Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Einschlafen beim Stillen - wie kann man das abgewöhnen?

Biggi Welter

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Stillberaterin der La Leche Liga Deutschland e.V.

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Frage: Einschlafen beim Stillen - wie kann man das abgewöhnen?

Mitglied inaktiv

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Hallo! Meine 8,5 Monate alte Tochter schläft nur beim Stillen (im Bett) oder im Kinderwagen ein. Grundsätzlich ist das auch kein Problem für mich, nur möchte ich halt auch ab und zu ausgehen, und da wäre es schon toll, wenn sie auch bei ihrem Papa einschlafen könnte. Außerdem gehe ich nun an einem Nachmittag in der Woche wieder arbeiten, wo meine Kleine bei meiner Mutter ist. Da sie ja schon Beikost bekommt, hält sie schon sechs Stunden ohne Stillen durch. Da das Wetter bei uns bis jetzt immer halbwegs schön war, konnte meine Mutter immer spazieren gehen, und dabei ist die Kleine dann eingeschlafen. Ich möchte aber lieber nicht daran denken, wie es ist, wenn sie nicht spazieren gehen können. Hast du da vielleicht einen Tipp für mich, wie wir das schaffen, dass sie auch bei wem anderen (ohne Stillen! *g*) einschläft? Nun habe ich auch noch eine zweite Frage: ich habe schon des öfteren gelesen, dass Babys immer einen „Sicherheitscheck“ machen, wenn sie schlafen – ob eh noch alle so ist wie beim Einschlafen. Da ja meine Tochter beim Stillen einschläft und ich dann aufstehe und aus dem Zimmer gehe, ist dann die Situation bei dem „Sicherheitscheck“ natürlich verändert. Sie schläft tagsüber meistens nur 30 Minuten. Liegt das vielleicht daran? Ich habe es (am Abend) schon öfter mit einem Fläschchen probiert – mit verschiedenen Saugern und verschiedenen Babynahrungen. Tagsüber trinkt sie problemlos ihren Fencheltee aus einer Schnabelflasche mit Henkeln (weicher Sauger). Wie bekomme ich sie dazu, ein Fläschchen zu trinken? Ich möchte sie aber nicht dazu quälen, da ich ja auch noch gerne weiterstillen möchte. Vielen Dank für deine Antwort und Tipps! Liebe Grüße Claudia


Biggi Welter

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? Liebe Claudia, die Theorie, dass Babys nachts aufwachen und nicht wieder einschlafen, weil sie nach einem „Sicherheitscheck“ feststellen, dass die Situation nicht mehr die gleiche ist, wie beim ersten Einschlafen ist nicht bewiesen. Dagegen spricht übrigens, dass auch Babys, die nach diesem Muster zu Bett gebracht werden, dass immer „alles gleich“ ist und dies dann auch in der Nacht sein soll, nicht selten aufwachen und NICHT wieder alleine in den Schlaf finden. Das Problem liegt darin, dass es normal ist, dass Babys und Kleinkinder nachts aufwachen und dass sie Nähe brauchen, viele Menschen diese Tatsache aber einfach nicht akzeptieren wollen, weil es für die Eltern anstrengend ist, nichts nur am Tag, sondern auch in der Nacht für die Kinder da zu sein. Deshalb werden Theorien und Programme entwickelt, um das natürliche Verhalten von Babys zu verändern. Ob das wirklich zum Wohl der Kinder ist, darüber lässt sich diskutieren. Warum soll deine Tochter am Abend eine Flasche trinken? Was erhoffst Du dir davon? Es gibt Kinder, die Flaschen einfach nicht mögen und es ist möglich, ein Kind ohne jede Flasche groß zu bekommen. Trinken kann deine Kleine auch aus einem Becher und ich verstehe nicht so ganz, warum Du sie jetzt noch an die Flasche gewöhnen magst, wenn Du gleichzeitig schreibst, dass Du weiter stillen willst. Falls Du dir davon erhoffst, dass es mit einer Flasche für eine andere Person leichter sei, sie in den Schlaf zu begleiten, dann ist das erstens nicht sicher, dass es funktionieren wird und zweitens gibt es auch noch ganz andere Möglichkeiten, ein Kind in den Schlaf zu begleiten. Unsere Kinder können sehr wohl unterscheiden, ob sie bei Mama sind oder bei einer anderen Person und können so auch unterschiedliche Einschlafgewohnheiten je nach Umgebung haben. Ein liebevolle Vater oder eine Großmutter oder Tagesmutter wird Lösungen finden. Gerade Väter sind nach meiner Erfahrung sogar recht kreativ, wenn die Mütter sie lassen:-). Möglichkeiten sind Tragen, gemeinsames Hinlegen, feste Rituale (die durchaus nur für die Situationen gelten können, in denen die Mutter nicht da ist), wie z.B. erst ein Bad, dann kuscheln und vorlesen usw. Kurze Tagesschläfchen sind für viele Kinder normal. Nicht jedes Kind schläft mit acht Monaten noch zwei Mal täglich zwei Stunden. Wenn Du gerne liest und ein Buch lesen möchtest, das sich mit dem Thema Schlaf auseinandersetzt und dessen Autor beim Thema Schlaf auch Achtung vor dem Baby zeigt und dessen Bedürfnisse ernst nimmt, kann ich dir wärmstens `Schlafen und Wachen - ein Elternbuch für KindernächteA von Dr. William Sears empfehlen, das Du im Buchhandel, bei der La Leche Liga und jeder LLL-Stillberaterin bekommen kannst. LLLiebe Grüße Biggi


Mitglied inaktiv

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hallo, ich hab den tipp, dass du nicht im zimmer stillst, sondern noch heraußen im hellen. dann legst du sie mit offenen augen nach einem lieben ritual ins bettchen. anfgangs wird ihr das vielleicht nicht gefallen, aber da liegt es an dir, ob du einige tage das durchhälst immer wieder ins zimmer zu gehen, sie trösten, ... oder die andere variante mit stillen ...


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