Channah2019
Liebe Biggi Welter, mein Sohn wird in 14 Tagen 3 Jahre alt. Ich stille ihn derzeit abends zum Einschlafen und morgens beim Aufwachen. Tagsüber meist noch 1-2x wenn er kuscheln oder getröstet werden möchte. Ich habe ihn immer sehr gern gestillt, bin jetzt aber mit Kind Nr. 2 schwanger (29.SSW) und habe schon seit Beginn der SS schmerzende Brustwarzen, teilweise halte ich das Stillen kaum aus. Auf Grund dessen habe ich eines Nachts ziemlich strikt beschlossen, dass ich nachts nicht mehr stille. Ich war sehr klar in meiner Kommunikation und Haltung und es hat 2 - 3 Nächte gedauert, bis es für ihn ok war. Für die restlichen Stillzeiten fehlt mir diese Klarheit und ich finde für mich keinen richtigen Weg abzustillen - trotz der Schmerzen. Mein Sohn bekommt natürlich mit, dass das Stillen mir sehr unangenehm ist, auch weil ich es manchmal kommuniziere. So haben wir immer öfter gar keine schöne Stillzeit. Ich bin sehr unsicher, da zudem das Timing eben auch ungünstig ist. Das Geschwisterchen wird bald da sein und im September steht die Kindergarteneingewöhnung an. Ich habe einfach Sorge, ihm zuviel zuzumuten... Zumal er wirklich sehr! an der Brust hängt und sich komplett wegschreit (stundenlang), wenn ich sie ihm verweigere. Macht es Sinn, weiter in kleinen Schritten eine Stillzeit nach der anderen "wegzulassen" oder eher von jetzt auf gleich abzustillen? Ich will es eigentlich nicht wahnsinnig in die Länge ziehen, aufgrund von meiner fehlenden Klarheit und auch um ihn nicht bei jedem Schritt aufs Neue "leiden" zu lassen. Ich freue mich über eine helfende Antwort, viele Grüße
Liebe Channah2019, wenn du dich nicht mehr wohl fühlst, dann ist es dein gutes Recht abzustillen. Stillen ist eine ZWEIERbeziehung und du musst dich nicht zwingen. Sicherlich ist es für deinen Sohn ein liebgewonnenes Ritual und er wird die Brust schmerzlich vermissen, aber wenn es dich nur noch nervt, dann spürt dein Kind das auch. Dein Sohn spürt jetzt deinen Zwiespalt und da er sich nicht hinsetzen und sagen kann „Mama, ich spüre, dass du dir nicht sicher bist, was jetzt das Richtige ist, deshalb werde ich dir jetzt bei deiner Entscheidungsfindung helfen" reagiert er auf deine Zweifel mit Unruhe, Weinen und Verunsicherung. Er hat keine anderen Ausdrucksmöglichkeiten als Weinen und (vermehrte) Anhänglichkeit. Kinder sind für „geordnete Verhältnisse", Unsicherheit und Zweifel bringen sie aus dem Gleichgewicht. Wichtig ist nun, dass ihr zum einen wirklich miteinander redet und du deinem Kind klar erklärst und sagst, was du willst und was du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. Wie kannst du damit umgehen? Lass es zu. Lass dich nicht verunsichern, denn es geht deinem Kind ja trotzdem gut, es bekommt kein Trauma fürs Leben, wird nicht an deiner Liebe zweifeln. Dein Sohn ist sauer, und das wird auch wieder vergehen. Bleibe bei ihm und sei du ruhig und klar, so dass er sich an dir orientieren kann. Vielleicht wirst du ihn ein wenig ablenken wollen (falls er sich ablenken lässt), vielleicht bleibst du auch einfach nur in seiner Nähe und versicherst ihm, dass alles ok ist, und dass ihr weiter stillen könnt (oder kuscheln), sobald er sich etwas beruhigt hat. Wenn du konsequent bleibst, wird es klappen. Nur davon hängt es ab: Schaffst DU es... Ich würde mich freuen, wenn du mir in ein paar Tagen noch einmal schreibst, wie es Euch dann geht. Liebe Grüße, Biggi
E.M.M.A
Vielleicht darf ich dir aus meiner Erfahrung (vor 14 Tagen meine fast 2. Jährige Tochter abgestillt, bin allerdings erst in ssw 7) berichten : Das langsame hinauszögern der Stillzeit war eine Qual für meine Tochter. Erst als ich klar und konsequent "nein" gesagt habe ging es mit nur 30 Minuten weinen in der ersten Nacht und ca. 10 Minuten in der 2. Nacht - 3. War schon komplett ruhig - seinen Weg. Sie hat vermutlich nicht verstanden warum es vor dem Schlafen gehen ok ist, aber am Abend vorher nicht. Das sie jetzt aber "groß" ist und ich ihr den Tag und die Nacht ohne stillen zutraue (ja, wir müssen es wohl auch unseren Kindern zutrauen) hat sie verstanden. Sie legt ihre Hand immer noch zum einschlafen an meinen Busen, was ich ok finde, weil es wohl auch mein Mutterherz beruhigt
Das tut aber 1. Nicht weh und 2. Mache ich mir keine Gedanken mehr um eventuellen späteren Stillneid.
Allerdings hatte ich auch noch andere Gründe warum ich abgestillt habe. Es ist mir trotzdem sehr schwer gefallen, aber ich war soooo erleichtert als ich mitbekommen habe wie gut sie das weg steckt - und wir kuscheln keine Sekunde weniger. Dafür bekomme ich jetzt alle 5 Minuten einen Kuss (kann natürlich auch Zufall sein ^^).
Channah2019
Liebe E.M.M.A, danke für deine Antwort. Dein Ansatz, es unseren Kindern zuzutrauen ohne das Stillen auszukommen, hilft mir sehr. Liebe Grüße
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