Mitglied inaktiv
Hallo, mittlerweile habe ich meinen Sohn (10 Mo.) soweit, dass er nur noch vor dem Schlafen gehen die Brust bekommt. Ich merke kaum dass sich von Abend zu Abend in der Brust was tut - nun meine Frage - woher weiß ich wann ich mein Kind gar nicht mehr anlegen muss weil nichts mehr nachkommt - anscheinend bekommt er immer noch was raus da er noch einige Minuten schluckt. Bin unsicher woran ich den richtigen Zeitpunkt erkenne - nicht dass ich ihm die Brust abgewöhnt habe und dann schwillt auf einmal alles an oder so. Oder bildet sich ein evtl. Rest von allein zurück bzw. ist es schlimm wenn nach der letzten STillmahlzeit noch etwas Milch in den Brüsten verbleibt? Vielen Dank schonmal für ihre Antwort. viele liebe Grüße
Liebe Jetani, es gib Frauen, die mit einmaligen Stillen innerhalb von 24 Stunden problemlos die Milchmenge weiter bilden, die sie für Ihr Kind benötigen, bei anderen Frauen reicht eine nur mehr ein oder zwei Mal tägliche Stimulation der Brust nicht mehr unbedingt aus, um die Milchproduktion weiterhin auf dem erforderlichen Niveau aufrecht zu erhalten. Wie dies im Speziellen bei Ihnen ist, kann ich nicht beurteilen. Wenn das Abstillen langsam von statten geht, sind keine besonderen Maßnahmen notwendig. Abstillen ist ein natürlicher Vorgang. Falls die Brust zu spannen beginnt, pumpen Sie gerade so viel Milch ab oder streichen von Hand aus, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Sie sich wieder wohl fühlen. Nicht mehr Milch als unbedingt notwendig entleeren, denn sonst wird die Produktion wieder angeregt. Zusätzlich können Sie die Brust kühlen. Ein Einschränken der Trinkmenge (wie es leider immer noch häufig empfohlen wird) ist nicht empfehlenswert. Trinken Sie entsprechend Ihrem Durstgefühl. Was hingegen hilfreich sein kann, ist das Einschränken des Kochsalzkonsums. Auch sollten Sie keinesfalls die Brust hochbinden. Was hilfreich sein kann ist ein gut sitzender, stützender BH, der jedoch keinesfalls einengen darf. Wenn Sie keine Probleme mit einer prallen, schmerzhaft spannenden Brust oder einem Milchstau usw. (mehr) haben, besteht jetzt kein Handlungsbedarf mehr. Ihre Brust wird ganz allmählich die Milchproduktion vollständig einstellen und noch in der Brust vorhandene Milch wird vom umgebenden Gewebe esorbiert werden. (Keine Sorge, die Milch in der Brust wird nicht `schlechtA). Es gibt auch naturheilkundliche und homöopathische Mittel, die zum Abstillen eingesetzt werden können. Wenn Sie sich hierfür interessieren, wenden Sie sich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/Arzt oder Hebamme. LLLiebe Grüße, Biggi
Mitglied inaktiv
Habe gerade noch Ihre Antwort bzgl. Ernährung während des Stillen an Kat28 gelesen und da ich den Eindruck erhalten habe, dass sie sich umfassend auch mit vegetarischen Ernährungsformen auseinandergesetzt haben, hoffe ich, dass sie mir noch etwas beantworten können, sie schreiben beim Stillen wird eigentlich immer die richtige Milch gebildet wenn die Mutter nicht gerade kurz vorm Hungertod steht. Wissen Sie auch wie sich dass bei Schwangeren bzw. den Ungeborenen auswirkt? Wie ich bereits oben geschrieben habe, bin ich am Ende der Stillzeit mit meinem ersten Kind, jetzt bin ich in der 8. Wo. schwanger. Meine Frage: ich bin Veganerin (erst seit der STillzeit vorher/ letzte Schwangerschaft war ich "nur" Vegetarierin) ich nehme zurzeit Femibion 800, fühle