Mami2019!
Hallo liebe Biggi, ich versuche schon länger das Abstillen meines kleinen Sohnes. Er ist zwischenzeitlich 17 Monate alt und ich habe das Gefühl, den perfekten Zeitpunkt verpasst zu haben. Nun fordert er das Stillen regelrecht ein, tags und nachts - so wie es ihm gerade gut erscheint. Wir haben mit 6 Monaten mit der Beikost begonnen und nach und nach die Mahlzeiten eingeführt. Er hat nie richtig viel gegessen und nach einer Mahlzeit auch meist immer noch zusätzlich getrunken. Er kann zwischenzeitlich eigentlich alles essen, isst aber nur das worauf er Lust hat und davon nicht so viel, dass man wirklich satt werden kann. Ich habe schon alles mögliche versucht, aber nichts ist für ihn ein Ersatz für die Muttermilch. Das Essen ist für ihn lediglich ein netter Zusatz. Da er nach der Geburt 10% abgenommen hatte, hat unsere Hebamme anfangs empfohlen ihn nachts alle 2h zu wecken und zu stillen. Dies hat er sich dann so antrainiert. Er hat schon immer alle 2-3 Stunden tags und nachts getrunken und auch jetzt trinkt er noch alle 3 Stunden, manchmal kann man es 4 Stunden hinauszögern, das ist dann schon lange für ihn. Ich habe auch noch nichts gefunden, was er der Muttermilch vorziehen würde, wenn er trinken möchte, lehnt er alles andere ab und macht so lange „Theater“ bis man schlussendlich nachgibt. Ablenkung hilft nur manchmal. Wenn er zahnt oder ihm sonst etwas weh tut, möchte er noch öfters trinken. Ich denke es ist auch oft eine Beruhigung für ihn. Ich wäre schon ganz froh, wenn ich ihn erstmals tagsüber abstillen könnte. Nachts stört es mich nicht, da trinkt er kurz und schläft sofort weiter (ca. 3x/Nacht). Vielleicht haben Sie einen Tipp, wie man in diesem Fall vorgehen kann. Oder ist es ratsamer innerhalb von 2-3 Tagen ihm komplett die Muttermilch zu entziehen? Herzlichen Dank vorab. Mami2019!
Liebe Mami2019! ;-), das hört sich nach einem gewaltigen Machtkampf an, der Deinem Kind nicht gut tut. Es ist Dein gutes Recht, jetzt weniger zu stillen und auch wenn es Deinem Kleinen nicht gefällt, musst Du klar und konsequent bleiben. Ich habe das Gefühl, dass Du Dich Deinem Sohn unterlegen fühlst und nachgibst, weil er die Regeln vorgibt. Genau das ist jedoch falsch. DU bist diejenige, die bestimmt wo's lang geht, Dein Kind ist dazu noch viel zu klein. Und: er BRAUCHT es, dass DU die Zügel in die Hand nimmst. Also ist es Deine Aufgabe zu definieren, wie ihr jetzt die stressigen Situationen beenden werdet. Dein Kleiner wird sich vehement wehren, er wird toben, wüten und traurig sein, aber er kann lernen, dass Du die Regeln aufstellst und jetzt nicht mehr stillen dauernd wirst. Wichtig ist, dass Dir klar ist, dass einige stressige Nächte und Tage bevorstehen, aber die müssen sein, denn bisher hat Dein Kind gelernt, dass es nur lange genug fordern muss, bis sein Wunsch doch erfüllt wird. Begleite Dein Kind, sei liebevoll und entziehe ihm die Brust, aber nicht Deine Liebe und bleibe konsequent. Wenn Dein Sohn merkt, dass Du genau das meinst, was Du sagst, dann wird er die neue Situation auch akzeptieren. Du musst sicher nicht gleich komplett abstillen, aber Du kannst regeln aufstellen und musst nicht dauernd abrufbereit sein. Er wird keinen Schaden erleiden, keine Bange. Wichtig ist allerdings, dass Du ruhig bleibst und Dich von ihm nicht anstecken lässt. Und denk daran: DU bist euer Chef, DU bist diejenige, die die Richtung vorgeben muss. Das gilt nicht nur fürs Schlafen, doch diese Übung wird Dir für andere Bereiche eures gemeinsamen Lebens gute Dienste erweisen. Lieben Gruß, glaub mir: Du schaffst das, wenn du es wirklich willst!! Biggi
Mami2019!
@Biggi: Vielen lieben Dank für die schnelle Antwort und die wertvollen Tipps!:-) Ich werde mir Mühe geben, meine Regeln konsequent durchzusetzen! :-)
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