Mitglied inaktiv
mein Sohn ist 1,5 Jahre und ich stille noch zum Einschlafen und morgens beim Aufwachen und - da liegt das Problem - notgedrungen auch nachts, wenn er aufwacht (1-3 mal pro Nacht), weil er sonst wie am Spieß brüllt. Er schläft der Einfachheit halber im Reisebett neben meinem Bett. Ich persönlich würde ihn nachts ja schreien lassen bzw. streicheln/reden bis er sich wieder beruhigt; aber das dauert dann oft lange, bis er wieder endgültig eingeschlafen ist. Der Rest meiner Familie (Mann und großer Bruder (4,5) braucht aber seinen Schlaf (ich natürlich auch...). Er hat viel Schreienergie - es hat lange gedauert bis er gelernt hat alleine einzuschlafen. Hilft komplettes Abstillen? Und wenn, dann wie am besten ohne dass wegen Schreiens nachts ich Ärger mit den anderen Familienmitgliedern bekomme?? Gruß Miri
Liebe Miri, ich kann verstehen, dass Du das Bedürfnis nach mehr Schlaf hast, welche Mutter mit kleinem/n Kind/ern hat das nicht. Aber Du kannst sicher sein, dass Du nicht die nächsten zwanzig Jahre nachts deinen Sohn stillen wirst: ). Mit dem angeblichen nachts nicht mehr brauchen ist das so eine Sache. Studien haben ergeben, dass ein nach Bedarf gestilltes Baby im Alter von 10 Monaten noch etwa 25 % seines Kalorienbedarf nachts an der Brust deckt. Das heißt also, dass die Kinder nachts sehr wohl noch Nahrung benötigen. Die Fähigkeit längere Zeit in einem Stück zu schlafen entwickelt sich bei einem Baby mit zunehmender Reife, beim einen früher, beim anderen später. Es gibt kein Patentrezept, ein Baby dazu zu bringen durchzuschlafen, wenn es dazu noch nicht in der Lage ist. Auch der viel beschworene Brei oder die "reichhaltige" Flasche am Abend oder das totale Abstillen tragen nicht zum längeren Schlafen bei. Es gibt sogar Untersuchungen, die das Gegenteil belegen. Übrigens schläft ein Baby laut Definition "durch", wenn es mindestens sechs Stunden ohne Unterbrechung schläft. Leider wird in unserer Gesellschaft um das Schlafverhalten der Kinder sehr viel Aufhebens gemacht und es wird nicht selten als besondere persönliche Leistung der Mutter bewertet, wenn ein Kind "gut" schläft. So kommt es, dass eine Fähigkeit, die sich wie alle anderen Entwicklungsschritte erst allmählich und bei jedem Kind in dem ihm eigenen Tempo ausbildet, nicht mehr als ein Reifeprozess, der nun mal seine Zeit braucht, angesehen wird, sondern als Erziehungsleistung der Mutter. Wenn nun ein Kind diese Leistung nicht so bringt, wie es von der Gesellschaft erwartet wird, fühlt die Mutter sich als Versagerin und damit wird das Thema "Schlaf" erst recht zum Problem. Viele Mütter gehen dann den Weg, dass sie einfach sagen "mein Baby schläft schon durch seit es xxx Wochen alt ist" obwohl dem nicht so ist. Auf diese Weise müssen sie sich keiner Kritik mehr aussetzen, denn sie haben ja das Erziehungsziel (zumindest für die Öffentlichkeit) erreicht. Für die einzelne Mutter kann dies eine Lösung sein, um sich nicht mehr rechtfertigen zu müssen, oder generell den Diskussionen um das Schlafverhalten und die diversen Schlaftrainingsprogramme aus dem Weg zu gehen. Leider wird dadurch aber der Druck auf die anderen Mütter und die Mütter der nächsten Generation noch weiter verschärft, denn diese hören ja wieder nur, dass alle anderen Kinder nachts schlafen, nur ihres nicht. Und so dreht sich die Spirale weiter und immer wieder gibt es unglückliche Mütter und Kinder, die einem "Schlafideal" hinterherrennen, das von der Natur nicht vorgesehen ist und an das sich nur die wenigsten Kinder halten. Jetzt ist der Text zu diesem Thema ziemlich lang geworden. Aber das Thema Schlaf bietet immer wieder so viel Diskussionsstoff und Anlass zu so vielen Anfeindungen, dass es nicht immer mit zwei Sätzen abgetan werden kann. Das Wichtigste ist, dass jede Familie die Lösung findet, die für ihre persönliche Situation passt und mit der sie leben kann und nicht, dass alle Kinder nach einem bestimmtem Dogma eines "Experten" erzogen werden. Wenn dir das nächtliche Stillen nichts ausmacht, dann gibt es keinen Grund, warum Du dein Kind nun zwingen solltest, darauf zu verzichten. Wenn dein Sohn so weit ist, dass er darauf verzichten kann, wird er es tun. Falls Du vorher in die Situation kommst, dass Du glaubst, das nächtliche Stillen nicht mehr länger ertragen zu können, dann musst Du nach einer Lösung suchen, mit der ihr beide zufrieden seid. Aber höchstwahrscheinlich wird es gar nicht so weit kommen. Meiner Erfahrung nach, verlaufen die Nächte in den Familien, die sich auf das Abenteuer "mein Kind wird in seinem Tempo den Weg zum längeren Nachtschlaf lernen" eingelassen haben und es gar nicht erst zu einem Machtkampf um den Schlaf haben kommen lassen, die Nächte am ruhigsten. Babys sind Babys und keine verkleinerte Ausgabe von Erwachsenen. Die Zeit, in der Babys und Kinder so klein, hilflos und anstrengend sind, kommt uns Eltern oft endlos vor, aber wenn wir sie "überstanden" haben, können wir mit einigem Abstand (meistens) sagen "so schlimm und endlos" war es doch nicht und erinnern uns vornehmlich an die schönen Momente. LLLiebe Grüße Biggi
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