Kleinerwagen
Sehr geehrte Frau Welter, ich hatte Ihnen bereits Fragen bezüglich des nächtlichen Abstillens gestellt. Leider klappt es überhaupt nicht. Meine Tochter (2.5) hat über 2 Wochen lange jede Nacht Theater gemacht geschrien, getobt, und das alle zwei Stunden. Ich bin dann eingeknickt und habe gedacht vielleicht ist sie doch noch zu klein? Und dann habe ich Kraft gesammelt und es wieder ein paar Nächte probiert. Mit dem selben Ergebnis. Auch tagsüber schreit sie mindestens eine Stunde lang wenn sie die Brust nicht bekommt. Es ist auch nichts zu machen. Selbst Süßigkeiten und fernSehen lehnt sie dann ab. Nichts kann sie ablenken. Sie bekommt einen richtigen Wutanfall. Ich bin mit meinen Nerven dermaßen am Ende. Nachts bin ich mittlerweile aggressiv und tagsüber geht es mir auch nur noch auf die Nerven. Ich stille sie gerne. Aber nicht 10 Mal am Tag. Ist es sinnvoller sie gänzlich abzustillen als es nur nachts zu versuchen? Ich weiß überhaupt nicht mehr weiter. Ein paar Nächte würde ich ja durchhalten, aber wie gesagt es waren 15 Nächte und es hatte sich kaum etwas verändert. Mein Sohn schläft auch mit im Bett und er wacht auch dauernd davon auf. Immerhin habe ich es geschafft ihn abzustillen. Also hat meine Tochter auch keine Konkurrenz an der Brust mehr. Bitte helfen Sie mir. Ich will die Richtung vorgeben, ich will etwas ändern und nicht mehr aggressiv und fertig sein. Nichts kann so schlimm sein wie der Zustand momentan. Ich bereue mittlerweile überhaupt jemals gestillt zu haben. Mein Sohn (4.5) war total unkompliziert. Nachts abgestillt mit 1.3/4 und dann auch alles im normalen Rahmen. Aber meine Tochter ist so auf die Brust fixiert. Vielen Dank:
Liebe Kleinerwagen, das hört sich nach einem gewaltigen Machtkampf an, der Deinem Kind (und Dir) nicht gut tut. Es ist Dein gutes Recht, jetzt ab- oder wenigstens weniger zu stillen und auch wenn es Deiner Kleinen nicht gefällt, musst Du klar und konsequent bleiben. Ich habe das Gefühl, dass Du Dich Deiner Tochter unterlegen fühlst und nachgibst, weil sie die Regeln vorgibt. Genau das ist jedoch falsch. DU bist diejenige, die bestimmt wo's lang geht, Dein Kind ist dazu noch viel zu klein. Und: sie BRAUCHT es, dass DU die Zügel in die Hand nimmst. Also ist es Deine Aufgabe zu definieren, wie ihr jetzt die stressigen Nächte beenden werdet. Deine Kleine wird sich vehement wehren, sie wird toben, wüten und traurig sein, aber sie kann lernen, dass Du die Regeln aufstellst und jetzt nicht mehr dauernd stillen wirst. Wichtig ist, dass Dir klar ist, dass einige stressige Nächte und Tage bevorstehen, aber die müssen sein, denn bisher hat Dein Kind gelernt, dass es nur lange genug fordern muss, bis sein Wunsch doch erfüllt wird. Begleite Dein Kind, sei liebevoll und entziehe ihm die Brust, aber nicht Deine Liebe und bleibe konsequent. Wenn Deine Tochter merkt, dass Du genau das meinst, was Du sagst, dann wird sie die neue Situation auch akzeptieren. Sie wird keinen Schaden erleiden, keine Bange. Wichtig ist allerdings, dass Du ruhig bleibst und Dich von ihr nicht anstecken lässt. Und denk daran: DU bist euer Chef, DU bist diejenige, die die Richtung vorgeben muss. Das gilt nicht nur fürs Schlafen, doch diese Übung wird Dir für andere Bereiche eures gemeinsamen Lebens gute Dienste erweisen. Lieben Gruß, und glaub mir: Du schaffst das, wenn du es wirklich willst!! Und wenn Du es alleine nicht schaffst, ist es absolut keine Schande, wenn Du Dir Hilfe holst! Biggi
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