Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Baby sucht oft die Brust

Frage: Baby sucht oft die Brust

Sunny Bee

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Hallo, Ich hab zwei Frage: 1. Meine Tochter wird nachts sehr häufig wach bzw sucht sie häufig die Brust. Das läuft in etwa so ab: Sie schläft von 21.00 Uhr bis ca 0.30 Uhr, wobei sie auch noch häufiger mal wach werden kann. Sie erscheint mir sehr unruhig. Dann kommt sie bis 5.40 Uhr oft, diese Nacht 8 Mal. Allerdings scheint sie oft nur die Brust zu suchen. Sie trinkt vielleicht zwei Schluck und schläft weiter... Also ist es offenbar nicht Hunger. Und ich bezweifele auch, dass sie richtig wach wird. Ist das normal? Ist es schlimm, wenn ich ihr dann die Brust gebe? Einen Nickel möchte sie dann häufig nicht... Kann man sie zu sehr an die Brust gewöhnen? Denn die Brust ist ja nicht immer da. 2. Normal schlief meine Tochter am Tag nicht viel. Sie hatte ihre Mahlzeiten mit mal mehr und mal weniger Abstand dazwischen. Nun will sie die Brust gar nicht mehr los lassen. Sie trinkt, schläft ein und schläft dann auch - sofern sie immer mal die Brust hat, wenn sie danach sucht - zwei Stunden. Das ist für sie total untypisch. Sie wirkt aber auch nicht krank. Ist das Verhalten ebenfalls normal?


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Liebe Sunny Bee, nein, es ist überhaupt nicht schlimm... Im Gegenteil: Solange es für dich ok ist, ist es gut :-) hlaf stillst, es sei denn DICH persönlich stört etwas daran. Auch die immer wieder geäußerten Argumente, das Baby würde auf diese Weise verwöhnt oder es würde so nie lernen alleine einzuschlafen bzw. nie wieder aus dem Elternbett ausziehen, sind nicht stichhaltig. Babys in diesem Alter können noch nicht verwöhnt werden und Kinder, die sich den Platz im Elternbett nicht erkämpfen oder ertrotzen mussten, ziehen von selbst aus dem Elternbett aus, sobald sie reif genug dafür sind. Im Gegensatz dazu wollen viele Kinder, die als Babys alleine schlafen mussten noch lange ins Elternbett, weil ihr Bedürfnis (noch) nicht gestillt wurde. Sobald ein Baby die nötige Reife hat, lernt es alleine (ein)zuschlafen und wird auch längere Schlafphasen haben. Dein Kind wird von ganz alleine lernen, alleine einzuschlafen, ohne Druck und ohne Brüllen. Genauso wie Du es beschreibst, machen es Mütter seit Urzeiten mit ihren Babys und es hat noch nie einem Baby geschadet. Seit Jahrtausenden und in unzähligen Kulturen ist es so, dass Mütter ihre Babys in den Schlaf stillen. Das Saugen wirkt beruhigend und nicht umsonst wurden im Laufe der Zeit die verschiedensten Brustattrappen (z.B. Schnuller s.o.) erfunden. Von der Natur ist es nicht vorgesehen, dass ein Baby oder Kleinkind allein ist und alleine einschläft. Nur passt dieses „natürliche" Verhalten des Babys nicht in unsere derzeitige Zeitströmung und damit haben wir ein (von uns selbst produziertes) Problem: Babys wissen nicht, was zur Zeit „Mode" ist und benehmen sich so, wie sie es seit Anbeginn der Menschheit getan haben. Es hat seinen Grund, warum stillende Mütter die besten Einschlafhilfen SIND. Beim Saugen an der Brust findet ein Baby das, was es braucht: Trost, Nahrung, Sicherheit. Es liegt vermutlich an einer gewissen neurologischen Unreife, wenn einige Babys das mehr brauchen als andere, und es "verwächst" sich wirklich von alleine!! Dennoch kannst du natürlich auch "üben", dass sie tagsüber nicht alle 10 Minuten an die Brust muss. Deine Maus kann lernen, dass es auch andere Formen der Nähe und der Beruhigung gibt - intensives Tragen hilft da meist gut :-) Ich vermute, sie macht gerade einen Entwicklungsschub und will deshalb vermehrt stillen. Das ist die häufigste Ursache. Lieben Gruß, Kristina


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