mich aber ständig schlapp, müde und mein Kreislauf ist schlecht, muss ich noch weitere Nahrungsergänzungen zu mir nehmen? Oder wo gibt es pers. Ansprechpartner (kompetente - möchte nicht irgend einen Ern. berater aus den gelben Seiten suchen). Ich habe ziemlich Angst der Entwicklung meines 2. Kindes zu schaden, kann mich Essenstechnisch aber leider nicht überwinden wieder Tierprodukte zu mir zu nehmen. Für eine Antwort auch in diesem Fall oder Tips wäre ich Ihnen sehr sehr dankbar. Nochmals die besten Grüße
Liebe Jetani, fragen Sie doch einmal Ihren Arzt, ob er einen guten Ernährungsberater kennt, evtl. kann Ihnen auch die Hebamme weiterhelfen. Der Arzt kann auch einmal ein Blutbild bestimmen lassen, ob zusätzliche Vitamine oder Mineralstoffe benötigt werden. Nachlesen können Sie zu diesem Thema unter anderem in R. und R. Lawrence: "Breastfeeding a Guide for the Medical Profession" 5th ed. 1999 J. Lauwers und D. Shinskie: "Counseling the Nursing Mother" 3rd ed 1999 J. Riordan und K. Auerbach: "Breastfeeding and Human Lactation" 2nd ed. 1999 N. Mohrbacher und J. Stock: "The Breastfeeding Answer Book" revised edition 1997 (seit September 2000 auf Deutsch unter dem Titel "Handbuch für die Stillberatung" erhältlich) einige Studien zum Thema vegetarische und vegane Ernährung in der Stillzeit: Dagnelie P. et al: "Nutrients and contaminants in human milk from mothers on macrobiotic and omnivorous diets" Eur J Clin Nutr 1992; 46:355 66 Kuhne T. et al: "Maternal vegan diet causing a serious infantile neurological disorder due to vitamin B12 deficiency" Eur J Pediatr 1991; 150:205 08 Specker, B.: "Nutritional concerns of lactating women consuming vegetarian diets" Am J Clin Nutr 1994; 59 (Suppl): 1182S 86S Ich hänge auch noch einen interessanten Artikel an. LLLiebe Grüße Biggi Die Ernährung der Mutter in der Stillzeit Denise Both, IBCLC Richtlinien für eine gesunde Ernährung beachten: o Mehrbedarf an Energie für die stillende Frau liegt bei etwa 200 bis 500 kcal pro Tag o Nahrungsmenge auf 5 bis 6 kleinere Mahlzeiten verteilen (verhindert Blutzuckerabfälle) o Vitaminreiche Lebensmittel häufig essen (erhöhter Bedarf) o Vollkornbrot und Vollkorngetreide raffinierten Produkten vorziehen (liefern mehr Vitamine, Mineral und Ballaststoffe) o Regelmäßig kalziumreiche Nahrungsmittel zu sich nehmen (Bedarf beträgt in der Stillzeit 800 mg/Tag, lediglich Teenager Mütter haben einen erhöhten Kalziumsbedarf ) o "Junk food" möglichst meiden (leere Kalorien, Gewichtszunahme) o Wenig, aber dafür hochwertige Fette (Einfluss auf die Fettzusammensetzung der Muttermilch, nicht auf den Fettgehalt) o Ausreichend Flüssigkeit (nach Durstgefühl trinken, viel trinken macht nicht "viel Milch") Besondere Ernährungsformen ihre Risiken während der Laktation für Mutter und Kind: Vegetarische Ernährungsformen: Teilzeitvegetarierinnen essen nur selten Fleisch ? keine Risiken Laktoovovegetarierinnen essen keine Fleisch, verzichten aber nicht auf Eier, Milch und Milchprodukte ? keine Risiken Laktovegetarierinnen essen kein Fleisch und keine Eier, ? kann kritisch sein, Eisen verzichten aber nicht Milch und Milchprodukte Vitamin B12 Veganerinnen verzichten auf alle Nahrungsmittel tierischer ? Eiweiss , Kalzium , Vitamin D , Herkunft Vitamin B12 , Vitamin B2 und Eisenmangel Makrobiotikerinnen teil ihre Nahrung nach dem Prinzip ? Eiweiss , Kalzium , Vitamin D , Von Yin und Yang ein. Verschiedene Stufen sind möglich. Vitamin B12 , Vitamin B2 und Bei den höheren Stufen ähnliche Risiken wie bei veganer Eisenmangel Ernährung Trennkost gibt es in verschiedenen Formen. Grundsätzlich ? evtl. Blutzuckerabfall bei der Mutter Werden bei Trennkost eiweisshaltige und kohlenhydrathal tige Nahrungsmittel getrennt gegessen. Heilfasten, Saftfasten u.