isi1980
Hallo liebe Stillberaterinnen, ich bin dank eurer Bemühungen hier im Forum eine überglückliche Stillmama und meine 13 Monate alte Maus ist dementsprechend ein sehr fröhliches, gesundes kleines Mädchen. Ich persönlich möchte diese wunderbare Zeit so lang genießen wie nur möglich, allerdings muss ich mich wohl langsam an den Gedanken gewöhnen, dass meine Amélie irgendwann (in hoffentlich 18 Jahren oder so, grins) nicht mehr gestillt werden möchte. Momentan sieht es noch gar nicht danach aus, ich möchte mich aber schon jetzt auf das Abstillen vorbereiten. Das klingt komisch, hat aber folgenden Grund: Ich selbst wohne samt Kind und Kegel in Frankreich. Dort bin ich nicht krankenversichert und muss sämtliche Medikamente aus eigener Tasche bezahlen. Das ist aber nur ein unterschwelliges Problem. Ich befürchte, dass ich hier in Frankreich keinen Arzt finden werde, der mir im Notfall weiter helfen kann. Das Stillen ist nämlich noch äußerst verpönt und selbst die Hebammen und die Stillberaterinnen, die ich kontaktiert habe, meinten, ich sollte auf gar keinen Fall einen Arzt aufsuchen, da mir dieser das Stillen nur madig machen würde und sowieso kein Wissen darüber hätte. Deshalb wollte ich mich jetzt während meines Deutschlandurlaubs für den Notfall wappnen. Gibt es – abgesehen von dem Tipp die Brust hoch zu binden – irgendwelche Tees und Medikamente, die man bei Abstillproblemen verwenden kann? (Ich weiß, dass ihr keine Namen oder Marken nennen dürft, aber der Wirkstoff wäre schon sehr hilfreich für mich). Da ich eigentlich ein Medikamentengegner bin, ist dies wirklich nur für DIE Situation gedacht, in der ich völlig hilflos und verzweifelt mit starken Schmerzen und Problemen in Paris sitze und nicht weiter weiß. Sollte sich Amélie von alleine abstillen, würde das zwar alles in den Mülleimer wandern, aber besser man ist ausgerüstet, sollte es anders kommen. Ich wäre euch wirklich sehr dankbar für euren Rat und eure Hilfe. Ganz liebe Grüße aus Paris, Isi samt Mademoiselle Amélie.
Liebe Isi, mach dir keine Sorgen, selbst im allerschlimmsten Ernstfall ist in diesem Alter das Abstillen ohne Tabletten sinnvoller. Der Wirkstoff dieser Abstilltabletten ist mehr als umstritten und wirkt keineswegs so, dass sofort die Milchbildung unterbunden wird. Im Gegenteil: Außerhalb der unmittelbaren Neugeborenenperiode kann er sogar gar nicht wirken, so dass nur die nicht unerheblichen Nebenwirkungen bleiben können. Tatsache ist, dass Bromocriptin (Handelname in Deutschland z.B. Pravidel) in den USA schon lange nicht mehr als Abstillmittel zugelassen ist und dass die Wirkung von Prolaktionhemmern nach der unmittelbaren Neugeborenenperiode nicht nachgewiesen ist. Nach 13 Monaten (oder später) Stillzeit ist ein Abstillen mit einem Prolaktinhemmer keineswegs mehr sinnvoll (da wirkungslos abgesehen von den Nebenwirkungen). In „Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" Schaefer, Spielmann 6. Auflage 2001 steht dazu Folgendes: „Zum Abstillen ist vor allem Bromocriptin eingesetzt worden. Angesichts möglicher Risiken für die Mutter soll es nicht mehr routinemäßig zu diesem Zweck genommen werden (Arzneimittelkommission 1989). Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat aufgrund der mütterlichen Risiken die Zulassung für Bromocriptin zum Abstillen zurückgezogen (Herings 1995). Statt dessen sollen physikalische Maßnahmen wie gut sitzende, unterstützende Bekleidung sowie Kühlung und Entleerung bis zur Erleichterung den Vorzug gegenüber Ergotaminderivaten erhalten. Bei Mastitis ist Bettruhe, häufiges Entleeren mit Wärmeanwendung vorher und Kälte nachher sowie ggf. antibiotische Therapie zu empfehlen. Hochbinden der Brust wird wegen der Gefahr eines Milchstaus nicht mehr empfohlen." Sobald sich die Brust dann gespannt anfühlt oder schmerzt, solltest Du entweder gerade so viel Milch ausstreichen, dass die Spannung nachlässt oder (falls die Brust nicht gestaut ist und „nur“ schmerzt) die Brust kühlen. Bitte streiche wirklich nicht mehr aus, als unbedingt notwendig, sonst wird die Milchproduktion wieder angeregt. Deine Brust wird sich daran gewöhnen, dass die Nachfrage nicht mehr gegeben ist und die Milchproduktion immer weiter verringern und schließlich ganz einstellen., aber sie braucht etwas Zeit dazu. Es ist auch empfehlenswert, den Salzkonsum während des Abstillens einzuschränken. Es ist nicht notwendig die Flüssigkeitszufuhr einzuschränken, trinke entsprechend deinem Durstgefühl. Falls Du dich für naturheilkundliche oder homöopathische Mittel zur Unterstützung des Abstillprozesses interessierst, wende dich bitte an einen entsprechend ausgebildeten Arzt oder eine Hebamme. Mach dir keine unnötigen Gedanken und solltest Du tatsächlich einmal Tabletten brauchen, dann suchen wir dir stillverträgliche Mittel aus ;-) und rufen bei embryotox an. LLLiebe Grüße Biggi
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