Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen - wer kann mir helfen???

Frage: Abstillen - wer kann mir helfen???

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Liebe Biggi, seit 2 Wochen leide ich an einer akuten Gelenkarthritis, die ich z. Z. mit Cortison und Ibuprofen so einigermaßen in den Griff bekomme (ich warte noch auf weitere Ergebnisse eines Rheumatologen). Mein Arzt möchte zusätzlich eine Untersuchung durch Strahlentherapie machen, um festzustellen, woher dieses Krankheitsbild kommt. Ich möchte meinen 8 Monate alten Sohn abstillen, um mich auf mögliche weitere Untersuchungen vorzubereiten und wieder ein wenig Kraft zu tanken (bin seit 1998 entweder schwanger oder stille und hatte höchstens mal 3 Monate, in denen ich nichts von beiden war/tat). Ich denke, mein Körper braucht ein wenig Zeit, um wieder Reserven zu schöpfen. Das Problem ist nun, daß mein kleiner Zwerg GAR KEINEN Flaschenaufsatz annimmt - sprich: er bekommt nicht genügend Flüssigkeit. Auf Nachfrage bei einer Stillschwester hier im Ort erfuhr ich, daß Babys in diesem Alter oft nicht mehr die Flasche nehmen, ich solle es mit einem Trinkbecher probieren - nichts. Er bekommt mittags sein Gläschen, nachmittags Obst und abends seinen Brei (habe ich auch schon versucht, in die Flasche zu geben, damit er auf den Geschmack kommt. Leider wurde sein Schnütchen zu einem einzigen schmalen Strich). Hat jemand Tipps, Ideen oder eine andere Hilfestellung für mich? Irgendwie muß es doch funktionieren, oder? Besten Dank für jede Hilfe und liebe Grüße von einer etwas verzweifelten 3-fach-Mama LG Birgit


Biggi Welter

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? Liebe Birgit, Rheuma ist eine sehr unangenehme Sache, doch ich denke, dass jetzt der wichtige Punkt der ist, dass Du dich nicht mit dem Abstillen unter Druck setzen solltest, denn je mehr Druck Du jetzt machst, um so mehr Gegendruck wird ausgelöst. Letztlich sind dein Kind und Du dann unter immensem Stress und keinem ist geholfen und die extreme Anspannung unter der Du stehst, wirkt sich auch auf dein Kind aus. Ich weiß ja nicht, welche Untersuchung dein Arzt in Sinn hat, doch Röntgenuntersuchungen und auch andere bildgebende Untersuchungen wie Ultraschall oder eine Magnetresonanztomographie erfordern keine Stillpause und schon gar kein Abstillen und zwar gleich was für ein Organ untersucht wird. Dies gilt auch für eine Computertomographie. Laut „Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" Spielmann, Schaefer, 6. Auflage 2001 gelten lediglich Einschränkungen für jodhaltige Kontrastmittel. Sprich doch einfach nochmals mit deinem Arzt, was genau er vor hat und ob dazu wirklich das schnell Abstillen erforderlich ist. Wenn dein Arzt nicht genau weiß, wie es mit der Stillverträglichkeit der Diagnosemethode aussieht kann er sich bei der Beratungsstelle für Embryonaltoxikologie und Vergiftungserscheinungen in Berlin (Tel.: 030-306 867 11) erkundigen. Das Team um Dr. Schaefer hat einen speziellen Beratungsservice für Ärzte zu Medikamentenfragen in Schwangerschaft und Stillzeit eingerichtet. So kannst Du möglicherweise etwas Zeit gewinnen und dann das Abstillen in Ruhe angehen und zum Beispiel die Beikost immer weiter steigern und gleichzeitig dein Kind an einen ganz normalen Becher (ohne irgendwelche Aufsätze oder Schnabel) gewöhnen. Auf diese Weise umgeht ihr das Problem mit der Flaschenablehnung und sowohl dein Körper als auch dein Kind haben Zeit, sich an die Veränderungen, die das Abstillen mit sich bringt zu gewöhnen. Denn genau die Vorstellung, dass plötzliches Abstillen dir zu mehr Kraft und Erholung verhilft ist so kaum richtig. Stillen laugt den Körper einer Frau normalerweise nicht aus, was dich müde macht und zu Erschöpfung führt, ist die Tatsache, dass Du Mutter von drei (kleinen) Kindern bist. Wenn erst einmal wieder etwas Ruhe eingekehrt ist und dein Kind spürt, dass es nicht Hauruck zu etwas gezwungen wird, wozu es noch nicht bereit ist, dann kannst Du einen erneuten Versuch machen, deinem Kind die Brust nicht mehr von dir aus anbieten, sondern nur, wenn es unmissverständlich danach verlangt und die Stillzeiten immer weiter verkürzen. Gleichzeitig kannst Du ihm (ohne Zwang) andere Nahrung und den Becher anbieten (lassen). Manchmal klappt es besser, wenn jemand anderes als die Mutter die andere Nahrung bzw. den Becher anbietet, das solltet ihr auch mal versuchen. Schau doch mal, ob dies nicht ein Weg ist, den ihr gehen könnt. Gute Besserung und LLLiebe Grüße Biggi


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