Mitglied inaktiv
Hallo Biggi und erstmal schoen, dass Du wieder da bist! Dann noch kurz zu meiner Ueberschrift, ich meine das "dickkoepfig" etwas provkant, nicht das das falsch verstanden wird... Also, mein Kleiner ist jetzt 21 Monate alt, isst generell sehr gut, trinkt Kakao aus der Flasche (weil sein grosser Bruder den morgens hat, will er es auch...) und stillt noch 1-2 Mal am Tag. Wenn es nach ihm ginge wuerde er allerdings staendig an meiner Brust haengen. Ich habe ihn vor einiger Zeit nachts abgestillt, was ganz gut geklappt hat, allerdings wurden dann die Zeiten, wo er aufwachte morgens und seine "Mimi" wollte immer frueher. Letzte Nacht war es 3 Uhr und ich hab mich geweigert. Ich hab ihm Kuscheln und Wasser angeboten, aber er wollte nicht und war richtig sauer. Es resultierte in fast anderthalbstuendigem Bruellen, wobei ich nach anfaenglichen Kuschelversuchen rausgegangen bin und nur alle 5 Miuten rein bin. Um halb 5 hab ich ihn dann gefragt, ob er in meinem Bett weiterschlafen will, aber auch gesagt, er kriegt erst zum Aufstehen Mimi. Das ging dann und er hat bis viertel nach 6 geschlafen, wenn auch mit ein paar Versuchen doch Mimi zu bekommen. Das zum Hintergrund, nun mein Problem: Ich moechte ganz abstillen, aber bin mir mit meinem Mann nicht ganz einig ueber das wie. Er meint, ich solle einfach jetzt sofort ganz aufhoeren und ihn damit umgehen lassen. Ich wuerde es lieber etwas sanfter fuer ihn machen, weiss aber nicht wie, da er auf ein "Nein" fast immer so reagiert wie in der oben beschriebenen Situation. Tagsueber laesst er sich meist recht gut ablenken. Wie siehst DU das, was ist der beste Weg? Liebe Gruesse, Alexandra
Liebe Alexandra, danke :-). Es ist absolut verständlich, wenn eine Mutter irgendwann nicht mehr "will" und es ist dein gutes Recht, dann auch die Stillbeziehung zu beenden, statt deinem Kind "etwas vorzumachen" und nur ihm zuliebe weiter zu stillen. Auch hier sind wir Mütter bereits Vorbilder... Du kannst versuchen den Abstillprozess allmählich und mit viel Liebe und Geduld zu beschleunigen. Wie dein Sohn auf deine Abstillbemühungen reagieren wird, hängt auch von dir ab. Wenn Du (vielleicht unbewusst) nicht völlig davon überzeugt bis, wirklich abzustillen zu wollen, wird dein Kind dies spüren. Ein radikaler Brustentzug wird für deinen Sohn sicher sehr schwierig sein und wie Du selbst schon sagst mit vielen Tränen verbunden. Vielleicht kannst Du statt von jetzt auf gleich nicht mehr zu stillen, die Zeit an der Brust schrittweise immer weiter verkürzen, so dass der Übergang fließend ist. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt dir dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich jedes mal dem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Baby auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, dein Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du allmählich und mit viel Liebe vorgehst und nicht zu schnell die Geduld verlierst. Wenn Du gerne liest und ein Buch lesen möchtest, das sich mit dem Thema Schlaf auseinandersetzt und dessen Autor beim Thema Schlaf auch Achtung vor dem Baby zeigt und dessen Bedürfnisse ernst nimmt, kann ich dir wärmstens "Schlafen und Wachen ein Elternbuch für Kindernächte" von Dr. William Sears empfehlen, das Du im Buchhandel, bei der La Leche Liga und jeder LLL Stillberaterin bekommen kannst. LLLiebe Grüße Biggi
Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, ich hab mich da wohl falsch ausgedrueckt, mein Kleiner wird abends vorm Einschlafen nicht mehr gestillt. Nur noch morgens frueh und ab und zu vormittags/mittags zum Mittagsschlaf, wenn er einen macht. Abends kriegt er vom Papa die Flasche, oder auch mal von mir und das klappt gut. Es geht mir wirklich nur darum von den 1-2 mal auf Null runterzuschrauben, ohne den armen Kerl zu ueberfordern... LG, Alexandra
Liebe Alexandra, auch da läuft es eigentlich ähnlich, wichtig ist einfach, dass Du wirklich abstillen willst und dann auch dazu stehst. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt "biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Du Deinem Kind die Brust nicht von Dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die Deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du Dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt Dich hinzulegen, wenn Du Dein Kind zum einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es Dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn Dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst Dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Schau einfach mal, wie Dein kleiner Mann am besten zurecht kommt. LLLiebe Grüße, Biggi
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