Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abwesenheit

Frage: Abwesenheit

Mariechen82

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Liebes Stillteam, ich habe folgendes Problem: Im Januar 2019 habe ich ein Seminar, das von Freitag 14 - 19 Uhr und Samstag 9 - 18 Uhr dauert. Mein Sohn wird dann 7,5 Monate alt sein. Bisher stille ich voll. Zum Seminar kann ich ihn nicht mitnehmen, mein Mann könnte ihn höchstens mal zur Mittagspause vorbeibringen. D.h. die einzige Möglichkeit ist dass ich abpumpe und mein Mann ihm dann zuhause die Flasche gibt. Nun meine Frage: wie gehe ich am besten vor, damit dass für meinen Kleinen nicht zu schlimm wird? Wie viel Milch sollte für die Zeit vorrätig abgepumpt sein? In welchen Portionen sollte ich einfrieren bzw. Wie viel sollte er dann pro Fütterung auftauen? Sollten wie vorab schon mal einen Tag Flasche proben? Sollte ich dem Kleinen vielleicht ein getragenes Shirt von mir dalassen? Und ist es ratsam, dass mein Mann ihn Samstag zum Stillen mittags bringt, oder ist es besser er sieht mich erst abends wieder? Vielen Dank für eure Hilfe!!


Biggi Welter

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Liebe Mariechen82, schon alleine für DICH würde ich das Baby mitnehmen :-) - denn DU wirst Dich besser fühlen, wenn Du Dein Kind mittags sehen kannst. Außerdem vermeidest Du so auch einen Milchstau. Für die Zeit, in der Du nicht da bist, kann Dein Mann Eurem Baby die abgepumpte Milch mit einer alternativen Fütterungsmethode anbieten. Wenn Du bei Youtube die Stichworte "Cup feeding" und "baby" eingibst, kannst Du viele Videos finden auf denen zu sehen ist, wie das geht. Es ist in der Regel von Fütterer und Kind wirklich schnell gelernt. DEN idealen Zeitpunkt für das Abpumpen für jede Frau gibt es nicht. Du musst einfach ausprobieren, wann es bei dir am besten geht. Manche Frauen pumpen unmittelbar nach dem Stillen noch etwas ab, andere etwa in der Mitte zwischen zwei Stillzeiten oder aber auch während des Stillens an der anderen Seite. Der Schlüssel zum erfolgreichen Abpumpen ist das Auslösen des Milchspendereflexes. Um den Milchspendereflex anzuregen hilft es, wenn die Frau sich in eine angenehme Umgebung zurückziehen kann, in der sie so wenig wie möglich gestört wird und sich entspannen kann. Das Einhalten eines Rituals beim Abpumpen und Konzentration auf das Baby (vor einem Foto des Babys oder neben dem Kind abpumpen) tragen dazu bei, den Milchspendereflex auszulösen. Wärmeanwendungen und Massage der Brust stimulieren den Milchspendereflex ebenfalls. Es hat sich bewährt, nach dem Schema 7 Minuten pumpen unterbrechen zum Massieren der Brust 5 Minuten pumpen massieren der Brust 3 Minuten pumpen, vorzugehen. Eine Brustmassage kann auch dazu beitragen den Fettgehalt der abgepumpten Milch erhöhen. Nach Möglichkeit solltest Du keine zu großen Mengen auf einmal abpumpen, um nicht zu sehr in das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage einzugreifen. Mengen zwischen 30 und 50 ml zwei oder drei Mal täglich ergeben recht rasch einen stattlichen Vorrat. Muttermilch, die über einen Zeitraum von 24 Stunden abgepumpt wird, kann gesammelt und dann zusammen eingefroren werden, vorausgesetzt die einzelnen Portionen wurden bei Temperaturen zwischen 0 und 15 °C aufbewahrt. Du musst auch keine Sorge haben, dass Du deinem Kind durch das Pumpen etwas wegnimmst. Da sich nur schwer vorhersagen lässt wie viel ein Baby bei einer Mahlzeit trinken wird, empfiehlt es sich die Milch in kleinen Portionen von etwa 60 ml einzufrieren. Diese kleinen Portionen sind schnell aufgetaut und es bleibt kein so großer Rest, der weggeworfen werden müsste. So lange das Baby trinkt, ist es auch hungrig, denn Babys haben da noch ein sehr gutes Gefühl dafür und mit Muttermilch kann ein Baby nicht überfüttert werden. Wenn ein Kind häufiger mit abgepumpter Milch gefüttert wird, lässt sich meist ein Erfahrungswert erkennen, nach dem sich der Babysitter in etwa richten kann. Milch die über einen Zeitraum von 24 Stunden hinweg abgepumpt wird kann gesammelt, zusammengeschüttet und dann eingefroren werden. Es hat sich bewährt die Milch in kleinen Portionen (etwa 50 bis 60 ml) einzufrieren. Diese kleinen Mengen sind schnell aufgetaut und erwärmt und es muss nicht so viel Milch weggeworfen werden, wenn das Baby nicht alles trinkt. Es ist möglich frisch abgepumpte Milch auf bereits gefrorene Milch zu geben, vorausgesetzt die Milch wurde zunächst gekühlt und es ist nicht mehr frische Milch als bereits gefrorene Milch. Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen. LLLiebe Grüße Biggi


Mariechen82

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Vielen Dank für die schnelle Antwort! Eine Frage noch dazu: sollten wir vorher schon mal einen Tag meine Anwesenheit üben, also, Papa füttert den ganzen Tag die abgepumpte Milch statt stillen. Oder sollten wir das lieber nur an dem besagten Wochenende machen?


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Mariechen82, das musst Du entscheiden, ich würde es nicht machen ;-). LLLieber Grüße Biggi


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