Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Betreff: MM einfrieren und zufüttern!

Frage: Betreff: MM einfrieren und zufüttern!

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Ich pumpe seit der Entbindung ab, weil ich mit dem Anlegen etc. nicht so recht klar gekommen bin. Da ich recht oft zuviel Milch "über" habe, friere ich schon ab und zu Milch ein, falls irgendwann mal der Milchfluss nachlässt. Meine Tochter ist jetzt 9 Wochen und ich habe mir vorgenommen sie bis ende 4. Monat voll zu "stillen". Wielange kann ich die MM maximal einfrieren? Ist die Milch dann auch wirkich noch reichhaltig an Vitaminen etc:? Ich mach mir da so meine Gedanken. Nicht das die ganze Aktion umsonst ist!??? Habe außerdem noch folgende Fragen: 1.) Ab wann kann man oder darf man frühestens zufüttern? 2.) Muss man dann ab 5. Monat automatisch zufüttern, oder kann das auch früher oder später kommen? LG Nicole


Biggi Welter

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? Liebe Nicole, es ist ganz eindeutig, dass abgepumpte Muttermilch der eigenen Mutter die zweitbeste Wahl nach dem Stillen direkt an der Brust ist. Der Aufwand lohnt sich also in jedem Fall! Bei einem reif geborenen und gesunden Baby gelten die folgenden Zeitangaben zur Aufbewahrung von Muttermilch: Bei Raumtemperatur Reife Muttermilch • 24 Stunden bei 15 ° C (Hamosh 1996) • 10 Stunden bei 19 bis 22 ° C (Barger und Bull 1987) • 4 bis 6 Stunden bei 25 ° C (Hamosh 1996, Pittard 1985) Im Kühlschrank Reife Muttermilch • 8 Tage bei 0 bis 4 ° C (Pardou 1994) Im Tiefkühlgerät • 2 Wochen in einem Tiefkühlabteil in einem Kühlschrank • 3 bis 4 Monate in einem Tiefkühlabteil eines Kühlschranks mit eigenständiger Kühlung (unterschiedliche Temperatur, weil die Tür häufig geöffnet und geschlossen wird) • 6 Monate und länger in einem separaten Tiefkühlgerät bei konstant - 19 ° C. (Quelle: The Breastfeeding Answer Book Ausgabe 1997) Obwohl die Muttermilch deutlich länger als 24 Stunden im Kühlschrank aufbewahrt werden kann, ist es sinnvoll die Milch nach spätestens 24 Stunden einzufrieren, wenn sie länger aufbewahrt werden und ohnehin eingefroren werden sollte. Für den Beginn der Beikost sollte immer das Kind und nicht nur der Kalender angeschaut werden. Ob dein Kind bereit für Beikost ist, erkennst Du an den folgenden Anzeichen: • es ist in der Lage alleine aufrecht zu sitzen, • der Zungenstoßreflex, durch den das Baby feste Nahrung automatisch wieder aus dem Mund herausschiebt, hat sich abgeschwächt, • es zeigt Bereitschaft zum Kauen, • es kann selbstständig Nahrung aufnehmen und in den Mund stecken, • es zeigt ein gesteigertes Stillbedürfnis, das sich nicht mit einer Erkrankung, dem Zahnen oder einer Veränderung in seiner Umgebung oder in seinem Tagesablauf in Verbindung bringen läßt. Dies ist bei einem gesunden, voll ausgetragenen Baby etwa mit sechs Monaten der Fall, bei wenigen Kindern früher, bei gar nicht so wenigen später. Ehe diese Zeichen nicht zu erkennen sind, sollte noch keine Beikost eingeführt werden. Eine zu frühe Einführung der Beikost ist nicht sinnvoll, da dadurch der Organismus des Kindes überfordert werden kann, vor allen der Darm und die Nieren des Kindes können überlastet werden und außerdem erhöht eine zu frühe Einführung der Beikost das Allergierisiko. Dass ein Kind ab dem fünften Monat Beikost bekommen soll, ist Wunschdenken der Industrie, die ihre Ware verkaufen will. Die Empfehlung von unabhängigen Organisationen, wie zum Beispiel der WHO lauten eindeutig „ausschließliches Stillen (bzw. Muttermilchersatzprodukt) bis das Kind ein halbes Jahr alt ist". Falls Du dir doch noch überlegen magst, dein Kind an der Brust zu stillen (ist ja viel weniger Aufwand), suche ich dir gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus, die dich dabei unterstützen kann, dein Kind an die Brust zu bringen. LLLiebe Grüße Biggi


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