Mitglied inaktiv
Liebe Kristina, vielen Dank für deine Ausführungen zum Thema Beikost vor einigen Tagen, haben mir sehr geholfen. Nun hat sich eine neue Frage aufgetan: Mein Sohn hat mich in letzter Zeit schon einige Male beim Stillen gezwickt (hat schon zwei Zähnchen). Ich habe vor ca. 2 1/2 Wochen angefangen mit Beikost, hat es damit zu tun? Mir scheint, als ob er es immer dann macht, wenn der Hunger nicht ganz so doll groß ist, weshalb ich ihn die letzten beiden Tage immer VOR dem Mittagsgläschen gestillt habe (obwohl man es ja anders herum machen soll). Das sind wirklich fiese Schmerzen, eine Brustwarze hat sich noch gar nicht ganz erholt, obwohl es heute wieder ganz gut ging. Bisher hat das Stillen prima geklappt. Noch eine Frage: Ich habe ihm in der ersten Woche Karotte pur, in der zweiten Woche Pastinake pur gegeben. Nun seit zwei Tagen Kürbis, wie ich dachte auch pur, und nun sehe ich heute, dass in dem Gläschen auch Reismehl enthalten ist. Dabei sollte doch Kartoffel die erste Stärke sein, die er bekommt? Die Reismehl-Info stand im Kleingedruckten, ich war der festen Überzeugung, dass der Kürbis pur ist. Nun meine Frage: Soll ich ab morgen Karotte + Karotte geben oder die Kürbis-Woche voll machen? In unserer Familie sind Allergien stark vertreten, deshalb meine Sorge, hier was falsch zu machen. Danke und Grüße
Kristina Wrede
Liebe Memen, ein Baby beißt nicht aus böser Absicht, sondern meist (zumindest beim ersten Mal) aus Versehen. Manche Kinder stellen allerdings mit großem Interesse fest, dass die Mama sehr interessante Töne von sich gibt, wenn sie gebissen haben und wollen ausprobieren, ob sie diese Reaktion nochmals hervorrufen können. Sobald dein Baby zubeißt, reiß es bitte nicht von der Brust weg, sondern ziehe es nahe an dich heran. Wenn Du es nahe an dich heranziehst, muss es los lassen, weil es sonst nicht mehr atmen kann. Es ist besser für deine Brust, wenn das Baby loslässt, als wenn Du es von der Brust wegreißt. Kleine Babys verstehen schon mehr als allgemein angenommen. Es gibt einige Tipps, wie man einem „bissigen" Baby das Beißen an der Brust abgewöhnen kann: das Baby ohne großes Aufheben von der Brust nehmen, damit es nicht versucht ist zu probieren, ob es die Mutter nochmals zusammenzucken lassen kann. etwas Angemessenes zum Beißen anbieten. Sobald es zu einem Biss oder einem Beinahe Biss kommt, bietest Du dem Baby einen Beißring oder ein Spielzeug an, damit es weiß, wo es seine Zähne einsetzen darf. das Baby schnell auf den Boden legen. Einige Mütter wollen auf das Beißen strenger reagieren. Nach ein paar Schrecksekunden für das Baby, die dem Ablegen folgen, sollte es beruhigt werden und die Rückmeldung bekommen, dass Beißen unangenehme Folgen hat. einen Finger in die Nähe des Mundes des Babys legen, um den Saugschluss schnell zu unterbrechen, wenn es seinen Kopf dreht. Manche Babys lieben es, die Brustwarze nicht loszulassen, wenn sie abgelenkt werden und ihren Kopf drehen. Dies kann verhindert werden, wenn die Mutter einen Finger bereit hält, um den Saugschluss zu unterbrechen. Es wird nicht lange dauern, bis das Baby gelernt hat, dass sich wegdrehen bedeutet, die Brustwarze zu verlieren. - mit dem Baby reden und ihm erklären, dass Du das Beißen nicht lustig findest (klingt vielleicht noch verfrüht bei einem Baby, aber es funktioniert vielfach tatsächlich). Um die Heilung der verletzten Brustwarze zu beschleunigen haben sich die folgenden Vorgehensweisen bewährt: • vor dem Stillen etwas Milch ausstreichen, um den Milchspendereflex auszulösen, bevor das Baby an die Brust anlegt wird. • an der weniger wunden Seite (so es eine gibt) zuerst anlegen • nach dem Stillen etwas Muttermilch ausstreichen und auf den Brustwarzen trocknen lassen (dies wird nicht empfohlen, wenn das Wundsein durch eine Soorinfektion verursacht wird, da Soor auf Milch gute Wachstumsbedingungen findet). • ausreichend hochgereinigtes Lanolin (unter den Handelsnamen Lansinoh, Purelan oder Lanosin erhältlich) auf die Brustwarze auftragen, um sie zwischen den Stillmahlzeiten feucht zu halten (aber nicht zu viel Lanolin verwenden, sonst wird die Brustwarze glitschig und das Baby kann beim Stillen abrutschen). Es hat sich herausgestellt, dass dadurch der Heilungsprozess bei wunden, offenen und blutenden Brustwarzen beschleunigt wird, wenn diese durch schlechte Stillhaltung, falsche Anlegetechnik oder Saugprobleme entstanden sind. • zwischen den Stillmahlzeiten Brustwarzenschoner mit großen Öffnungen und Löchern zur Luftzirkulation im Büstenhalter tragen, um die Brustwarzen zu schützen. Es können auch mehrere Einmalstilleinlagen aufeinandergeschichtet und in der Mitte ein Loch, das als Aussparung für die Brustwarze dient, hineingeschnitten werden. Nun zur Beikost. Bereits eingeführte Nahrungsmittel, die gut vertragen werden, können miteinander vermischt werden. Du kannst jetzt also Kürbis, Karotte, Pastinake und Reis geben. Eine Woche später kannst Du dann mit Kartoffeln beginnen. Lieben Gruß, Kristina
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