Julchen_03
Hallo, ich brauche dringend nochmal ihre Hilfe. Ich bin in der 6. SSW und stille meine 11 Monate alte Tochter noch zum Einschlafen und nachts. Leider kommt sie seit über einer Woche nachts wieder sehr oft und ist auch nach anderthalb Stunden dauernuckeln noch nicht zufrieden. Ich habe auch das Gefühl dass nachts kaum noch Milch kommt. Dazu kommen zunehmend Schmerzen in den Brustwarzen und vorletzte Nacht auch Menstruationsartige Schmerzen im Unterbauch nach anderthalb Stunden Dauerstillen. Also habe ich schweren Herzens beschlossen sie nachts abzustillen und nur noch zum Einschlafen und in der Früh (gegen 7h) zu stillen und dieses Dauernuckeln nicht mehr zuzulassen. Ich habe sie dann die beiden letzten Nächte zwei Stunden lang getragen, bis sie dann irgendwann wirklich friedlich eingeschlafen ist auf meinem Arm. Leider trinkt sie keine Säuglingsmilch, Tee hat sie getrunken (nach dem langen Stillen vorletze Nacht noch 150 ml, letzte Nacht weniger obwohl ich da zwischen Schlafen gehen und 7h nicht gestillt habe). In meiner Not (Kind hat vermutlich Hunger, keine Milch mehr bzw. starke Schmerzen beim Stillen) habe ich ihr jeweils eine Banane angeboten, die sie auch gierig gegessen hat. Aber das ist natürlich auch keine Dauerlösung. Sie tut mir so leid, sie kann es doch nicht verstehen, 11 Monaten lang hat sie immer Milch bekommen sobald sie nachts geweint hat und nun soll sie sich mit Tee und rumtragen zufrieden geben. Sie wirkt wütend dabei, macht sich immer wieder steif, überstreckt sich und schreit (aber nur ganz kurz, lässt sich dann gut wieder beruhigen). Ich habe so ein schlechtes Gewissen auch wenn ich sie natürlich nie alleine lasse oder schreien lassen würde. Ich überlege es nun doch wieder abzubrechen und doch wieder die halbe Nacht mit Stillen zu verbringen, aber gerade diese starken Schmerzen im Unterbauch nach dem langen Dauerstillen beunruhigen mich sehr. Auch fühle ich mich dabei so unwohl, das in den Schlaf und morgens stillen ist deutlich kürzer und es kommt auch mehr Milch dabei. Das kann ich besser irgendwie. Aber jetzt ist sie schon zwei Nächte auf meinem Arm beim Tragen irgendwann eingeschlafen, wenn ich es jetzt wieder abbreche wird sicher jeder weitere Versuch noch schlimmer. Aber ich habe so Angst, dass sie sich vielleicht zurückgesetzt oder sogar nicht mehr geliebt fühlt.. Was ist ihr Rat in dieser Situation? Mein Frauenarzt ist keine große Hilfe und sagt nur sie würde sich irgendwann alleine abstillen... Vielen Dank!! Julchen
Liebe Julchen, lass dich erst einmal virtuell in den Arm nehmen, es tut mir so leid, dass es dir so schlecht geht. Die Zeit jetzt IST schwer für Euch beide, aber Ihr werdet das schaffen! Wenn Du solche Schmerzen hast, ist es wahrscheinlich tatsächlich sinnvoller, auf das Dauerstillen zu verzichten, es kann auch gut sein, dass die Milchmenge sich durch die Schwangerschaft tatsächlich drastisch verringert hat. Eine Möglichkeit ist es, dass statt dir, dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich jedes Mal deinem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Du kannst dein Kind ja in der ersten Zeit zuerst ganz kurz stillen und dann deinem Partner übergeben. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, dein Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, deine Kleine spürt, dass Du ihr zwar die Brust entziehst, nicht aber deine Liebe. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen. Du kannst mit ihr singen, mit ihr spielen, ihr ruhig eine Banane anbieten, wichtig ist, dass Du deinem Kind Sicherheit gibst und klar und ruhig reagierst. Dein Kind spürt deine Zweifel und deine Angst und reagiert darauf, deshalb ist es wirklich wichtig, dass Du ihm zeigst, dass alles in Ordnung ist. Kopf hoch, das werden ein paar harte Nächte werden, aber sie gehen vorbei! Schreibst Du mir die Tage bitte noch einmal, wie es Euch dann geht? Ich würde mich arg darüber freuen. LLLiebe Grüße Biggi
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