Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

abstillen

Frage: abstillen

Mitglied inaktiv

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Hallo Biggi, Du hast mir schon soviele Tipps gegeben, daher wende ich mich mal wieder an Dich. Meine Tochter wird nun 2 Jahre alt und wird noch gestillt. Da es bei mir mit der liebevollen Konsequenz (was das nicht stillen angeht) nicht so recht klappt, habe ich bisher weitergestillt. Bekommt sie die Brust nicht schreit und tobbt sie sehr stark, kann sie nicht beruhigen und diesen Zustand halte ich nicht länger als 30 Min. aus, gebe dann nach. Habe es zur Zeit so gelöst: Mittags bis zum Einschlafen stillen, Abends ca. 15-30 Min. und Nachts 5-10 Min. anlegen. Morgens darf sie dann bis zu einer 1/2 Std. trinken. Klappte bisher auch sehr gut, nur leider kommt sie Nachts rechts häufig (alle 1 - 3 Stunden) und das stört mich sehr. Möchte sie nun Nachts nicht mehr stillen, muß das schreien dann wohl irgendwie ertragen. Daher meine Frage an Dich sollte ich NAchts nun alle Stillmahlzeiten auf einmal ausfallen lassen und evtl. auch das Stillen am Abend einstellen? Wie würdest Du vorgehen? Möchte ja eigentlich abstillen, aber eine zeitlang könnte ich mit morgens und abends Stillen noch leben. Wünsche Dir ein schönes Wochenende. Gruß Vera


Biggi Welter

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Liebe Vera, jede Familie muss für sich selbst ausprobieren, was am besten funktioniert, doch nach meiner Erfahrung ist es wenig sinnvoll zuerst das nächtliche Stillen ausfallen zu lassen. Günstiger ist es in den meisten Fällen zuerst das mittägliche Stillen einzuschränken und schließlich wegzulassen, dann das abendliche Stillen und zuletzt das Stillen in der Nacht. Gerade wenn ein Kind Neurodermitis hat, kann es sein, dass die Schmerzen in der Nacht unerträglich werden. Denk daran, wie auch bei uns Erwachsenen Schmerzen in der Nacht viel stärker wirken. Wenn Du nun abstillen willst, dann sprich mit deinem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeige ihm, dass Du es selbstverständlich noch genau so lieb hast wie schon immer. Du entziehst deiner Tochter nur die Brust aber nicht Dich selbst und deine Liebe. Dazu kannst Du die Stillzeiten immer weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen oder zu trinken anbieten. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt dir dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich sich jedes mal deinem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Du kannst sie ja zuerst (kurz) stillen und dann deinem Partner übergeben. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Das kann auf verschiedene Art und Weise möglich sein. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, dein Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Stillen ist viel, viel mehr als reine Nahrungsaufnahme. Es ist Trost, Geborgenheit, sicherer Hafen und ein Weg zur Ruhe zu kommen, wenn die Wellen des Alltags so hoch geschlagen sind, dass das Kind keinen Weg mehr weiß, um mit sich selbst und der Umgebung ins Reine zu kommen. Leider verstehen manche Menschen (vor allem diejenigen, die selbst nicht oder nur sehr kurz gestillt haben) nicht, dass Stillen all das, was ich oben beschrieben habe und noch viel mehr bedeutet. Sie erkennen nicht, dass ein entsetztes, wütendes oder verletztes Kind an der Brust wieder den Weg zu sich selbst zurück findet und dabei auch noch sein Gesicht wahren kann. Es wird von der Mutter nicht bloßgestellt, sondern angenommen und kann sich in der sicheren Geborgenheit des Stillens wieder erholen und beruhigen. Lass dich nicht beirren und vertrau auf dein Gefühl. LLLiebe Grüße Biggi


Mitglied inaktiv

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Habe vergessen zu erwähnen, dass meine Tochter Nachts auffwacht, da sie der Juckreiz plagt (Sie hat Neurodermitis). Denn alleine Einschlafen kann sie ja eigentlich, zumimdest am Abend, Nachts verlangt sie halt immer die Brust. Wollte es nur erwähnen, vielleicht ist es ja wichtig was das abstillen angeht. Gruß Vera


Mitglied inaktiv

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Hallo, zum Abstillen kann ich dir leider nichts sagen aber vielleicht ein Tip wg. der Neurodermitis: Bei uns hilft sehr geht eine Sole Emulsion von Salderman. Ist zwar teuer, ist aber sehr ergiebig und der Haut sehr gut Feuchtigkeit. Wir sind davon richtig begeistert. Schau mal auf der Web nach: www.salderman.de. LG Nici mit Merlin und Yara


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