ä. ? negative Auswirkung auf die Milchbildung, nicht empfehlenswert Es gibt keine allgemeingültige "Stilldiät" oder generell verbotenen oder erlaubte Nahrungsmittel für die Frau während der Stillzeit (mit der Einschränkung, dass Alkohol möglichst gemieden werden soll und koffeinhaltige Getränke nur in Maßen genossen werden). Der Einfluss der Ernährung der Mutter auf das Verhalten des Kindes wird meist erheblich überschätzt. Eine stillende Mutter muß weder bestimmte Nahrungsmittel (z.B. Kuhmilch) zu sich nehmen, noch müssen alle stillenden Mütter bestimmte Nahrungsmittel meiden. Von Ausnahmefällen abgesehen macht die Mehrheit der stillenden Mütter die Erfahrung, dass sie alles, was sie mögen, in Maßen essen können auch Schokolade und stark gewürzte Speisen ohne dass sich dies auf ihre Babys auswirkt und viele kleine Babys haben Blähungen ganz gleich, was ihre Mütter essen. Auch wenn viele Mütter davon gehört haben, dass durch den Genuss von "blähenden" Lebensmitteln Blähungen bei ihrem Baby hervorgerufen werden, ist diese Meinung mit Vorsicht zu genießen. Darmgase entstehen bei der Verarbeitung von Faserstoffen (Ballaststoffen) durch die Darmbakterien im Verdauungstrakt. Weder Verdauungsgase noch Ballaststoffe gehen in die Muttermilch über, auch nicht, wenn die Mutter unter extremen Blähungen leidet. Genausowenig verändern stark säurehaltige Nahrungsmittel den pH Wert der Muttermilch. Deshalb gibt es auch kein Verbot für Orangensaft. Letztlich bleibt nur auszuprobieren, ob ein Kind auf etwas reagiert, was die Mutter isst. Prophylaktische Enthaltsamkeit ist keineswegs sinnvoll und führt nur zu Frust bei der Mutter. Gewichtsabnahme der stillenden Frau Selbstverständlich kann eine stillende Mutter auch Gewicht abnehmen und etwas für ihre Figur tun. Statistisch gesehen erreichen stillende Frauen ohnehin ihr Vorschwangerschaftsgewicht schneller wieder als nicht stillende Frauen und auch eine Abnahme unter das Vorschwangerschaftsgewicht ist möglich. Blitz und Modediäten sowie ein schneller Gewichtsverlust sind bei stillenden Müttern nicht unproblematisch. Echte Fastenkuren und Fastentage sind in der Stillzeit in jedem Fall nicht sinnvoll. Zwar gibt es inzwischen neuere Untersuchungen, die keinen Zusammenhang mehr zwischen dem Abbau der Fettdepots und dem Schadstoffgehalt der Muttermilch finden konnten. Dennoch ist es besser langsam abzunehmen und so auch dem JoJo Effekt auszuweichen. Auch Trennkost ist nicht empfehlenswert (u.a. da bei dieser Ernährungsform Blutzuckerschwankungen auftreten können). Eine stillende Frau sollte jedoch ihre tägliche Kalorienmenge nicht unter 1800 Kalorien sinken lassen und nicht mehr als 500 g pro Woche (2 kg im Monat) abnehmen. Vermag die Ernährung der Mutter den Mehrbedarf an Eiweiss, Vitaminen, Mineralstoffen und Energie nicht zu decken, dann erfolgt die Milchbildung zu Lasten der Frau. Sind die Reserven der Frau erschöpft, wie bei schwer unterernährten Frauen, wird die Muttermilch vor allem in Bezug auf die Menge beeinflusst. Zu qualitativen