Mitglied inaktiv
Hallo! mein Sohn ist jetzt 16 Monate alt und ich glaube, Alles falsch gemacht zu haben. Er schreit so lange, bis ich ihn stille, obwohl es mir den letzten Verstand zu rauben scheint (bin sehr vergesslich - stilldement?, komme noch nicht mal dazu, selber regelmäßig und ausgewogen zu essen). Wie kann ich dem Kind, das ansonsten alles isst, endlich die Mahlzeit an der Brust abgewöhnen? Ich selbst habe mittler Weile insgesamt ca. 32 kg abgenommen (bin schon älter und hatte während der SS massiv, ca. 28 kg, zugenommen - Ödeme). Nachts ist es kein größeres Problem, er schläft eigentlich gut durch.
Liebe Flocecile, zuerst einmal zitiere ich aus "http://de.wikipedia.org/wiki/Stilldemenz":-). Als Stilldemenz, auch Fläschchendemenz, werden Konzentrationsstörungen bezeichnet, die bei Müttern und Vätern von Säuglingen auftreten. Es gibt den Erklärungsversuch, dass eine Mutter ihre ganze Aufmerksamkeit auf das Kind fokussiert. Andere Untersuchungen zeigen jedoch, dass zum Beispiel die Gedächtnisleistung merklich nachlässt, wenn die Tiefschlafphasen regelmäßig von außen unterbrochen werden. William Sears, Kinderarzt und Professor für Kinderheilkunde, selbst Vater, empfiehlt das gemeinsame Schlafen in einem Raum, damit sich Kind und Eltern im Schlafrhythmus aufeinander einstellen können. Ich kenne eine ganze Reihe von Frauen, die in der Stillzeit Prüfungen abgelegt haben, Examen mit Auszeichnung bestanden haben, ihre Promotion erfolgreich beendet haben oder schlicht und ergreifend im Alltag und Berufsleben weiter ihre Frau gestanden haben. Sicher verschieben sich mit der Geburt eines Kindes viele Dinge und Ansichten, es werden neue Schwerpunkte gesetzt und die Welt der großen Politik ist unter Umständen weniger wichtig, als der erste Zahn des Kindes, aber das heißt nicht, dass Verstand und Denkvermögen der Frau leiden. Stillen ist viel, viel mehr als nur Nahrung für den Körper und deshalb bedeutet Stillen nicht nur, dass das Kind Mahlzeiten an der Brust zu sich nimmt. Das sollte Ihnen absolut bewusst sein, wenn Sie Ihr Kind abstillen: Sie ersetzen nicht einfach nur ein Nahrungsmittel durch etwas anderes. Die immer wieder vorgeschlagene „Curry Methode" (auch Senf Methode genannt) kann einen sehr gravierenden Vertrauensbruch bedeuten. Stellen Sie sich vor, Ihr kleiner Sohn kommt vertrauensvoll zu Ihnen, um an der Brust zu trinken und muss dann erfahren, dass die Brust abscheulich schmeckt. Können Sie sich den Schreck und Schock vorstellen? Ich will nicht leugnen, dass Kinder auf diese Weise abgestillt werden, doch um welchen Preis. Wenn Sie jetzt für sich beschlossen haben, dass Sie Ihren Sohn abstillen wollen, so kann ich Ihnen nur davon abraten es auf durch „kalten Entzug" zu tun. Ich werden Ihnen jetzt ein paar weniger drastische Methoden beschreiben, die sich beim Abstillen eines älteren Kindes bewährt haben, vielleicht ist ja etwas dabei, was Ihnen weiterhilft: Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Sie Ihrem Kind die Brust nicht von sich aus anbieten, aber auch nicht ablehnen, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Ihre Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Sie müssen die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Sie viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmen, die Ihrem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Sie Ihr übliches Verhalten in bestimmten Situationen verändern. Wenn Sie zum Beispiel sitzen bleiben anstatt sich hinzulegen, wenn Sie Ihr Kind zum einschlafen bringen. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal ist es sinnvoll, wenn der Vater das abendliche Zubettbringen übernimmt. Manchmal bringt es das Abstillen auch weiter, wenn Sie das Stillen immer dann, wenn Ihr Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschieben. Das können Sie flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Sie können auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Womöglich wäre „punktuelles Abstillen" eine Lösung für Sie. Es ist eine Alternative zum vollständigen Abstillen. Damit meine ich, dass zu bestimmten Zeiten nicht mehr gestillt wird oder Sie versuchen Ihr Kind davon zu überzeugen, nach einer ausreichend langen Zeit an der Brust, etwas anderes zu tun. Außerdem möchte ich Ihnen das Buch „Wir stillen noch über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. umgarner empfehlen. Das Buch ist im Buchhandel oder bei der La Leche Liga und bei jeder LLL Stillberaterin oder im Stillshop auf dieser Seite erhältlich. Zum Schluss noch etwas, was unter Umständen paradox klingt: einige Kinder stillen sich von alleine ab, sobald ihre Mutter die Abstillbemühungen aufgibt. LLLiebe Grüße Biggi
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