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Erklärung für fehlenden Milcheinschuss

Frage: Erklärung für fehlenden Milcheinschuss

StolzeMutti

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Hallo! Mein Sohn kam vor 4 Monaten zur Welt und wir sind überglücklich, dass es ihm gut geht. Trotzdem belastet mich immer noch, dass ich mein Kind nicht stillen konnte. Der kleine Mann kam 8 Tage später als erwartet zur Welt und musste durch den Kristeller-Handgriff zur Welt gebracht werden. Da er Atemstörungen hatte und direkt auf die Kinderintensivstation gebracht wurde, konnte ich ihn nach der Geburt nicht anlegen. Ich musste direkt nach seiner Geburt auch operiert werden, da die Plazenta gerissen ist. Lange Erklärungen, ich weiß, aber ich möchte nur alle vielleicht notwendigen Infos geben. Am nächsten Tag kam er dann zum Glück endlich zu uns und ich konnte ihn anlegen. Da ich sehr viel Blut verloren habe, hatte ich tagelang einen ganz geringen HB-Wert und bekam Eiseninfusionen. Nachdem mein Sohn extrem viel abgenommen hatte, sagten die Schwestern auf der Station, dass wir zufüttern sollen. Die Stillberaterin, die aufgrund des Wochenendes nach mehreren Tagen erst wieder zu mir kam, sagte, dass wir das nicht hätten tun sollen. Am siebten Tag, dem Tag meiner Entlassung wurde mir eine Milchpumpe gegeben und auch für zu Hause verschrieben. Letztlich war es so, dass bei mir kein einziger Tropfen Milch aus der Brust kam und ich auch keine Anzeichen eines Milcheinschusses spürte, trotz der elektrischen Milchpumpe, die ich auch zu Hause benutzte. Meine Hebamme sagte dann, dass es dann vielleicht beim nächsten Kind klappt und möglicherweise der hohe Blutverlust ein Grund dafür sein kann. Nach 4 Monaten belastet mich noch immer, dass ich mein Kind nicht stillen kann. Jeder sagt mir zwar, dein Kind wird trotzdem groß und gesund, aber ich kann mit dem Thema nur schwer abschließen vor Allem, weil ich Angst habe, dass es auch bei einem weiteren Kind nicht klappt. Nun meine Fragen: 1. kann ich schon während einer Schwangerschaft irgendwelche Vorkehrungen treffen? In meiner Schwangerschaft kam kein Kolostrum. 2. können Sie als Stillberaterinnen eine Einschätzung für den fehlenden Milcheinschuss geben? 3. Hätte es vielleicht etwas gebracht, direkt nach dem Aufwachen aus der Narkose schon mit einer Milchpumpe zu beginnen, als mein Sohn noch nicht bei mir war? 4. Kann es mit meiner Schilddrüsenerkrankung zusammen hängen? Vielen Dank für die Zeit, die Sie sich zum Lesen und Antworten nehmen.


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Liebe StolzeMutti, ich kann gut nachvollziehen, dass dich das Thema immer noch beschäftigt. Erlaube deiner Trauer, gespürt zu werden. Sie ist ja berechtigt, weil dir ein bedeutender Teil des Mutterseins vorenthalten bleiben würde. Ermutigend ist vielleicht dieser Text von Márta Guóth-Gumberger, IBCLC aus Rosenheim, mit dem Titel "Wenn es mit dem Stillen trotz allem nicht klappt": "Die biologische Möglichkeit, Ihr Baby zu stillen, ist manchmal nur theoretisch vorhanden, weil die Hindernisse so groß sind. Mangelnder Rückhalt in Familie und Umgebung, sehr große Anforderungen an die Mutter, Krankheit bei Mutter und/oder Kind, Stress, Angst, Sorge, zuwenig Unterstützung und Information von medizinischem Personal, falsch eingefädelte Verhaltensweisen in der Klinik, fehlende Information zur richtigen Zeit, Temperament und Saugtechnik des Babys, frühere Misserfolgserlebnisse beim Stillen und das gesellschaftliche Klima können einzeln oder in Kombination die Stillbemühungen der Mutter um den Erfolg bringen. Sie erleben dann vielleicht Versagensgefühle, aber halten Sie sich all die erschwerenden Faktoren in Ihrer Situation vor Augen. Denken Sie daran, dass Stillen zum Ziel hat, eine liebevolle Mutter-Kind-Bindung zu ermöglichen. Das Stillen erzwingen zu wollen, würde das Gegenteil bewirken. (...) Vielleicht klappt aber auch das nicht. Sie erleben in jedem Fall Trauer um den Verlust einer komplikationslosen Stillbeziehung bzw. einer Stillbeziehung überhaupt. Lassen Sie diese Gefühle der Trauer zu, aber bleiben Sie nicht bei ihnen stehen. Sie haben die Möglichkeit, auf andere Weise Ihrem Kind die Nähe, Geborgenheit und Bindung zu geben, die beim Stillen entstehen würden." Warum genau es nun nicht geklappt hat, kann ich nicht sagen. Wenn ein Baby über 10% seines Geburtsgewichts verliert ist Zufüttern ein Muss und im Krankenhaus ist das Zufüttern Pflicht. Daran allein wird es nicht gelegen haben. Ein starker Eisenmangel jedoch kann die Milchbildung stark beeinträchtigen. Hier findest du ausführliche Informationen, die dir vielleicht weiterhelfen und dir Mut machen, dass es beim nächsten Mal doch klappen kann: https://www.still-lexikon.de/zu-wenig-milch/ Lieben Gruß, Kristina


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