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Hallo Biggi, gerade eben hat mich éine Freundin angerufen. Sie ist total traurig, weil sie gerade beim Arzt war. Sie hat eine Stirn- und Kiefernhöhlenentzündung und wenn die bis Montag nicht besser wird, dann soll sie Antibiotikum nehmen und ihren Kleinen abstillen. Der Kleine ist 19 Monate alt und hängt sehr an der Brust. Gibt es eine Möglichkeit das Medikament zu nehmen und trotzdem weiterzustillen? Es wäre ihr sehr wichtig, den Kleinen nicht so von heut auf Morgen abzustillen. Danke für deine Hilfe Daniela
Liebe Daniela, ruf deine Freundin bitte gleich an und beruhige sie. Sie muss ganz bestimmt nicht abstillen! Es gibt nur sehr wenige Erkrankungen, die Auswirkungen auf das Stillen haben und es auch nur ganz selten Situationen, in denen es keine Möglichkeit der Behandlung gibt, die mit dem Stillen zu vereinbaren ist. Leider ist es jedoch immer wieder so, dass sich Ärzte in dieser Hinsicht nicht unbedingt so gut auskennen und dann rasch (und überflüssigerweise) zum Abstillen raten, ohne sich bewusst zu sein, dass das Risiko des Abstillens bzw. Nicht Stillens, die Risiken einer Behandlung während der Stillzeit bei weitem übersteigen. Es gibt die Möglichkeit, dass sich Ärzte informieren. Dazu gibt es zum einen Fachbücher (nicht die Rote Liste, denn die ist lediglich eine Sammlung der Beipackzettel). "Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" von Spielmann und Schaefer ist im deutschsprachigen Raum das Standardwerk zu diesem Zweck. Im Zweifelsfall kann sich ein Arzt bei der Beratungsstelle für Vergiftungserscheinungen und Embryonaltoxikologie Tel.: 030 30686 734 erkundigen. Das Team um Dr. Ch. Schaefer hat dort einen speziellen Beratungsdienst für Ärzte zu Medikamentenfragen und Fragen zu Diagnoseverfahren in Schwangerschaft und Stillzeit eingerichtet. Gute Besserung für deine Freundinund LLLiebe Grüße Biggi Welter
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