Veränderungen kommt es nur in geringem Maß. Obwohl sich Frauen in verschiedenen Ländern und unterschiedlichen Kulturen sehr unterschiedlich ernähren gibt es so gut wie keine Unterschiede in der Zusammensetzung der Muttermilch. Es ist sehr schwierig bis unmöglich, die Milchzusammensetzung deutlich über die Ernährung zu beeinflussen. Dies mag ein Schachzug der Natur sein, um das Überleben des Babys zu sichern. Beeinflussung der verschiedenen Bestandteile der Muttermilch durch die Ernährung der Frau Eiweiß Der Eiweißgehalt der Muttermilch wird nicht durch die Ernährung beeinflusst. Erstaunlicherweise ist er auch bei dauerhaft unterernährten Frauen hoch. Fett Der Fettgehalt der Muttermilch wird durch die Ernährung nicht beeinflusst. Die Zusammensetzung des Muttermilchfetts (Fettsäurenzusammensetzung und Verhältnis von ungesättigten zu gesättigten Fetten) lässt sich jedoch deutlich über die Ernährung der Frau beeinflussen. Laktose Der Laktosegehalt der Muttermilch kann nicht über die Ernährung beeinflusst werden. Energie Der Energiegehalt der Muttermilch bleibt unabhängig von der Ernährung. Selbst dauerhaft unterernährte Frauen bilden Muttermilch mit annähernd gleichem Energiegehalt. Fettlösliche Vitamine lassen sich nur schwer beeinflussen, kurzfristige Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten scheinen keinen Einfluss zu haben. Vitamin A bei unterernährten Müttern bewirkt die Gabe von Vitamin A eine Erhöhung des Vitamin A Gehaltes der Mutter Vitamin D Gehalt in der Muttermilch nur gering beeinflussbar, um eine deutliche Erhöhung zu bewirken, müssten so hohe Dosen gegeben werden, dass es für die Frau schädlich ist. Vitamin E bislang nicht untersucht Vitamin K bei unterernährten Müttern Erhöhung des Gehaltes in der Muttermilch durch zusätzliche Gabe möglich, bei Müttern mit ausgewogenem Ernährungszustand nicht. Wasserlösliche Vitamine (B, C) sind stark durch die Ernährung der Frau abhängig. Mineralstoffe Mit Ausnahme von Jod, Fluor und Mangan ist der Gehalt an Mineralstoffen in der Muttermilch nicht über die Ernährung beeinflussbar. Eine stillende Mutter, die sich ausgewogen ernährt, braucht normalerweise keine zusätzlichen Vitamin oder Mineralstoffpräparate. Bei nachgewiesenen Mangelzuständen, sollten diese allerdings gezielt behandelt werden. Gibt es milchbildungsfördernde Nahrungsmittel oder Getränke? In jeder Kultur gibt es Nahrungsmittel oder Getränke, denen eine milchbildungsfördernde Wirkung zugeschrieben wird. Wissenschaftlich bewiesen wurde diese Wirkung bisher nicht. Dennoch gibt es Frauen, die auf bestimmte Nahrungsmittel oder Tees usw. "schwören". Es ist nicht auszuschließen, dass die Psyche der Frau dabei eine Rolle spielt: Sie tut etwas für die Milchbildung, nimmt sich Zeit dafür, die Situation entspannt sich und die Milch fließt besser. Vorsicht: Milchbildungstee kann bei empfindlichen Kindern zu Bauchproblemen führen, vor allem, wenn mehr als eine bis drei Tassen täglich getrunken werden! Literatur: Akré: Die physiologischen Grundlagen der Säuglingsernährung, WHO, 1993 Lauwers und Shinskie: Counseling the Nursing Mother, 3. Auflage, 2000 Lawrence und Lawrence: Breastfeeding A Guide for the Medical Profession, 5. Auflage, 1999 Mohrbacher und Stock: The Breastfeeding Answer Book, LLLI, 2003 Riordan und Auerbach: Breastfeeding and Human Lactation, Ausgabe 1999
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