Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Abstillen

Frage: Abstillen

Mitglied inaktiv

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Hallo, mein Sohn ist bald 19 Mon. alt und wird noch gestillt. Nun möchte ich ihn abstillen. Er hat sich in den letzten 8-10 Wochen zur Gewohnheit gemacht tagsüber kaum was zu essen (Stückchen Brot, Paar Löffel Suppe oder sonst wenig Erwähnenswertes), so dass ich oft - nachts bis 6 mal- stillen musste. Er ist gesund, gut entwickelt, in der totalen Trotzphase. Wie kann ich denn für ihn und meine gut produzierende Brust schonend abstillen? Was halten Sie von Phytolacca, welche Potenz und Dosis? Ich hatte eine wunderbare lange Stillzeit aber nun mag ich nicht mehr, ich spüre, dass er sich von mir etwas lösen sollte und da ist das Stillen nicht gerade hilfreich. Danke Ihnen für Ihre Antwort im Voraus und viele Grüße, Milena


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Liebe Milena, ich kann und darf keine medizinischen Empfehlungen geben, und auch keine Ratschläge zum Einsatz von Homöopathika. Am besten wendest du dich mit der Frage an einen erfahrenen Heilpraktiker, oder auch an deine Hebamme. Das Verändern von Ritualen kann helfen, wenn es ums abstillen geht. Wenn du jetzt zum Beispiel vor allem die Nächte stillfrei bekommen möchtest, erkläre Deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die sie wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich Dein Kleiner dann in der Nacht beschwert, dass er nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste ihn und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim „Nein“, bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von Dir aus Deinem Kind die Brust anbieten – so lernt er, dass er sich auf Dein Wort verlassen kann. Gegebenenfalls kannst Du ihm während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", je älter sie sind, desto einfacher. Bedenke gleichzeitig, dass ein 19 Monate altes Kind noch immer von seiner Natur aus sehr abhängig ist, aber JEDES Kind wird dann unabhängig, wenn es reif genug dafür ist. Genauso wenig, wie du einen Grashalm durch Ziehen dazu bringen kannst, dass er schneller wächst, kannst du dein Kind zum Ablösen "zwingen", bevor er selbst bereit dazu ist. Du kannst es ihm abtrainieren, doch dass schadet seiner kleinen Seele. Die Angst vor zu großer Bindung oder Abhängigkeit begründet sich vielmehr oft in unseren eigenen schmerzhaften Kindheitserfahrungen! Lieben Gruß, Kristina


Mitglied inaktiv

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Liebe Kristina, vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Ich bringe es nicht übers Herz den Kleinen abzustillen, ich weiss, wie wir beide erstmal leiden würden... Ich merke auch, dass es mir eigentlich nicht um das Abstillen/Abnabeln selbst geht, ich bin eher genervt von seinem Nicht-Essen der festen Kost und dann Dauernuckeln in der Nacht. Na ja, da muss ich wohl durch. Zu dem Abnabeln hast Du ja völlig Recht, er braucht einfach Zeit und die werde ich ihm lassen. Ich dachte fälschlicherweise, dass ich durch das Abstillen eine Loslösung und stärkere Bindung zum Papa ermöglichte? Lieben Gruss, Milena


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