Lucilin
Liebe Stillberaterinnen, erstmal danke, dass Ihr hier immer so viele Fragen beantwortet, das ist echt toll! Hier kommt meine: Mein Sohn ist 9,5 Monate alt. Seit ungefähr 3 Monaten isst er Beikost - und das sehr gerne, ob Brei oder Fingerfood, alles Essbare fasziniert ihn und schmeckt ihm. Umso lieber und umso häufiger trinkt er nachts an der Brust. Bis zu einmal stündlich wird er wach, sobald er im Bett ist (ca 19:30Uhr) und will stillen. Soweit so gut, habe ich auch gerne gemacht, da er dann immer gut weitergeschlafen hat. Auch das Einschlafen abends war easy mit Einschlafstillen. Aber genau das - und auch das weitere Stillen in der Nacht - klappt nun nicht mehr. Er ist wahnsinnig unruhig, sobald er angedockt ist, dockt an und ab (und beißt dabei mit den Kauleisten zu, was sehr unangenehm ist), kneift in die Brust, reißt an meinen Kleidern, Haaren, wälzt sich hin und her. Will aber immer wieder an die Brust, wenn ich aufhöre zu stillen, protestiert er vehement. Anfangs war das immer nur tagsüber beim Stillen so, aber mittlerweile ist es eben auch abends und teilweise auch in der Nacht, so dass wir nun beide sehr schlecht schlafen. Außerdem ist dieser "Ringkampf" einfach gar nicht mehr schön und kuschelig, sondern einfach nur unangenehm und nervig. Was kann das sein? Und wie kann ich das wieder ändern, so dass es ist wie vorher? Habt Ihr einen Tipp? So möchte ich das nicht mehr und denke ans Abstillen (obwohl ich mir doch so gerne Zeit lassen wollte mit dem Stillen). Allerdings anders als mit Brust lässt er sich abends und nachts auch gar nicht beruhigen, da schreit er wirklich ganz ganz fürchterlich. Ich wüsste also gar nicht wie ich abstillen sollte momentan... Die Flasche nimmt er zur Zeit auch nicht mehr und Schnuller wollte er noch nie. Viele liebe Grüße, Lucilin.
Liebe Lucilin., das hört sich nach einem Stillstreik an. Du kannst versuchen dein Baby anzulegen, wenn es schon sehr schläfrig oder fast eingeschlafen ist. Viele Babys, die sich weigern, an der Brust zu trinken, wenn sie hellwach sind, tun es im Halbschlaf dann doch. Du kannst ihm die Brust auch immer wieder anbieten, wenn es wach ist, dränge aber nicht. Manche Babys sind eher bereit zu trinken, wenn ihre Mutter umhergeht statt stillzusitzen. Weitere Maßnahmen, die sich bei einem Stillstreik bewährt haben, sind: im Umhergehen stillen, in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, im Halbdunkeln stillen, im Halbschlaf stillen, das Baby mit der Brust spielen lassen, unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, alle künstlichen Sauger vermeiden, das Baby massieren, viel Körperkontakt (Haut auf Haut), und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. Dein Baby KANN lernen , nicht zu beißen! Babys können nicht GLEICHZEITIG an der Brust trinken und zubeißen. Aber sie können aufhören zu saugen und dann beißen. Wenn dein Kleiner dich beim Stillen beißt, kannst Du ihm durchaus vermitteln, dass dir das weh tut. Ein Baby verbindet das Gefühl der Beruhigung und der Sicherheit ebenso wie das Stillen des Hungers mit seiner Mutter. Es versteht nicht, dass es der Mutter Schmerzen verursacht, wenn es seine Zähne auf ihre Brustwarze drückt. Babys beißen nicht aus Boshaftigkeit. Sobald dein Baby zubeißt, reiß es bitte nicht von der Brust weg, sondern ziehe es nahe an dich heran. Wenn Du es nahe an dich heranziehst, muss es los lassen, weil es sonst nicht mehr atmen kann. Es ist besser für deine Brust, wenn das Baby loslässt, als wenn Du es von der Brust wegreißt. Auch wäre es sinnvoll, wenn Du Dich an eine Kollegin vor Ort wenden könntest, die Euch sieht und so sehr viel gezielter helfen kann. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Herzliche Grüße Biggi
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