Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen und Psyche des Kindes

Frage: Abstillen und Psyche des Kindes

Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Könnte abruptes Abstillen (vom Arzt empfohlene Verweigerung der Brust-Schreienlassen, vom Vater trösten lassen) eigentlich negative Auswirkungen auf die Psyche des Kindes haben? Inwiefern wird die Mutter-Kind-Beziehung beeinträchtigt?


Biggi Welter

Biggi Welter

Beitrag melden

? Liebe Anja, stell dir mal vor, der Mensch, dem Du rückhaltlos vertraust und den Du liebst, stößt dich plötzlich weg oder verschwindet und lässt dich allein. Wie würdest Du dich dann fühlen? Nun bist Du aber eine erwachsene Frau und weißt, dass Du in Notfall auf eigenen Beinen stehen kannst, hast ein Zeitgefühl und weißt auch, dass schlimme Situationen in aller Regel überwunden werden können und es dann wieder aufwärts geht. Dein Kind wird beim plötzlichen Abstillen und Verschwinden der Mutter nur das Gefühl der Zurückweisung und des Verlassenwerdens erfahren und - da es eben noch nicht über den Erfahrungsschatz und die kognitiven Fähigkeiten eines Erwachsenen verfügt - nicht die Hoffnung auf „es wird alles wieder besser werden" haben. Es wird verzweifelt resignieren und sein Vertrauen in den Grundfesten erschüttert werden. Abstillen durch plötzliches Verschwinden der Mutter ist eine traumatische Erfahrung für das Kind und jeder, der dies empfiehlt, hat sich wohl kaum Gedanken über die kleine Seele gemacht. Dein Kind wird trauern und seine Welt nicht mehr verstehen. Gerade beim aktiven Abstillen durch die Mutter ist es wichtig, dass das Kind spürt: mir wird zwar die Brust entzogen, aber nicht die Liebe und Zuwendung durch meine Mutter. LLLiebe Grüße Biggi


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Hallo, Anja, ich kann hier nicht als Expertin, wohl aber als Stillmutter antworten. Natürlich hat abruptes Abstillen negative Auswirkungen auf die Psyche des Kindes. Die Natur hat das Stillen nicht nur als Nahrungsquelle vorgesehen, deswegen hinkt ja der Vergleich mit der (im übrigen mit Gesundheitsrisiken versehenen) Flaschennahrung so. Das Stillen ist Zuwendung, Liebe, Streicheleinheiten, Trost. UND Gesundheit (Immunstoffe, speziell auf dieses Kind abgestimmte Nahrung und vieles mehr). Ein Arzt, der so etwas empfiehlt, hat nicht nur von Kindern und ihrer Psyche, sondern auch von den gesundheitlichen Vorteilen des Stillens und von den Auswirkungen, die es auf die Mutter- Und Kind-Beziehung hat, KEINE AHNUNG. Ich kenne nur wenige Gründe, die ein abruptes Abstillen nötig machen würden. Ehrlich gesagt: ich würde das sehr ernst hinterfragen. Genauso kann man fragen: hat das plötzliche Verschwinden der Mutter auf Nimmerwiedersehen Auswirkungen auf die Psyche des Kindes? Ich kann mich über diesen Arzt nur wundern. Und ich bin etwas bekümmert, wie sehr unsere Instinkte heutzutage verkümmert sind, dass man eine DERART einschneidende Veränderung für das Kind als Kavaliersdelikt empfindet. Wenn ich mir mein Kind ansehe, und es sich an mich schnuckelt, und stillt, und sich dann abdockt, und mich beim Stillen tätschelt, und vertrauensvoll anblickt, dann frage ich mich, warum Ärzte, die selbst nie gestillt haben, sich die Freiheit nehmen, solche einschneidenden Maßnahmen ohne Not zu empfehlen. ich hoffe, Du hast nicht eine sehr ernste Krankheit, bei der ich so etwas verstehen könnte.Das Schreienlassen eines Kindes ist eine ähnliche Maßnahme, bei der ich mich frage: wo ist eigentlich das Herz desssen, der so etwas empfiehlt? Mein Kind ist 8 Monate alt, und ich kann mich nicht erinnern, es schreiengelassen zu haben. Das ausgeglichene, vertrauensvolle und humorvolle Wesen meiner Tochter bestärkt mich darin. Ansonsten empfehle ich: hör mal in Dich hinein und schau Dein Kind an. Dann dürftest Du die Antwort wissen.... nachdenkliche Grüße von Doro P.S. hier noch ein Tipp: lies mal bei www.uebersstillen.org die Artikel des kanad. Kinderarztes und Stillspezialisten Jack Newman - das dürfte Dir bei der Suche nach einer antwort helfen. Die meisten Ärzte haben vom STIllen keine Ahnung, weder theoretische noch praktische und empfinden es als mindestens unnötig, wenn nicht bedrohlich für ihre medizinischen Lehren. Völlig falsch und unnötig noch dazu. Die Natur hat uns mit dem Stillen eine wunderbare Sache gegeben, gesund und schön, und die Ärzte empfehlen dann sowas. Schlimm.


