Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Einschlafstillen abgewöhnen, hart bleiben?

Frage: Einschlafstillen abgewöhnen, hart bleiben?

Nele91

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Liebes Stillteam! Meine Kleine ist jetzt 8 1/2 Monate alt, seit der Geburt halten wir am Einschlafstillen fest. Es hat für mich auch lange Zeit gut gepasst und ich hab es genossen. Jetzt ist allerdings der Zeitpunkt gekommen an dem ich nicht mehr ihr lebendiger Schnuller sein möchte (normale Schnuller hat sie von Anfang an verweigert). Da sie sehr oft aufwacht, auch schon bevor wir zu Bett gehen, und sich dass Nuckeln oft ewig hinzieht hätte ich gerne dass sie auch ohne einschläft. Oft klappts schon mit Tragen wenn sie Abends nochmal aufwacht, nur zum Hinlegen will sie unbedingt an der Brust einschlafen. Ich habe das gestern zum ersten mal durchgezogen, nach dem Abendbrei noch etwas zu trinken und dann ab ins Bett. Hingelegt, vorgesungen, nachdem sie quengelig wurde auf den Arm genommen, wieder hingelegt, jedes mal wenn sie aufgestanden ist wieder auf den Arm genommen, usw.. Sie hat zum Schluss natürlich lautstark geweint, ist aber schließlich eingeschlafen. Heute Vormittag ist sie beim Stillen schon fast eingeschlafen, als sie fertig war hab ich sie sofort gelöst, ins Bett gelegt und sie hat wunderbar geschlafen. Heute am frühen Nachmittag wieder das Selbe wie gestern Abend, aber.. ..sie hat sich so in Rage geschrien wie ich es noch nie erlebt habe!! Es hat lange gedauert bis sie eingeschlafen ist. Ich bleibe natürlich bei ihr, streichle sie, wiege sie in meinem Arm, rede ihr gut zu usw...es hat mir heute das Herz zerrissen aber nachgeben wollte ich nach der halben Tortur auch nicht mehr. Soll ich, wenn sie sich so in Rage schreit, hart bleiben, oder dann ab einem gewissen Punkt nachgeben, schade ich ihr damit, oder ihrem Urvertrauen? Ich begleite sie gerne beim einschlafen, nur will ich wirklich nicht mehr ihr Dauernuckler sein Das zieht sich teilweise doch auch durch die halbe Nacht wenn sie mal Bauchweh hat oder wieder ein Zahn kommt. Auch würde ich gerne mal das Fläschchen geben und nur noch nachts stillen, wenn sie auch wirklich Hunger hat. Unterwegs schläft sie ja auch meistens ohne großen Protest ein. Ich hoffe auf euren Rat und bin dankbar für jeden Tipp. (Und sorry für den Roman ) Liebe Grüße!! Nele


Biggi Welter

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Liebe Nele, die Fähigkeit längere Zeit am Stück schlafen zu können, hängt von der Reife des Kindes ab. Einige Kinder sind dazu früher in der Lage, andere später (genau wie beim Krabbeln, Laufen, Sprechen usw. auch). Mit den zur Zeit sehr verbreiteten Schlaftrainingsprogrammen ist es in manchen Fällen zwar möglich ein bestimmtes Schlafverhalten anzudressieren, aber es ist nicht wirklich geklärt, ob diese Programme langfristig unschädlich sind. Ohnehin wird von dem ursprünglichen „Erfinder“ Prof. Ferber davon abgeraten, sein Schlaftrainingsprogramm vor dem ersten Geburtstag anzuwenden, weil, wie er selbst in einem Interview gesagt hat „gemäß seinem Verständnis der medizinischen und wissenschaftlichen Forschung eine Anwendung seiner Methode bei Kindern, die jünger als 12 Monate sind, mit allen möglichen Problemen verbunden ist“. Bei vielen Kindern funktionieren diese Schlaftrainingsprogramme auch nicht oder nur vorübergehend und anschließend sind die Schlafprobleme noch größer. Jedes Kind ist eine eigene Persönlichkeit und braucht daher seine eigene Form, wie die Eltern/Mutter mit ihm umgehen, Patentrezepte nach dem Motto „jedes Kind kann“ gibt es nicht. Sehr empfehlenswert ist von Sibylle Lüpold das Buch: "Ich will bei euch schlafen - Ruhige Nächte für Eltern und Kinder." Von ihr ist auch die Broschüre "Kinder brauchen uns auch nachts", in der 20 namhafte Experten wie Dr. William Sears, Prof. Dr. Gerald Hüther und Prof. Dr. Remo Largo gute Argumente liefern , weshalb von der Anwendung eines Schlaftrainings, wie zum Beispiel der Ferber-Methode, abzuraten ist. http://www.fuerkinder.org/files/broschre_kinder_brauchen_uns_auch_nachts_de.pdf LLLiebe Grüße Biggi


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