Mitglied inaktiv
Hallo Biggi, da ich bald wieder arbeiten gehe, möchte/muss ich meinen Sohn demnächst zwei Mahlzeiten am Tag (Mittags ca. 12 Uhr und Abends ca. 20 Uhr, da ich im Restaurant arbeite) die Flasche geben lassen. (Habe die letzten Wochen zwar versucht, mit verschiedenen Milchpumpen abzupumpen, dabei bekomme ich aber leider nicht die Mengen hin, die mein Sohnemann benötigt - trinkt ca. 160-240 ml pro Mahlzeit - und um ehrlich zu sein, diese Abpumperei ist für Notfälle o.k., aber bei zwei Mahlzeiten pro Tag ist das sehr anstrengend und lästig). Ich möchte Ende Januar/Anfang Februar damit anfangen, dann ist er in der 20 - 22 Woche - momentan wiegt er 7500 Gramm bei 65 cm! Mit welcher Fertignahrung muss ich denn nun die Muttermilch ersetzen? Welche kommt der Muttermilch denn am nächsten? Ich hab mir jetzt mal die Bio-Anfangsmilch von Hipp überlegt. Kann man das empfehlen oder soll ich lieber ne andere Marke nehmen - Hipp ist ja nicht gerade die günstigste Marke, aber mein Sohn wäre mir das schon wert, wenn das Produkt auch seinen Preis wert ist?! Und soll ich Pre nehmen, oder die 1er? Die 2er nehm ich ja erst dann, wenn ich ihm Beikost gebe, oder? Sorry, dass ich so viele Fragen habe, aber durch die verschiedenen Hersteller-Infos, die man so ins Haus bekommt, bin ich schon ein bisschen versichert. Wenn es nach denen geht, könnte ich meinem Kleinen ja auch schon verschiedenste Glässchen geben, aber damit will ich noch warten, bis er ca. ein halbes Jahr alt ist. Vielen Dank für deine Hilfe Gruß Tanja
Liebe Tanja, welche Milchmarke Du nimmst, musst Du alleine entscheiden, ich rate dir nur, dass Du dich für eine Pre-Milch entscheidest. Die Erklärung ist ganz einfach: Muttermilch ist der Goldstandard und von allen künstlichen Säuglingsnahrungen ist diesem Goldstandard die Pre Nahrung noch am ähnlichsten. Alle weiteren Nahrungen entfernen sich immer weiter von Goldstandard, was keinerlei Vorteile für die Gesundheit des Kindes bringt. Deshalb ist es nicht sinnvoll und vom ernährungsphysiologischen Standpunkt her auch nicht notwendig, andere Nahrung als Muttermilchersatz zu geben, als eine Pre Nahrung. Wenn Sie sich die Zusammensetzung der künstlichen Säuglingsnahrungen anschauen, dann können Sie sehen, dass Pre Nahrung eindeutig zu bevorzugen ist. Spätestens bei der so genannten Folgemilch 2 ist es dann sogar so, dass diese kaum noch an die Muttermilch angepasst ist, oft sehr süß ist und von der Zusammensetzung her so, dass sie nicht mehr als ausschließliche Nahrung für das Kind ausreicht. Sie darf deshalb auch nur in Zusammenhang mit Beikost gegeben werden. Es gibt Länder, in denen Folgenahrungen gar nicht erhältlich sind. Eltern erhoffen sich, was die Werbung ja auch deutlich suggeriert, dass ihre Kinder mit einer Folgenahrung seltener gefüttert werden müssen und länger schlafen. Das ist der Hauptgrund, warum diese Nahrungen verkauft werden. LLLiebe Grüße Biggi Welter Pre, 1 oder 2 – was bedeuten die Kürzel der Säuglingsnahrung von Denise Both, IBCLC Die EU Norm unterscheidet zwischen drei verschiedenen Nahrungsarten: • Säuglingsanfangsnahrung • Folgenahrung • Antigen Reduzierte Nahrung Säuglingsanfangsnahrungen sind künstliche Säuglingsnahrungen, die den Nährstoffbedarf eines Babys in den ersten vier bis sechs Monaten als Alleinnahrung decken und zusammen mit geeigneter Beikost das gesamte erste Lebensjahr gegeben werden können. Sie tragen die Silbe "Pre" oder die Zahl "1" im Namen. Unter einer Pre Nahrung wird eine adaptierte Säuglingsnahrung verstanden, die der Muttermilch weitestgehend angeglichen ist, was ihre Zusammensetzung an Mineralstoffen, Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß betrifft. Pre Nahrungen können, wie Muttermilch, nach Bedarf (ad libitum) gegeben werden. "1" steht für teiladaptierte Nahrung. Diese Säuglingsnahrung ist zum Teil der Muttermilch angeglichen, enthält mehr Eiweiß und außer Milchzucker noch weitere Zucker sowie Stärke. 1er Nahrung ist nicht so dünnflüssig wie Pre Nahrung und hält länger vor. Teiladaptierte Nahrung sollte nicht nach Bedarf gegeben werden. Folgenahrung wird durch eine "2" gekennzeichnet. Sie ist nicht mehr als alleinige Nahrung für den Säugling gedacht, sondern sollte frühestens ab dem fünften Monat zusammen mit Beikost gegeben werden. Ihre Zusammensetzung unterscheidet sich grundlegend von der der Muttermilch. Für allergiegefährdete Babys, zu denen zur Zeit etwa ein Drittel aller Neugeborenen zählen, gibt es antigen reduzierte Nahrungen, die durch die Abkürzung "HA" erkennbar sind. "HA" steht für hypoallergen und es bedeutet, dass in diesen Nahrungen das Kuhmilcheiweiß in kleinere Bestandteile aufgespalten wurde. Durch die Zerlegung des Eiweißes kann das Allergierisiko verringert werden. Außer den oben aufgezählten Nahrungen gibt es noch Spezialnahrungen (zum Beispiel laktosefreie Säuglingsnahrung oder Nahrungen mit sehr geringem Phenylalaningehalt), die besonderen Situationen vorbehalten sind. So kommt es zwar sehr selten vor, aber es gibt tatsächlich Fälle, in denen ein Baby keine Muttermilch erhalten darf (bei Galaktosämie, einer sehr seltenen Stoffwechselstörung) oder nicht ausschließlich gestillt werden darf (z.B. bei Phenylketonurie (PKU), ebenfalls eine Stoffwechselstörung).
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