Mitglied inaktiv
Hallo Biggi und Kristina, ich hab vor einer Weile schon mal geschrieben wg. geplantem Abstillen zu Ostern....Jetzt beginne ich aber schon zu schwimmen. Unser Sohn (gerade 3 geworden) geht seid einer Woche in den Kiga und ist anhänglicher in den Nachmittagsstunden und will - was er schon lange nicht mehr gemacht hat- dann auch wieder an der Brust trinken. Sonst kommt er nachts ins Bett gekrabbelt und trinkt einmal und dann morgens und abends....Ich denke gleich wieder, er scheint es ja noch zu brauchen...andererseits arbeite ich jetzt auch wieder, brauche meinen Schlaf und denke, wenn ich ihm wirklich die Freiheit lasse, selbst zu bestimmen, dann wird er bestimmt 4 Jahre darüber..... Komplettes Durcheinander in meinem Kopf und Bauch. Andererseits reden wir ja auch schon seid einiger Zeit davon, dass, wenn der Osterhase kommt, die Milch weg ist...das kann ich ja auch nicht aufheben...Uahh! ich glaub, ich brauch mal ein paar Worte zum spiegeln, aufbauen o.ä...... Merke wie unentspannt ich bei dem Thema bin.... Grüße Monti
Liebe Monti, wenn Du wirklich abstillen möchtest, MUSST Du dahinter stehen, sonst wird das nichts ;-). Bist Du sicher, dass wirklich DU abstillen willst und nicht andere dich so beeinflussen, dass Du dich zum Abstillen verpflichtet fühlst? Immer wenn ich Anfragen wie deine habe, dann steigt in mir der Verdacht auf, dass es nicht wirklich der Wunsch der Mutter ist, das Kind abzustillen, denn meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass ein Kind sich abstillen lässt, wenn die Mutter wirklich fest zu dieser Entscheidung steht. Das ist aber nur der Fall, wenn es der echte Wunsch der Mutter ist und nicht, wenn sie sich von anderen dazu genötigt sieht. Ist die Mutter innerlich nicht davon überzeugt, dass sie ihr Kind abstillen will, dann ist dieser Zweifel für das Kind sehr deutlich fühlbar und es reagiert in fast allen Fällen so, dass es eher noch häufiger gestillt werden mag. Zweifel und Unsicherheit sind für ein Kind unerträglich, Kinder brauchen Klarheit. Nicht „egal wie ich es mache, es ist falsch" sondern „wenn ich gegen mein Gefühl und gegen das, was ich als richtig empfinde handele, ist es falsch". Nimm dir einmal eine ruhige Stunde für dich, in der Du wirklich unbeeinflusst von außen nachdenken kannst und mach dir dabei sogar ruhig eine Liste aller Gründe, die für ein Abstillen jetzt sprechen und auch welche dagegen sprechen. Überlege dann, welche der Gründe tatsächlich für DICH Bestand haben. Überdenke deine Beziehung zu deinem Kind. Es ist in unserer Gesellschaft nicht extrem verbreitet dreijährige Kinder zu stillen, doch das bedeutet keineswegs, dass dies unnormal ist. Weltweit werden sehr viele Kinder in diesem Alter gestillt und auch bei uns gibt es mehr Kinder als allgemein gedacht wird, die auch deutlich nach dem zweiten Geburtstag gemeinsam mit ihrer Mutter die Stillbeziehung noch genießen (nur geht nicht jede Frau damit „hausieren", denn viele Frauen haben einfach keine Lust mehr, sich ständig „rechtfertigen" zu müssen). Wichtig ist, dass Du dir Klarheit verschaffst und dann zu deiner Entscheidung stehst ganz gleich wie diese ausfällt. Wenn Du dir deiner Entscheidung sicher bist, wird es Euch beiden besser gehen. Fällt die Entscheidung von deiner Seite für das Abstillen, dann wird dein Kind fühlen „Jetzt hat Mama keinen Zweifel mehr" und wird sich auch abstillen lassen, sicher nicht ganz ohne Wehmut, aber ohne riesige Verzweiflung. Fällt deine Entscheidung für das Weiterstillen, bedeutet dies keineswegs zwingend, dass dein Kind noch jahrelang gestillt werden will, im Gegenteil: es kann sein, dass dein Sohn sich dann sehr bald von selbst abstillt, eben weil er auch dann nicht mehr mit einem Zwiespalt leben muss. Ich umarme dich und hoffe, Du findest deinen Weg. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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