Mitglied inaktiv
Tagsüber muss ich meinen 5 1/2 Monaten alten Sohn mit schnuller austricksen das er an der Brust trinkt.Hört sich komisch an ich weiss. Wenn ich ihn normal anlegen will biegt er sich nach hinten und schimpft.Oder sobald er seinen Bruder nur hört (2 1/2 )ist es vorbei mit der Brust , obwohl er Hunger haben müsste.Gebe ich ihm den schnuller,kuschelt er dann ziehe ich den Nucki raus und er "dockt" an und trinkt.Nachts trinkt er wunderbar. Allerdings muss ich sagen das ich einen starken Milchspendereflex habe und sich Tim oft verschluckt. Bin dankbar für eine Erklärung.Ist auch erst seit 1 Woche so.
? Liebe Daniela, auf Anhieb fallen mir zwei mögliche Ursachen ein, die auch miteinander verknüpft sein könnten. Zum einen ist dein Sohn in einem Alter, in dem sehr viele Stillkinder überaus leicht ablenkbar sind und oft wirklich ALLES wichtiger ist, als das Trinken an der Brust. Dafür spricht auch, dass es nachts deutlich besser geht, denn nachts ist es meist dunkel und viel weniger interessant in der Umgebung. Hier hilft, außer abwarten, dass die Phase vorübergeht, sich zum Stillen in eine ruhige, ablenkungsarme und eventuell auch abgedunkelte Umgebung zurückzuziehen. Mit einem weiteren Kleinkind ist das allerdings nicht immer so einfach durchführbar. Unter Umständen kannst Du bei manchen Stillzeiten deinen „Großen" mit etwas beschäftigen, was eher leise ist. Der starke Milchspendereflex ist die zweite Sache. Bei einem sehr starken Milchspendereflex hat es sich bewährt, das Baby von der Brust zu nehmen sobald die Milch zu fließen beginnt (leg Dir eine Windel zum Auffangen der Milch hin und vergiss nicht den Saugschluss zu lösen) und erst nach ein bis zwei Minuten weiter zu stillen, wenn der Milchfluss etwas nachlässt. Eine weitere Möglichkeit ist das „Berg-auf-Stillen". Dazu hältst Du Dein Baby so, dass sein Kopf, Nacken und Hals höher liegen als Deine Brustwarze. Beim Stillen mit dem Rückengriff lehnst Du Dich dabei nach hinten, beim Wiegengriff stützt Du Dein Baby von unten mit zwei Kissen in Deinem Schoß und lehnst Dich, möglichst in einem bequemen Sessel sitzend, zurück. Weitere Möglichkeiten einem starken Milchspendereflex zu begegnen sind: - erhöhe die Häufigkeit der Stillmahlzeiten. Dadurch verringert sich die Menge der gestauten Milch in den Milchseen und damit die Milchmenge, die während des Milchspendereflexes freigegeben wird. Wenn Du die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten vergrößerst , verschlimmert sich das Problem noch weiter. - biete nur eine Brust pro Mahlzeit an. Diese Vorgehensweise kann durchaus hilfreich sein, obwohl es nicht zu dem passt, was üblicherweise gesagt wird. Aber das Ziel ist es die Brust weniger zu stimulieren. Wenn dein Baby quengelt und oft trinken möchte, kann es nötig sein, dass Du ihm mehrere Male diesselbe Brust über einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden anbietest, bevor Du die Seite wechselst. Wenn sich die zweite Brust zwischendrin zu voll anfühlt oder spannt, solltest Du gerade soviel Milch ausstreichen, dass Du dich wohlfühlst, um die Milchproduktion nicht zu sehr anzuregen. - stille dein Baby wenn es gerade wach geworden ist. Es wird dann eventuell nicht so stark saugen, wie wenn es richtig wach und hungrig ist. Wenn das Baby weniger intensiv saugt, ist häufig auch der Milchspendereflex weniger stark. - versuche verschiedene Stillpositionen (auch das oben beschriebene Berg-auf-Stillen) Eventuell kann dein Baby auch schon an deiner Brust trinken während es auf deinem Bauch liegt. So könntest Du dann im Liegen stillen und das Baby anschließend auf deinem Bauch einschlafen lassen.) - lass das Baby oft aufstoßen. - vermeide den Gebrauch von künstlichen Saugern und Schnuller. Mit dem Schnuller lässt sich ein Baby vielleicht hinhalten, aber es bleibt hungrig. Die Milch wird dann um so mehr mit Macht herausschießen, vor allem je mehr das ausgehungerte Baby kräftig saugen wird Besonders unruhige Babys, die sich an der Brust steif machen und nach hinten überstrecken, können auch gebündelt werden. Beim Bündeln wickelst Du dein Baby gut in eine Decke ein, so dass seine Schultern nach vorne geneigt und die Arme unterhalb der Brust gekreuzt sind. So kann es den Kopf nicht zurückwerfen. Bei manchen Babys bewährt es sich, wenn die Decke unten offen bleibt, so dass die Füße frei bleiben. Wenn Du dein Kind auf diese Weise eingepackt hast, sieht es wie ein „C" aus, mit dem Kinn auf der Brust und angezogenen Beinchen. Häufig reicht diese Maßnahme aus, das Baby zu beruhigen und es trinkt dann besser an der Brust. Manche Babys brauchen Halt im wahrsten Sinne des Wortes um weniger zappelig zu sein. Vielleicht versuchst Du es ja einmal mit dem Bündeln und den anderen genannten Tipps. LLLiebe Grüße Biggi
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