Sandra2112
Liebe Biggi, liebe Kristina! Ein Lob euch beiden, durch mitlesen im letzen Jahr habt ihr mir schon oft geholfen und ich habe länger gestillt, als ich mir ursprünglich vorstellen konnte, nun muss ich mal selber eine Frage stellen: Meine Tochter ist heute genau 11 Monate und wird noch abends zum Einschlafen sowie in der Nacht gestillt. In der Nacht kommt sie alle zwei Stunden und nuckelt nur, Schnuller nimmt sie nicht. Tagsüber isst sie wie ein Scheunendrescher :-). Ich möchte jetzt in den nächsten Wochen abstillen. Meine konkrete Frage ist: Sollte ich gleich komplett abstillen (abens und nachts) oder zuerst abends und später dann nachts oder umgekehrt? Und sollte ich noch 1 Monat warten oder kommt sie auch mit 11 Monaten schon ohne Muttermilch aus? Fläschchen möchte ich natürlich nicht mehr anfangen! Danke im Voraus, liebe Grüße aus Österreich!
Liebe Sandra2112, im ganzen ersten Jahr sollte Milch die Hauptnahrungsquelle sein, Dein Kind braucht also schon noch Milch. Wenn Du jetzt langsam abstillst, haben dein Baby und auch Deine Brust, sich langsam an die Umstellung zu gewöhnen. Das Einschlafstillen würde ich persönlich bis zum Schluss zulassen, darauf verzichten die Babys am wenigsten gerne. Wenn Du abstillen möchtest, dann sprich mit deinem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeige ihm, dass Du es selbstverständlich noch genau so lieb hast wie schon immer. Du entziehst ihm die Brust aber nicht dich selbst und deine Liebe. Dazu kannst Du die Stillzeiten immer weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen oder zu trinken anbieten. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, Euer Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Probiere es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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