Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, meine Tochter (2Jahre 4 Monate)ist ein "Stillkind". Im Prinzip ist sie abgestillt- nur wenn sie aufgewühlt ist und 2x in der Nacht will sie bei mir trinken. Das dauert dann maximal 10 Sek. und dann setzt sie ab (und schläft auch sofort wieder ein :-) ). Im Januar erwarten wir unser zweites Kind und ich weiß jetzt nicht, wie ich mich verhalten soll. Würden Sie mir raten, ihr jetzt schon komplett die Brust zu verweigern oder kann ich auch ersteinmal abwarten, ob sich alles von selbst erledigt? Ich spreche schon regelmäßig mit ihr, dass das Stillen zu Ende geht. Über einen Rat oder Tipp würde ich mich freuen! Viele Grüße-H.
Liebe Henrijke, ich würde abwarten, denn es kann sich wirklich von selbst erledigen. Wenn nicht, können Sie darüber nachdenken, ob Sie dem großen Kind die paar Schlucke noch weiterhin geben möchten. Es ist möglich während der gesamten Schwangerschaft weiter zu stillen und sogar nach der Geburt des nächsten Babys beide Kinder zu stillen (das wird Tandemstillen genannt). Viele Kinder stillen sich allerdings im Laufe der erneuten Schwangerschaft ab, unter anderem deshalb, weil sich der Geschmack der Milch verändert. Bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf schadet das Stillen nicht. Die Mutter sollte jedoch auf eine gute und ausgewogene Ernährung achten, um Mangelerscheinungen bei sich selbst zu vermeiden. In der Regel kann eine gut ernährte Mutter, sowohl das ungeborene Baby als auch das gestillte Kind, wenn es älter als ein Jahr ist, ausreichend zu versorgen. Die ganz normale Hygiene genügt vollkommen beim Tandemstillen und es ist keineswegs notwendig, jedem Kind eine Brust zuzuweisen, auch nicht unbedingt sinnvoll. Es gibt nur wenige Krankheiten, bei denen es tatsächlich sinnvoll wäre, das Stillen des älteren Kindes einzuschränken oder ihm eine Brust "zuzuteilen", denn die meisten Erkrankungen werden (auch) auf andere Weise übertragen. Sollte Ihre Großer z.B. eine Herpes Infektion haben, dann wäre natürlich Vorsicht angebracht, doch bei einer Erkältung würde das Beschränken "ein Kind eine Brust" eine Ansteckung nicht wirklich verhindern können. Ich zitiere Ihnen nun noch aus dem "Breastfeeding Answer Book" revised edition zum Thema Tandemstillen und Hygiene sowie Ernährung der Mutter: "Die normalen Regeln der Hygiene sind während des Tandemstillens ausreichend. Regelmäßiges Baden oder Duschen, saubere Kleidung und ein vernünftiges Maß an Sauberkeit genügen. Die Drüsen um die Brustwarze sondern eine antibakterielle Flüssigkeit ab und Babys werden mit einem Immunschutz gegen die meisten im Haushalt (und bei den Geschwistern) vorkommenden Keime geboren. Die Muttermilch enthält diese Immunstoffe ebenfalls. Ist eines der Geschwister krank, braucht die Mutter die Kinder nicht auf jeweils eine Brust zu beschränken. Die Keime, die Erkältungen und andere Infektionen hervorrufen, werden bereits übertragen, bevor die ersten Anzeichen der Erkrankung erscheinen. Sobald eine Erkrankung erkennbar ist, haben die Geschwister bereits seit einigen Tagen gemeinsam an der Brust der Mutter getrunken. Ausnahmen von dieser Regel bestehen bei Soor, einer Infektion, die zwischen Mutter und Baby übertragen wird, und bei jeder anderen Krankheit, die gefährlich oder hochinfektiös ist. In diesen Fällen kann die Mutter jedem Kind eine Brust zuweisen. Aber nun warten Sie erst mal ab, ob ihr überhaupt zu Tandemstillern werdet. LLLiebe Grüße, Biggi
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