Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen

Frage: Abstillen

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Liebe Biggi, meine Tochter ist knapp zwei Jahre alt. In den vergangenen Monaten haben wir die Stillzeiten auf einmal täglich (abends) reduziert. Wenn sie ab und zu morgens nach der Brust gefragt hat, habe ich sie manchmal (selten) gestillt, in der Regel habe ich sie auf abends vertröstet, was sie auch ohne Probleme akzeptiert hat. Hintergrund des eingeschränkten Stillens war, dass ich das Gefühl hatte, das meine Tochter sich langsam abstillen sollte. Mir wurden allmählich die Fragen von Bekannten und Familie ("Was, du stillst immer noch?") zu viel. Und gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass meine Tochter nun bald alt genug sein würde, um ohne ihre "Mimi" auszukommen. Nun ist meine Tochter zurzeit anscheinend dabei, sich selbst abzustillen. Am Sonntag zeigte sie auf meine Brust und sagte "Mimi - bah!". Heute dann das gleiche Spiel. Erst fragte sie nach ihrer "Mimi", so bald ich ihr die Brust dann angeboten habe, hat sie sie abgelehnt. Eigentlich sollte ich ja froh sein, dass sich meine Tochter nun anscheinend selbst abstillt. Aber gleichzeitig grüble ich nun darüber nach, ob ich das Abstillen vielleicht zu sehr forciert habe. Und ich bin ziemlich traurig darüber, dass die Stillzeit nun wohl zu Ende geht. Ich weiß, das klingt alles ziemlich paradox. Aber so ist im Moment meine Gefühlslage. Ist das normal beim Abstillen? Vielen Dank.


Biggi Welter

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Liebe Marie, obwohl die Hormonumstellung nach einer so langen Stillzeit beim Abstillen nicht so gravierend ist wie beim frühzeitigen Abstillen, machen doch viele Frauen die Erfahrung, dass in der ersten Zeit nach dem Abstillen unter Stimmungsschwankungen leiden und leichter die Geduld verlieren. Zum Teil kann dies wohl dem Prolaktin zugeschrieben werden, das nach dem Abstillen in geringerem Maße gebildet wird als während der Stillzeit. Wie lange es dauert, bis wieder der "Normalzustand" eintritt, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Was viele Frauen mit Erstaunen feststellen ist, dass ihnen nach dem Abstillen die (wenn auch manchmal nur ganz kurzen) Pausen fehlen, die das Stillen ihnen im Alltag beschert hat. Der Tag mit einem emsigen Kleinkind kann sehr turbulent sein und die Stillzeiten sind oft die einzigen Momente gewesen, in denen sich die Mutter mit dem Kind hinsetzen und die Beine hochlegen konnte und für eine kurze Zeit konnten beide zur Ruhe kommen. Es kann helfen, wenn Du ganz bewusst weiterhin für solche kurzen Augenblicke der Erholung sorgst. Vielleicht macht dein Kind auch "nur" eine kurze Pause, es kann gut sein, dass es morgen schon wieder stillen möchte. Egal, wie sie sich entscheidet, es ist JETZT ihre Entscheidung. LLLiebe Grüße Biggi


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