bina2020
Sehr geehrte Fr Welter! Meine Tochter ist bald 17 Monate alt. Ich würde gerne abstillen, aber sie hält nichts davon. Sie wird noch 3x/24 Std gestillt. Und zwar zum Mittagsschläfchen, abends zum Einschlafen u 1x in der Nacht. Da sie zu Mittag ja weiß, dass sie nach dem Essen in den Schlaf gestillt wird, isst sie sehr wenig. Sie hat schon eine Eisenmangelanämie, weil sie immer nur ein paar Bissen isst und dann auf ihre Milch wartet. Also hab ich heute versucht ihr zu erklären, dass wenn sie nichts isst zu Mittag auch der Busen wegfällt. Und habe versucht sie ohne Stillen hinzulegen. Ich habe viel mit ihr gekuschelt aber sie hat stark protestiert. Das Ganze ist dann so ausgeartet, dass sie aufgestanden ist, im Zimmer herum gelaufen ist und dabei gebrüllt hat wie am Spieß. Ich habe wirklich versucht ihren Protest und das Weinen auszuhalten u sie so in den Schlaf zu begleiten, aber nach 30-45 min konnte ich es nicht mehr mit ansehen und hab nachgegeben. Es bleibt mir nichts übrig ich muss abstillen. 1. Beisst sie ab und zu. 2. Hat sie noch nie eine Nacht durchgeschlafen. 3. Muss ich bald wieder arbeiten und das auch Nachts. Wie soll ich nun vorgehen? Wie lange muss man es mitansehen können, dass das Kind verzweifelt weint, um ihr keinen psychischen Schaden zu machen? Danke im Voraus
Liebe bina2020, wenn Deine Kleine schon einen Eisenmangel hat, kann dieser der Grund für das Essverhalten sein, denn ein Eisenmangel macht appetitlos! Meist essen die Kleinen von ganz alleine viel besser, wenn die Werte wieder stimmen, bekommt Deine Kleine Tropfen? Vielleicht kannst Du noch etwas abwarten? Wenn Du das nicht möchtest, wird es ohne Tränen nicht klappen. Es wird am besten sein, wenn Du schrittweise vorgehst, z.B. in dem du zunächst eine gewisse stillfreie Zeit in der Nacht einführst. Dazu kannst du wie folgt vorgehen: Erkläre Deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich Dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von Dir aus Deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf Dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Deine Kleine wird vermutlich schreien, toben, treten oder Dich gar schlagen wollen. Ist das schlimm? Nein, es ist völlig normal, denn es ist die einzige Art, wie sie in diesem zarten Alter ihren Frust ausdrücken kann. Wie kannst du damit umgehen? Lass es zu. Lass Dich nicht verunsichern, denn es geht Deinem Kind ja trotzdem gut, es bekommt kein Trauma fürs Leben, wird nicht an Deiner Liebe zweifeln. Dein Baby ist sauer, und das wird auch wieder vergehen. Bleibe bei ihm und sei Du ruhig und klar, so dass Deine Kleine sich an Dir orientieren kann. Vielleicht wirst Du sie ein wenig ablenken wollen (falls sie sich ablenken lässt), vielleicht bleibst Du auch einfach nur in Ihrer Nähe und versicherst ihr, dass alles ok ist. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Nur wenn sich Dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt Du, dass es noch zu früh ist und Du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das nun auf Deutsch erschienen ist und das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Ich hoffe, diese lange Antwort hilft Dir ein wenig weiter, und drück die Daumen, dass es klappt. Liebe Grüße Biggi
bina2020
Danke für die Antwort! Sie bekommt seit über 1 Monat Eisengtt. Aber, da ich ihr die ins Essen schummeln muss bekommt sie davon mal mehr, mal weniger, mal verweigert sie komplett. Sie isst auch in letzter Zeit mehr. Vermutlich weil wir das nächtliche Stillen von 2 stündlich auf 1x reduziert haben. Der Eisen- u hb-Wert wurden am Montag kontrolliert und ein Mangel besteht weiterhin. Sie ist immer anhänglich und klebt den ganzen Tag an mir. Aber ich will ihr, wenn ich bald arbeiten muss nicht abrupt alles nehmen ... die Nähe und das Stillen. Deswegen wollte ich jetzt mal abstillen. Einen Schnuller, Nuckeltuch etc hat sie noch nie akzeptiert. Der Schnuller war immer ich.
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