Rebecca Feth
Guten Morgen liebe Biggi, mein Sohn ist jetzt neun Monate alt. Ich muss ich ihn schon eine ganze Weile die halbe Nacht stillen beziehungsweise er nuckelt die ganze Nacht an meiner Brust. Leider nimmt er keinen Schnulli… So langsam merke ich, dass ich keine Kraft mehr habe weiter zu machen. Er ist mein drittes Kind, für die zwei Großen habe ich tagsüber fast keine Muse mehr. Wir überlegen deshalb, dass ich ihn abstille. Braucht er dann noch eine Fläschchennahrung, Milch oder Ähnliches? Herzliche Grüße Rebecca
Liebe Rebecca, viele Mütter erleben eine herbe Enttäuschung, nachdem sie ihr Baby abgestillt haben, in der Hoffnung, dass die Nächte besser werden. Die Kinder wachen trotzdem auf und müssen beruhigt werden, was Aufstehen bedeutet, Flasche herrichten und Herumtragen… Hast du es mal mit dem "Kinn-Trick" probiert? Der ist oft sehr hilfreich bei Babys, die die Brust fast ein wenig aus Gewohnheit im Mund haben wollen beim Schlafen. Dabei legst du, wenn du die Brust dem schlafenden Kind aus dem Mund gezogen hast, einen Finger längs unter die Unterlippe, so dass die Lippe beim "Suchen" einen gewissen Widerstand spürt. Dieser Widerstand wirkt beruhigend auf viele Kleinen, und sie schaffen es sich zu entspannen und eine tiefere Schlaf-Ebene zu erreichen... Das geht auch, wenn das Kind im Schlaf oder Halbschlaf wieder zu "suchen" beginnt: Man drückt ganz sanft sein Kinn nach oben. Bei vielen Babys wirkt das Wunder und sie schlafen plötzlich auch ohne Brust weiter/wieder ein. Manche Mütter berichten, dass es sogar geholfen hat, wenn sie ein kleines Kuscheltier ans Kinn des Kindes gelegt haben... Da ist es natürlich wichtig darauf zu achten, dass die Atemwege nicht blockiert werden :-). Dein Baby macht gerade viele Entwicklungsschritte durch und sucht an der Brust Geborgenheit und Nähe, um alles verarbeiten zu können. Ich kann Dich natürlich sehr gut verstehen und stimme Dir zu, dass das so nicht weitergehen sollte, denn auf Dauer lassen sich solche Nächte nicht stemmen. Das Verhalten deines Kindes ist zwar nicht unnatürlich oder falsch (es IST eben so, dass es an deiner Brust genau das findet, was es zum Weiterschlafen braucht), doch es belastet dich und darum darfst du was ändern. Kann dein Partner dich unterstützen und euer Baby tragen und beruhigen? Manchmal hilft es wirklich, wenn das Baby eine andere Person um sich hat und weiß, dass es da nicht an die Brust kann. Könntest du dir tagsüber Hilfe suchen, damit Du Dich mal ausruhen und entspannen kannst? Bitte doch den Arzt wegen chronischer Erschöpfung um eine Haushaltshilfe, Deine Kasse übernimmt die Kosten, wenn er das attestiert. So könntest du für eine Weile etwas zur Ruhe kommen. Dann kannst du langsam versuchen, etwas mehr Ruhe in der Nacht zu bekommen, indem du stillfreie Zeiten einführst. Das bedeutet, dass du nicht jede Stunde stillst, sondern dein Kind auf andere Weise beruhigst. Was allerdings noch mehr Unruhe in die Situation bringen wird, weil dein Baby noch nicht die Reife hat, die es braucht, um länger schlafen zu können. Du könntest dein Baby mit zu dir ins Bett nehmen und es in deinem Arm trösten, aber eben nicht stillen. Das wird einige stressige Nächte geben, aber dein Baby wird es akzeptieren, dass Du nicht immer sofort die Brust auspackst, wenn es aufwacht. Wichtig ist, dass Du geduldig bleibst und deinem Kind die Trauer zugestehst, denn es kann sich nur durch Weinen und Schreien ausdrücken. Dein Baby will dich nicht ärgern oder provozieren, es kann sich noch nicht alleine regulieren und sucht bei dir nach Ruhe. Sehr empfehlenswert ist von Sibylle Lüpold das Buch: "Ich will bei euch schlafen - Ruhige Nächte für Eltern und Kinder.“ Solltest Du es doch mit dem Abstillen versuchen, würde ich anfangs schon noch eine Flasche anbieten, denn dein Baby hat wahrscheinlich auch wirklich noch Hunger. Ganz liebe Grüße zurück :-) Biggi
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