Hany123
Hallo liebes Still-Team, Meine Tochter ist vor kurzem 1 geworden und ich würde langsam gerne abstillen. Ich weiß nur leider nicht, wie ich das anstellen soll… Also, von Anfang. Wir hatten echt eine schöne Stillbeziehung ohne Probleme. Sie isst gut, wir haben eine tolle Bindung und ich möchte auch nicht mehr. Zuerst hab ich das Stillen beim Mittagsschlaf weg gelassen, klappt mittlerweile super. Abends schaffen wir das einfach nicht.. Der Papa hat übernommen, aber sie hat soo viel geschrien, dass ich es einfach nicht übers Herz bringen konnte. Ohne Brust schläft sie abends nicht ein. Seit dem Versuch abzustillen, schläft sie abends mittlerweile sehr schlecht ein. Obwohl sie müde ist, brauchen wir teilweise 2-3 Stunden.. und 1-2 std davon an der Brust, weil sie wirklich sehr viel schreit. Ich weiß ja, dass sie so lernt, ,das sie nur lang genug schreien muss‘, um an die Brust zu kommen, aber es tut mir jedes Mal so leid und ich gebe nach. Nachts wollte sie auch meistens 2-3 mal an die Brust, damit konnten wir aufhören. Wenn sie jetzt erstmal einschläft, schläft sie neben mir ganz gut. Aber das Einschlafen abends ohne Brust klappt einfach nicht. Sollte ich ihr abends vor dem schlafen gehen eine Flasche pre geben? Kenne mich damit leider gar nicht aus. Braucht sie das denn überhaupt noch? Und wie kann ich abends abstillen ohne sie zu sehr leiden zu lassen :-( Vielen Dank schon mal
Liebe Hany123, Sie kennen IHR Baby am besten und werden spüren, was es verkraften kann. Ein Baby muss eine gewisse Reife erreichen, um längere Zeit schlafen zu können. Wann dieser Zeitpunkt erreicht wird, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Eine Flasche mit künstlicher Säuglingsnahrung (oder ein Abendbrei) verbessern das Schlafverhalten nicht (das wurde in Studien nachgewiesen). Es gibt nicht wenige Kinder, die dann sogar noch weniger schlafen. Auch wenn das Kind am Tag viel isst, schläft es nicht besser, denn es wacht ja nicht nur wegen dem Hunger auf, sondern sucht Nähe und Geborgenheit! Wenn Sie abstillen möchten, dann sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeigen Sie ihm, dass Sie es selbstverständlich noch genau so lieb haben wie schon immer. Sie entziehen ihm die Brust aber nicht sich selbst und Ihre Liebe. Dazu können Sie die Stillzeiten immer weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen oder zu trinken anbieten. Ob es tatsächlich noch Hunger hat und eine Flasche braucht, kann ich nicht beurteilen. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn Ihr Partner nicht einspringen kann, bleibt es an Ihnen, Euer Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Ihre Tochter wird vermutlich schreien, toben, treten oder Sie sogar schlagen wollen. Ist das schlimm? Nein, es ist völlig normal, denn es ist die einzige Art, wie sie in diesem Alter ihren Frust ausdrücken kann. Wie können Sie damit umgehen? Lassen Sie es zu. Lassen Sie sich nicht verunsichern, denn es geht Ihrem Kind ja trotzdem gut, sie bekommt kein Trauma fürs Leben, wird nicht an Ihrer Liebe zweifeln. Sie ist sauer, und das wird auch wieder vergehen. Bleiben Sie bei ihr und bleiben Sie ruhig und klar, so dass sie sich an Ihnen orientieren kann. Liebe Grüße Biggi
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