Mitglied inaktiv
Hallo Frau Welter, mein Sohn ist 7,5 Monate alt und seit einer allergischen Reaktion auf die Lanolin-Salbe (Wollwachs-Allergie) zu Beginn unserer Stillzeit heilt die Haut rund um die Brustwarzen nicht mehr richtig ab, ist gerötet, sehr trocken und reißt immer wieder ein, wodurch das Stillen immer mit Schmerzen verbunden ist. Die Brustwarzen selbst sind nicht betroffen, nur die Haut außenrum, etwa 1 cm rund um die Brustwarze. Da mein Sohn bis auf zwei Brei-Mahlzeiten Tag wie Nacht noch 2-stdl. stillt, kommt die Haut natürlich auch nie zur Ruhe. Mein Hautarzt hat mir eine Hydrocortison-Salbe gegeben, die ich aber ungern über längere Zeit anwenden möchte. Zur Pflege habe ich schon sämtliche Öle durch, das einzige was die Haut einigermaßen geschmeidig hält ist reine Sheabutter. Bepanthen geht auch nicht, weil es Wollwachs enthält, habe mir auch eine Salbe aus Dexpanthenol und Basiscreme anrühren lassen, die wiederum fettet nicht genug, so dass die Haut trocken bleibt und wieder einreißt. Haben Sie evtl. noch einen Tipp für mich? Was meinen Sie zur Cortisonsalbe? Mein Hautarzt hält die für unbedenklich beim Stillen, ist aber auch einer von den konservativen Schulmedizinern. Ich möchte gerne mindestens das 1. Jahr noch stillen, weil ich selbst Neurodermitis hatte, deshalb wahrscheinlich auch die empfindliche Haut, aber ohne Schmerzen wäre mir schon lieber... :-) Herzliche Grüße Doro
Liebe Doro, am besten lassen Sie sich einmal von einem Apotheker beraten, ob er in die Basiscreme noch etwas Fett beimischen kann, oder Sie schmieren zusätzlich die Sheabutter. Ich zitiere Ihnen zum Thema Cortison aus "Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" Schaefer, Spielmann, 6. Auflage 2001: "Nebennierenhormone Erfahrungen. Praktische Bedeutung für die Stillzeit haben vor allem die Kortikosteroide. Therapeutisch verwendet werden die nichtfluorierten Kortikoide Prednison (z.B. Decortin), Prednisolon (z.B. Solu Decortin), .... und die fluorierten Substanzen Betamethason (z.B. Celestamine), Dexamethason (z.B. Fortecortin) ,,, Die Milch Plasma Quotienten von Prednison und Prednisolon bewegen sich zwischen 0,05 und 0,25. Eine Stunde nach parenteraler Verabreichung einer Einzeldosis von 110 mg Prednisolon wurden 760 µg/l Milch gemessen. Vier Stunden später waren es 260 µg/l und etwa neun Stunden nach Applikation noch 60 µg/l. Nach intravenöser Injektion von 1 g Prednisolon wurden der 9fach höheren Dosis entsprechend 9fach höhere Werte in der Milch gemessen, 24 Stunden nach der Applikation war die Substanz nicht mehr nachweisbar (eigene Beobachtungen, 1996). Andere Autoren haben unter niedrigeren Tagesdosen (10 80 mg) proportional entsprechende oder sogar darunter liegende Transfermengen für den Säugling ermittelt (Übersicht bei Bennett, 1988; Greenberger et al., 1993). Zusammenfassend ist mit einem Anteil von durchschnittlich 1 bis 2 % der mütterlichen gewichstbezogenen Dosis für den Säugling zu rechnen. Im Fall der oben beschriebenen 1 g Dosis hat der Säugling mit er ersten Mahlzeit eine stunde nach Injektion 0,2 mg/kg seines Körpergewichtes erhalten, seine Tagesdosis ist mit etwa 0,32 mg/kg anzustzen. Für den Säugling ist kein Risiko durch eine üblicherweise kurzdauernde Hochdosisbehandlung zu erwarten, selbst dann nicht, wenn gleich nach der Injektion gestillt würde. Auch unter länger dauernder Behandlung mit 80 mg/tag wird mit der Muttermilch nur eine geringe Prednisolonmenge übertragen, die nicht einmal 10 % der kindlichen Kortisolproduktion entspricht. Empfehlung für die Praxis. Prednisolon, Prednison und Methylprednisolon sind Kortikoide der Wahl für eine systemische Behandlung in der Stillzeit. Auch hohe Dosen bis 1 g, einmalig oder wenige Tage nacheinander verabreicht, z.B. beim Asthmaanfall oder multipler Sklerose, erfordern keine Einschränkung des Stillens. Bei wiederholter Gabe hoher Dosen ist lediglich der Stillrhythmus so einzurichten, dass möglichst drei bis vier Stunden nach der Applikation eingehalten werden. Wirkungsgleiche Mengen der anderen Kortikoide sind wahrscheinlich auch verträglich. Die regelmäßige inhalative Anwendung eines Kortikoids bei Asthma ist unbedenklich" Zur lokalen Anwendung ist im gleichen Fachbuch zu lesen: "Äußere Anwendungen sind in der Stillzeit prinzipiell akzeptabel, solange es sich um die Behandlung begrenzter Hautareale und Therapiezeiträume handelt. Dies gild für alle Dermatika, auch Antiseptika, Antiinfektiva und Corticoide" Zusätzlich wäre es gut, wenn Sie sich an eine Kollegin vor Ort wenden könnten, die Ihnen gezielte Tipps zur Anlegetechnik und verschiedenen Stillpositionen geben kann und Ihnen auch zeigen kann, worauf Sie achten müssen. Wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben, suche ich Ihnen gerne die nächstgelegene LLL Stillberaterin heraus. LLLiebe Grüße Biggi Welter
Mitglied inaktiv
Vielen Dank! Habe schon eine Stillberaterin in meinem Ort kontaktiert und werde in 2 Wochen zu ihrem Stilltreff gehen, wollte zu diesem Problem trotzdem nochmal hier nachfragen :-) Liebe Grüße Doro
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