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Hallo! Meine Tochter ist ein Jahr alt und der Arzt hat mir heute auch gesagt ich soll abstillen, weil sie das mit einem Jahr nicht mehr braucht. Ich solle sie 2 Abende an meinen Mann abgeben und aus dem Zimmer verschwinden wenn er sie zu Bett bringt. Sie würde auch sicherlich keinen Schaden nehmen. So ein Quatsch! Was soll sich denn ein kleines Kind so denken, wenn seine Mutter sich plötzlich und ohne Grund distanziert. Mir ist egal was die anderen denken, ich werde meine Tochter sicher weiterstillen und wenn sie´s nicht mehr braucht wird sie schon selber damit aufhören. Lass dich von anderen nicht entmutigen wenn du selbst noch weiterstillen willst. Liebe Grüsse Susi


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Hallo, Susi, gell, ich finds auch unmöglich, was Ärzte sich anmassen. Wenn Dein einjähriges Kind das Stillen nicht mehr brauchen würde, dann würde es die Brust verweigern und nicht suchen. Unglaublich... manche Ärzte schalten nicht nur ihr Herz, sondern auch ihre Logik aus. Langzeitstillen hat viele gesundheitliche Vorteile und zwar für Mutter UND Kind, und wenn die Ärtze sich ein wenig dafür interessieren würden, anstatt hochmütig und unqualifiziert Abstillen zu empfehlen, dann wüssten sie das. lg Doro


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

... da sind andere Sachen im Spiel, davon bin ich fest überzeugt. Das hat weder was mit Logik noch mit Wissen oder so was zu tun. Wenn "Fachleute" oder auch andere Zeitgenossen so einen Unsinn von sich geben, dann stecken da andere, meist unbewusste Gründe dahinter, ganz sicher. Neid wird eine Rolle spielen (ich glaube nicht, dass sowas von jemandem kommen würde, der/die selber lange gestillt worden ist), ein ungutes Verhältnis zur eigenen Mutter, ich könnte hier lange spekulieren, aber da findet sich einiges! Aber zu Frage: Du kannst ganz sicher sein, Anja, dass es natürlich für die Psyche eines Kindes im günstigen Fall schwer, im schlechten traumatisch sein kann, wenn es so plötzlich abgestillt werden soll. Wenn das aus irgendeinem Grund sein MUSS (was ja nur in einem wirklich schlimmen und auch seltenen Fall bei der Mutter der Fall ist und das hoffe ich nicht), dann sollte man ALLES dafür tun, um dem Kind eine so schwierige Situation zu erleichtern. Besonders viel Nähe, Zuwendung und Körperkontakt also. LG, Chr.


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Kind 20 Monate stillt noch 3 Mal: Morgens 5-6Uhr Mittags 11Uhr oder 14uhr   [wenn ich Sie hinlegen um 11Uhr - wenn Sie in der Kita ist nach dem abholen 14Uhr] Abends 18:30-19Uhr Sie isst sehr schlecht.  Es gibt kein essen, bei dem man sagen kann,dass isst Sie bestimmt/sicher. Gemüse isst Sie nur wenig und auch Obst geht nicht immer. ...

