Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Gewichtszunahme

Frage: Gewichtszunahme

Laura89076

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Hallo zusammen, mein Sohn kam mit 3820 Gramm zu welt, entlassen wurden wir mit 3600 Gramm. Er ist jetzt 14 Wochen alt. Und es gab immer wieder Probleme mit dem stillen... Brustentzündung/ Zungenbändchen zu weit vorne angewachsen dadurch war alles verkrustet, haben die aber zu spät gemerkt, wurde gekappt aber dann war schon alles verkrustet und kam keine milch mehr. Nach 2 Wochen abpumpen und zufüttern fing ich wieder an zu stillen was auch klappte keine Schmerzen mehr aber der kleine hat zuviel abgenommen also zugegüttert und angelegt angelegt angelegt durch das flaschen füttern würde er irgendwann quengelig an der brust, becher probiert alles mögliche nur geschreie.... aber jetzt funktioniert alles ich habe gefühlt genug milch und stille seit 6 Wochen voll und durch das ganze abnehmen habe ich immer noch die Angst er bekommt nicht genug obwohl er total fit und aufgeweckt ist die windeln sind auch genug. Jedoch kann ich das wiegen nicht sein lassen. Am 17.1 hat er 6970 Gramm am 18.1 7000 am 19. 7000 am 20 7010 am 21 7060 am 22 7090 am 23 7170 hatte dann am Abend sehr viel Stuhlgang und wiegt heute morgen nur noch 7080 er hat in einer Wochen nur 110 Gramm zugenommen sonst waren es immer 200-250 Gramm stetig. Jetzt mach ich mir wieder Sorgen um die Milchmenge. Ich habe hier auch eine Stillberaterin und Hebamme. Er ist richtig angelegt alles gut. Lg laura


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe laura, ich ziehe meinen Hut, Du hast echt gekämpft um Deine Stillbeziehung und ih kann Deine Angst nur zu gut verstehen! Babys nehmen in Schüben zu und nicht linear und mit zunehmendem Alter verlangsamt sich die Gewichtszunahme. Die durchschnittliche Gewichtszunahme bei einem gestillten Baby beträgt in den ersten drei bis vier Monaten 150 bis 227 Gramm pro Woche, bei einem vier bis sechs Monate alten Stillkind beträgt sie noch 85 bis 142 Gramm wöchentlich. Das nimmt dann immer weiter ab, was verständlich ist, denn sonst wären unsere Babys irgendwann Riesen! Das durchschnittliche Längenwachstum bewegt sich bei etwa 1,27 cm pro Monat, und die Zunahme des Kopfumfangs liegt bei etwa 6,4 mm monatlich. Du kannst also auch mal im U Heft schauen, wie es mit dem Längenwachstum und Kopfumfang ausschaut. Wird das Baby bei einem (tatsächlichen) Gewichtsstillstand häufiger angelegt (etwa alle zwei Stunden, manchmal sogar noch häufiger), erhält der Körper der Frau das Signal "mehr Milch bilden" und nach ein paar Tagen ist der Spuk vorbei und die Milchmenge hat sich dem Bedarf des Babys wieder angepasst. Stillen funktioniert nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Du hast dann nicht zu wenig Milch, sondern der Bedarf deines Babys hat sich vergrößert und die Brust muss darauf erst reagieren. Je häufiger angelegt und die Brust effektiv entleert wird, um so mehr Milch wird gebildet. Ich werde dir jetzt allgemeine Tipps geben, wie Du deine Milchmenge steigern kannst. Allerdings solltest Du erst einmal abwarten und dein Kind auf deiner Waage beobachten. Oberste Regel: Häufiges Anlegen und ein gut saugendes Kind stimulieren die Brust zu mehr Milchbildung. Deshalb solltest Du dein Baby in den nächsten Tagen oft anlegen. Um das Interesse des Babys an der Brust wach zu halten, kannst Du es mit Wechselstillen versuchen. Dabei legst Du Dein Baby an und stillst es, solange es wirkungsvoll saugt, d.h. es schluckt nach jeder oder jeder zweiten Saugbewegung. Sobald es seltener schluckt, nimmst Du es sanft von der Brust (vergiss nicht den Saugschluss zu lösen) und lässt es aufstoßen, streichelst seine Fußsohlen oder massierst es sanft entlang der Wirbelsäule, um seine Aufmerksamkeit zu wecken. Dann wird es an der anderen Brust angelegt und wieder gestillt, so lange es wirkungsvoll saugt. Schluckt es wieder seltener, wird es zurück an die erste Brust gelegt, nachdem Du es wieder etwas ermuntert hast. Dieses "Wecken und Wechseln" wird zwanzig bis dreißig Minuten lang ausgeführt, tagsüber alle zwei Stunden und nachts mindestens alle vier Stunden. Richte dich mit deiner Flüssigkeitszufuhr nach deinem Durstgefühl. Eine zu hohe Flüssigkeitsaufnahme führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Milch, da sie dazu führt dazu, dass das antidiuretische Hormon (ADH) zurückgeht, die Frau erfährt dann eine vermehrte Wasserausscheidung ("schwemmt aus") und die Milchbildung verringert sich. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit (davon höchstens zwei bis Tassen Milchbildungstee) sind im Allgemeinen ausreichend. Wenn der Urin dunkelgelb wird und die Menge gering ist, trinkst Du zu wenig Schwarzer Tee, Matetee und Kaffee sollten nur mäßig genossen werden. Auf Limonaden oder Colagetränke sowie künstlich gesüßte Getränke sollte möglichst verzichtet werden. Auf die (angebliche) milchflussfördernde Wirkung von Bier oder Sekt sollte verzichtet werden. Alkohol geht bereits in kleinen Mengen in die Milch über und belastet den Stoffwechsel des Babys. Achte darauf, dass DU ausreichend und möglichst ausgewogen isst. Kohlenhydratreiche Nahrung hat einen positiven Einfluss auf die Milchbildung. Ruhe dich oft aus und entspanne dich. Arbeite für eine Weile so wenig wie möglich. Die Hausarbeit läuft dir nicht davon! Stress wirkt sich ungünstig auf den Milchspendereflex und auf die Milchbildung aus. Vielleicht kannst Du ja ein paar "Stilltage" einlegen, das heißt Du legst dich mit deinem Baby ins Bett und kümmerst dich ausschließlich um dein Baby und das Stillen. Wenn Du Angst hast, können wir auch gerne miteinander telefonieren! LLLiebe Grüße Biggi


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