blauerVogel
Hallo, ich habe mein erstes Kind fast zwei Jahre sehr glücklich gestillt. Dann habe ich aufgehört, als ich wieder schwanger war, weil ich nicht Jahre am Stück durchstillen wollte. Habe das Kindlein leider verloren und bin jetzt (1 Jahr später) wieder in der 37. Woche schwanger. Die ganze Zeit hatte ich aber Milch, mal mehr mal weniger. Beim 1. Kind musste ich wärend dem Stillen immer einen Messbecher unter die andere Brust stellen, weil jeweils 700ml- 1 Liter Muttermilch gelaufen sind. Zwar hatte ich nie eine Brustentzündung aber es war sehr unangenehm. Ich hab keine Still Bhs in meiner Größe gefunden, konnte nicht auf dem Rücken liegen, weil der große Busen mir die Luft genommen hat und musste neben dem Stillen alle 2 Std aufstehen und die Babywindeln aus meinem Still Bh wechseln, weil sonst das Bett voll war. Pfefferminztee vertrage ich nicht, Salbeitee hab ich 1,5 Liter pro Tag getrunken. Dazu hab ich Phyolaka ( Phytolaka?) genommen. Es hat ca. 4-5 Monate gedauert und dann wurde es ganz gut und irgendwann ging stillen auch so ohne Probleme. Jetzt habe ich bereits wieder deutlich mehr Milch und der Busen tut weh. Ich muss ausstreichen, sonst wird die Brust warm und spannt. Ich hab schon echt etwas Bammel vor dem Milcheinschuß. Zwar werde ich selbstverständlich wieder ausführlich stillen, aber vielleicht kann man ja im Vorfeld direkt was gegen diese Unmengen an Milch tun? Wäre unglaublich dankbar :-) Vielen Dank
Liebe blauerVogel, es ist keineswegs zwingend so, dass eine Frau dann plötzlich mit prallen Brüsten wie ein Busenwunder da steht. Im Idealfall verläuft der initiale Milcheinschuss vollkommen unspektakulär. Die Schwellung der Brust beim initialen Milcheinschuss muss lange nicht immer stark ausgeprägt sein und es ist auch keinesfalls so, dass bei allen Frauen die Brüste „heiß" sind. Viele Frauen erleben den Milcheinschuss mit nur geringer Schwellung und leicht erwärmter Brust. Der initiale Milcheinschuss tritt meist am zweiten bis vierten Tag nach der Geburt auf und ist ein normaler Vorgang, der den Beginn der reichlichen Milchbildung anzeigt. Es kommt zu einem Spannungsgefühl in der Brust, einer leichtem Empfindlichkeit der Brust, die Venenzeichnung auf der Haut wird deutlicher, der Drüsenkörper wird fester und die Brust größer. In den Alveolen wird mehr Milchgebildet und die Bläschen füllen sich. In der Brust zirkulieren vermehrt Blut und Lymphflüssigkeit (Schwellung und vermehrte Wärme). Nur ein kleiner Teil der Brustvergrößerung ist auf die erhöhte Milchmenge zurückzuführen, in erster Linie liegt es an der Lymphflüssigkeit. Wichtig ist es, dass die Frau von Anfang an das Baby häufig und uneingeschränkt anlegt, dann verläuft der Milcheinschuss am problemlosesten. Auslaufende Milch ist ein Problem, das recht weit verbreitet ist und das sich in der Regel mit zunehmendem Alter des Kindes von alleine löst, da sich das Auslaufen mit der Zeit in den meisten Fällen immer weiter verringert. Allerdings gibt es keine Garantie, dass das auch bei Ihnen so sein wird. Um nicht immer in einer Überschwemmung zu enden, empfehlen sich hoch aufsaugende Stilleinlagen und nachts im Bett eventuell Stoffwindeln im BH und ein dickes Badetuch als Unterlage und Schutz für die Bettwäsche. Manchmal wird zu sogenannten Milchauffangschalen geraten, aber diese tragen sehr auf, können zu Stauungsproblemen führen (vor allem, wenn sich die Frau im Schlaf darauf legt) und beim Bücken oder einer schnellen Bewegung kann die darin gesammelte Milch herausschwappen. Die Milch, die sich in diesen Schalen sammelt, darf übrigens nicht verfüttert werden. Sie können diesen Milchfluss jedoch gerade beim Stillen in der Öffentlichkeit mit recht einfachen Mitteln stoppen. Sie können versuchen sanft auf die Brustwarze zu drücken. Sie können auch die Arme vor der Brust verschränken und Ihre Handballen gezielt auf die Brustwarze drücken, um den Milchfluss zu stoppen. Auf diese Weise lässt sich der Milchfluss meist schnell eindämmen. Einfarbige Kleidung ist unvorteilhafter als etwas mit Muster, das Flecken, beim Auslaufen der Milch kaschiert. (Das ändert zwar nichts an dem Auslaufen, hilft einem aber über die eventuell peinliche Situation mit großen, deutlich sichtbaren Milchflecken auf der Bluse in der Öffentlichkeit stehen zu müssen). Eine Jacke und ein Schal sind auch praktisch, um eventuelle Flecke zu kaschieren. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie lange es noch dauern wird, dass ihre Milch so sehr ausfließt, aber die Zeit arbeitet für Sie, dass es weniger werden und schließlich aufhören wird. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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