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Unsere Kleine (11 Wochen alt) ist ein Schreibaby, d. h. sie weint abends sehr viel. Ein Orthopäde hat heute das KISS-Syndrom festgestellt und sie sanft wieder "eingerenkt". Abends trinkt sie aufgrund des Schreiens sehr wenig und ist von ca. 17:00 - 23:00 Uhr wach (trinkt oft nur ca. 50 g) in dieser ganzen Zeit. Nachts schläft sie dann bis ca. 4:00 Uhr, oft auch bis 7:00 Uhr. Morgens habe ich dann sehr viel Milch. Die Brust spannt oft und sie trinkt auf einer Seite ca. 100 g. Danach trinkt sie alle 2-3 Std. nur 70 oder 60 g. Nachmittags habe ich oft das Gefühl nicht mehr genug zu haben. Ich habe aus früheren Beiträgen bereits gelesen, dass die Menge, die man ausstreichen kann, nichts darüber aussagt, ob man genug hat. Ich wiege sie seit einer Woche mehrmals am Tag, aber das verwirrt mich erst recht. Nun glaube ich, abends nicht mehr genug Milch zu haben. Denn wenn sie trinken will, fängt sie jedesmal nach kurzem Saugen an zu schreien. Wenn ich sodann versuche, etwas auszustreichen, kommt nicht mehr viel. Der Milchspendereflex ist sehr kurz, viel kürzer als morgens. Kann es sein, dass ich zu wenig Milch habe? Ich will eigentlich nicht, dass sie einen Schnuller bekommt, aber manchmal geben wir ihr abends wenn sie schreit oder beim Einschlafen einen Schnulli, weil sie nicht zur Ruhe kommt. Eine Saugverwirrung kann ich eigentlich nicht feststellen. Da wir jedoch noch eine weitere kleine Tochter (22 Monate alt) haben, habe ich auf den Schnuller zurückgegriffen, denn für die "Grosse" ist das Schreien nicht sehr erträglich. Wie erkennt man eine Saugverwirrung? Und noch eine Frage, die mich hinsichtlich des Schreiens beunruhigt: Es gibt Kinder, die die Muttermilch nicht vertragen. Wie lässt sich dies feststellen?
? Liebe Jenny, bitte hören Sie mit der Wiegerei auf! Sie machen sich selbst nur immer weiter verrückt und es hilft weder Ihrem Kind noch Ihnen. Um festzustellen, ob Ihr Baby gedeiht, können Sie sich an den folgenden Punkten orientieren: • mindestens fünf bis sechs nasse Wegwerfwindeln hat (um zu sehen wie nass „nass" ist, können Sie sechs Esslöffel Wasser auf eine trockene Windel geben). Diese Regel gilt aber nur für voll gestillte Kinder, das heißt das Baby bekommt nichts außer Muttermilch (kein Wasser, Tee, Saft usw.). • in den ersten sechs Wochen täglich mindestens zwei bis vier Stuhlentleerungen (später sind seltenere Darmentleerungen normal) • eine durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme von mindestens 110 g pro Woche ausgehend vom niedrigsten Gewicht (mit zunehmendem Alter verringert sich die durchschnittliche Gewichtszunahme), • eine gute Hautfarbe und eine feste Haut, • Wachstum in die Länge und Zunahme des Kopfumfangs • ein aufmerksames und lebhaftes Verhalten des Babys in den Wachphasen. Sind diese Punkte alle erfüllt? Dann ist davon auszugehen, dass Ihr Baby auch die Milch bekommt, die es braucht. Es wird immer wieder behauptet, dass es Babys gäbe, die die Muttermilch nicht vertragen, doch das stimmt nicht. Es gibt nur eine wirkliche Situation, in der ein Baby keine Muttermilch bekommen und dies ist eine seltene Stoffwechselerkrankung, die Galaktosämie. Bei einer weiteren Stoffwechselerkrankung der Phenylketonurie darf nur teilgestillt werden, doch beide Erkrankungen sind selten und die betroffenen Kinder sind wirklich krank und können auch nicht mit handelsüblicher künstlicher Säuglingsnahrung ernährt werden, sondern brauchen Spezialnahrungen. Eine echte Muttermilchunverträglichkeit gibt es nicht. Es kann vorkommen, dass ein Baby auf manche Bestandteile aus Nahrungsmitteln, die die Mutter zu sich nimmt reagiert, doch auch dies ist deutlich seltener als immer wieder angenommen wird. Ganz oben auf der Hitliste der Nahrungsmittel, die solche Probleme verursachen können, stehen Kuhmilch und Kuhmilchprodukte. Doch ehe Sie jetzt mit einer Eliminationsdiät beginnen, sollten andere Faktoren überprüft werden. Sie schreiben, dass Ihr Baby ein KISS-Kind ist. Das