Liebe Biggi, ich muss so langsam abstillen, da bei mir eine chronische Borreliose festgestellt wurde und wenn ich meine eigene Gesundheit angehen möchte, muss ich gewisse Dinge einnehmen, die nicht an Stillenden erprobt sind bzw. teilweise stillunverträglich sind. Meine Tochter ist jetzt 16 Monate alt und das Einschlafen untertags ist ziemlich her ...

Liebe Biggi, ich habe soeben viele deiner Antworten auf gestellte Fragen zum Thema Abstillen gelesen und war berührt von deiner Empathie und deinem Verständnis für jede einzelne Situation der Mütter die verzweifelt, verunsichert und einfach nicht weiter wissen - so wie ich.  Hier unsere Situation. Unser Sohn ist jetzt 19 Monate alt und wird fast ...

Hallo. Ich würde gerne "abstillen", habe seit Mitte Mai für unseren Sohn abgepumpt. Durch Brustentzündung im Dezember und Milchstaus etc. bin ich mittlerweile soweit, dass ich schon mitten im Abstillprozess bin, jetzt aber gerade nicht weiß wie ich es "beende". Ich pumpe nur noch morgens und abends 10 Minuten und es kommt auch nicht mehr viel raus ...

Hallo, Mein Sohn wird in sechs Wochen 3 Jahre alt. Er geht halbtags in den Kindergarten, den Rest der Zeit kümmere ich mich um ihn. Ich versuche ihn seit ca. 6 Monaten abzustillen. Zuerst haben wir es auf vier mal reduziert (morgens, Mittagsschlaf, abends und einmal nachts), dann habe ich versucht, es auf zweimal zu reduzieren, ohne nennenswert ...

Hallo, wir stillen immer noch :) Mein Sohn wird im Mai 2 Jahre und seit ein paar Wochen merke ich, dass er nur noch an der Brust "nuckelt" und eigentlich nicht mehr trinkt. Er trinkt 1x immer um ca. 23 Uhr richtig viel und die restlichen male nuckelt er nur wie bei eimem Schnuller. Er lässt sich aber anders (außer durch ewiges herumtragem) micht me ...

Hallo Frau Welter, ich bin leider total verunsichert und weiß nicht recht an wen ich mich wenden kann. Ich habe jetzt auch viele ähnliche Beiträge und Ihre Antworten dazu gelesen, aber nichts passt so richtig zu mir.  Mein Sohn wird in einem Monat 2 Jahre. Nach anfänglichen Problemen beim stillen, haben wir eine richtig schöne Stillzeit zusammen. M ...

Hallo, Meine Tochter ist 13 Monate alt und aufgrund einer anstehenden Kinderwunschbehandlung muss ich sie leider jetzt schon abstillen. Ich habe es bereits geschafft sie nachts abzustillen und sie schafft es mehrere Stunden zu schlafen, wacht aber dennoch öfter auf. Sie wird aktuell mehrmals gestillt: morgens nach dem aufwachen, mehrmals tagsüber ...

Hallo Biggi, meine Tochter ist 2 1/4 Jahre alt. Sie stillt noch sehr viel tagsüber und auch nachts noch häufig. Unsere Nächte sind oft sehr sehr unruhig und ich bin morgens völlig gerädert, da ich manchmal einfach nicht wieder in den Schlaf finde. Jetzt haben mein Mann und ich den Plan, unsere Tochter nachts abzustillen. Dazu möchte er die Nächte ...

Liebe Biggi,  ich hatte dir vor 2 Monaten geschrieben, dass ich einen Ausschlag unter der Brust habe und ich bei einer sehr unsensiblen Hausärztin war, die meinte ich müsse abstillen.  Nach deiner Rückmeldung hatte ich mich dagegen entschieden und erst mal abgewartet. Die Ärztin meinte es sei ein Pilz, allerdings hatte ich absolut keine Beschwerden ...