isa.eld.89
Hallo, meine Tochter ist 2 Jahre alt und das Ende des Stillens ist einfach nicht in Sicht. Sie will tagsüber wirklich sehr oft an die Brust, bleibt max 2 min dran und macht was anderes kommt dann aber nach kurzer Zeit wieder und das wiederholt sich gut 5 mal. Diese Art von stilllen kommt alle 4 std vor. Manchmal öfter aber an guten Tagen auch in längeren Abständen z B 5 Std. Nachts, wenn es ihr wirklich gut geht, ist es nicht so oft und ich kann sie auch schnell ab machen. Wie kann ich sie denn nun abstillen. Wir haben ja kaum noch Regelmäßigkeit drin. Ich versuche viel mit ihr zu unternehmen, weil sie weiß das wir normalerweise nicht draußen stillen. Sobald sie nach der Brust verlangt gehen wir nach Hause. Ich versuche es auch, wann immer sie nach der Brust verlangt, es hinauszuziehen, das funktioniert aber nicht immer. Auch die Methode, die sie hier immer wieder mit dem Wecker ansprechen funktioniert bei uns nicht. Also bitte sagen Sie mir was ich machen soll. Ich mag und kann nicht mehr. Es zerrt sehr an den Nerven momentan und ich bin einfach nur noch genervt. Habe auch schon versucht ihr zu sagen, dass sie doch schon groß ist und das gar nicht mehr braucht und dann sagt sie ok, kommt aber nach kurzer Zeit wieder und verlangt die Brust. Ich mag wirklich bis max Ende des Jahres abgestillt haben. Danke für Ihre Hilfe LG
Liebe isa.eld.89, Ihre Tochter spürt, dass Sie sich ihr entziehen wollen und das macht sie unsicher, so dass sie noch mehr "klammert", noch stärker Ihre Nähe und die Geborgenheit an der Brust sucht. Das Abstillen jetzt mit aller Macht "durchziehen" zu wollen, wird viel Kraft und Tränen bei allen Beteiligten fordern. Vielleicht können Sie sich noch ein wenig gedulden und erst einmal wieder etwas Ruhe einkehren lassen. Ein paar Tage keinerlei Versuche mit dem Abstillen und einfach nur Stillen nach Bedarf und das Anbieten von Beikost auf der einen Seite und viel Erholung und Entspannung für Sie selbst auf der anderen Seite. Lassen Sie den Stress so gut es geht beiseite und unternehmen Sie etwas, was für Sie, Ihren Partner und Ihr Kind angenehm ist. Ob dies nun ein Ausflug in ein Thermalbad, ein paar gemütliche Stunden auf dem Sofa oder vielleicht auch ein gemeinsamer Ausflug von Vater und Tochter während Sie sich etwas ganz alleine für sich tun ist, können nur Sie wissen. Sobald sich dann die Situation etwas entspannt hat und wenn Sie für sich ehrlich alles Für und Wider des Abstillens abgewogen haben und sich nun sicher sind, dass Sie abstillen wollen (oder vielleicht eben doch nicht: ), überlegen Sie, wie Sie das Abstillen angehen werden. Ihr Kind spürt jetzt Ihren Zwiespalt und da es sich nicht hinsetzen und sagen kann "Mama, ich spüre, dass Du dir nicht sicher bist, was jetzt das Richtige ist, deshalb werde ich dir jetzt bei deiner Entscheidungsfindung helfen" reagiert es auf Ihre Zweifel mit Unruhe, Weinen und Verunsicherung. Es hat keine anderen Ausdrucksmöglichkeiten als Weinen und (vermehrte) Anhänglichkeit. Babys sind für "geordnete Verhältnisse", Unsicherheit und Zweifel bringen sie aus dem Gleichgewicht. Wichtig ist, dass Sie sich Klarheit verschaffen und dann zu Ihrer Entscheidung stehen ganz gleich wie diese ausfällt. Wenn Sie sich Ihrer Entscheidung sicher sind, wird es Euch beiden besser gehen. Fällt die Entscheidung von Ihrer Seite für das Abstillen, dann wird Ihr Kind fühlen "Jetzt hat Mama keinen Zweifel mehr" und wird sich auch abstillen lassen, sicher nicht ganz ohne Wehmut, aber ohne riesige Verzweiflung. Fällt Ihre Entscheidung für das Weiterstillen, bedeutet dies keineswegs zwingend, dass Ihr Kind noch jahrelang gestillt werden will, im Gegenteil: es kann sein, dass Ihr Kind sich dann sehr bald von selbst abstillt, eben weil es auch dann nicht mehr mit einem Zwiespalt leben muss. Einen seelischen Knacks brauchen Sie nicht zu befürchten, Sie sind bei Ihrem Kind und spenden ihm Trost und zeigen ihm Ihre Liebe. Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein wenig weiter helfen und ich wünsche Ihnen, dass Sie sich bald wohler fühlen! LLLiebe Grüße, Biggi
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