznahrung sollte nach Möglichkeit nicht mit der Flasche, sondern mit einer alternativen Fütterungsmethode (z.B. dem Becher, Fingerfeeder oder ev. Brusternährungsset) gegeben werden. Auch das Bechern solltest Du dir von einer Kollegin vor Ort zeigen lassen. Alles Saugen des Babys sollte möglichst an der Brust erfolgen. Nur Mut, mit der richtigen Unterstützung und Information sind die Chancen gut, dass ihr es bald schafft, zu einer schönen Stillbeziehung zu finden. Wende dich wirklich an eine Kollegin in deiner Nähe. LLLiebe Grüße Biggi
Mitglied inaktiv
Hallo Biggi, vielen Dank erst einmal für die Hilfe. Ich habe alle deine Tipps befolgt. Nur die Flasche bekommt er noch mit einem normalen Sauger. Ich würde daher gern auf Dein Angebot zurückkommen, mir eine nächstgelegene Stillberaterin zu nennen. Ich wohne in Berlin PLZ 10365. Meine Brüste sind auf jeden Fall schon etwas fester geworden und ich denke mein Sohn schluckt auch schon häufiger. Allerdings wird er oft panisch, wenn er merkt, dass nicht genug Milch kommt (oder gar nichts mehr). Dann beginnt er an der Brustwarze zu zerren, das schmerzt und ich nehme ihn dann ab. Meine Brustwarzen sind auch schon etwas wund. Was kann ich da tun, dass er trotzdem ruhig weitersaugt? Werde ich eigentlich wieder einen Milcheinschuss bekommen, oder wird sich die Milchmenge langsam steigern? Ich bin noch etwas am zweifeln, ob die Milch sich wirklich vermehrt hat. Mir wurde davon abgeraten, Stillproben zu machen, da es nur verunsichert!? Jetzt ist es schon fast 2 Wochen her, dass ich diese Prolaktinhemmer (Dostinex 1 Tablette) eingenommen habe und möchte doch bald mein Kind wieder selbst ernähren können. Wird die Milch wieder so viel werden, dass ich voll stillen kann ohne zuzufüttern? Vielen Dank nochmals LG gelactica
Liebe Gelactica, dieses Mittel hat eine sehr lange Halbwertszeit (drei Wochen) und ich kann dir nicht vorher sagen, wie es sich bei dir auswirkt. Wende dich schnell an Frau Hubert, Ines Tel.: 030/64398765, sie kann dir weitere Tipps geben, wie Du vorgehen kannst. LLLiebe Grüße und alles Gute! Biggi
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