alleine reicht schon, um ein Kind sehr unruhig sein und viel weinen zu lassen. Da Sie ja in Behandlung sind, müssten die Aussichten, dass es hier eine Besserung geben wird, ja recht gut sein. Doch auch ohne KISS ist es so, dass sehr viele Babys ab dem späten Nachtmittag und frühen Abend eine deutliche Unruhephase haben. Das häufig vorkommende abendliche Dauerstillen und auch die abendlichen Unruhephasen bei einem kleinen Baby werden leider oft so verstanden, als ob die Milch nicht mehr ausreiche. Doch dem ist in aller Regel nicht so. Es ist vielmehr so, dass sehr viele Kinder in diesem Alter am späten Nachmittag oder frühen Abend eine Phase starker Unruhe und Quengelig verbunden mit gehäuftem Stillverlangen haben, die absolut nicht mit mangelnder Milch zusammenhängt. Zu anderen Zeiten kann das Baby gut gelaunt sein, und es scheint keinen besonderen Grund und keine Gegenmittel (außer der Zeit) für diese Unruhephasen zu geben. Das Baby scheint sich nicht so unbehaglich wie bei Koliken zu fühlen, ist aber unzufrieden. Ist das bei euch auch so? Im Volksmund wird das die „Omastunde" genannt, d.h. dass jetzt eine liebevolle Großmutter gebraucht wird, die nichts Dringenderes vorhat, als das Baby zu wiegen und im Arm zu halten, bis seine Unruhe vorbei ist. Leider ist so eine Großmutter nicht immer verfügbar und der Vater des Babys ist auch nicht unbedingt zu diesen Zeiten zuhause. Doch es kann für Sie und das Baby eine große Erleichterung bedeuten, wenn jemand anderes dann einspringt. Der Wechsel in andere liebevolle Arme, die ausgeruht sind und eine andere liebevolle Stimme bewirken oft, dass sich ein aufgebrachtes Baby beruhigt. Vielleicht können Sie dann in Ruhe unter die Dusche gehen, einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft machen (vielleicht gemeinsam mit dem größeren Kind) oder sonst etwas für sich tun. Anschließend, wenn Sie etwas „Luft" für sich hatten, können Sie mit „neuer Kraft" in die nächste Runde des abendlichen „Marathonstillens" gehen. Denken Sie auch daran, dass durch dieses gehäufte Stillen am Abend, die Prolaktinausschüttung angeregt wird und damit Ihre Milchmenge gut aufrecht erhalten bleibt. Der Alltag mit Baby und zwei kleinen Kindern kann sehr anstrengend sein, deshalb sollten Sie wirklich versuchen, sich so viel Ruhe wie irgendmöglich zu gönnen. Nehmen Sie alle Unterstützung an, die Sie bekommen können, so lange diese „Unterstützung" nicht bedeutet, dass Ihnen jemand das Baby abnehmen und ihm eine Flasche geben will. Ganz wichtig ist auch, dass sich einmal eine Stillberaterin anschaut, wie Sie anlegen und wie Ihr Baby trinkt. Ein nicht korrekt angelegtes Baby schluckt nicht nur mehr Luft (die dann zu Bauchproblemen führen kann), es kann auch die Brust nicht so effektiv leeren und stimulieren. Auch wenn es Ihnen jetzt vielleicht sehr viel Aufwand erscheint, ist es sicher eine gute Idee, wenn Sie einmal ein Stillgruppentreffen besuchen würden. Der Austausch mit den anderen stillenden Frauen kann enorm hilfreich sein und bei konkreten Problemen haben Sie gleich eine kompetente Ansprechpartnerin an der Hand. Wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben, suche ich Ihnen gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus. Viel Körperkontakt hilft unruhigen Babys oft ganz enorm. Ein Tragetuch kann hier die absolute Wunderwaffe sein. Fast alle Stillberaterinnen können auch Tragetuchtechniken erklären und zeigen, auch deshalb ist es empfehlenswert, dass Sie sich an eine Stillberaterin vor Ort wenden, falls Sie mit dem Tuch keine Erfahrung haben. Zum Schluss möchte ich Ihnen noch das Buch „Das 24-Stunden-Baby - Babys mit erhöhten Bedürfnissen verstehen" von Dr. William Sears empfehlen. Ich denke, dass diese Buch etwas für Sie wäre. Es ist im Buchhandel, bei der La Leche Liga und jeder LLL-Stillberaterin (auch bei uns) erhältlich. Ich wünsche Ihnen bald weniger anstrengende Zeiten. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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