Mitglied inaktiv
Hallo Frau Welter, mein Sohn 5 Monate wird immer noch voll gestillt. Vor ca. 2 Monaten hatte er einen Pilz im Mund der ebenfalls auch meine Brustwarzen angegriffen hat. Seit dem sind diese ständig wund und blutig und das stillen macht wirklich keine Freude mehr. Habe alles versucht, Bepanthensaltbe, Schwarzteekompressen, Micotar Mundgel, Vaseline.....auf die Brustwarzen. Aber es wird einfach nicht besser und ich bin bei jeder Stillmahlzeit am weinen vor Schmerzen. Dazu kommt noch das ich total viel Milch habe und mittlerweile auch voll die Knoten in der Brust habe die ebenfalls schmerzen. Unserer Kinderärztin meinte sogar schon ich sollte doch mal zum Frauenarzt gehen und evtl. eine Abstilltablette nehmen damit sich das ein wenig beruhigt. Was halten Sie davon ? Habe auch schon versucht so meine Milchmenge zu reduzieren indem ich Mahlzeiten überspringe und zufüttere und meine Brustwarzen hätten etwas mehr Zeit sich zu erholen, aber da macht mein Sohn nicht mit. Er verweigert sämtliche Fläschchen und Breie. Habe jegliche Sauger....... probiert, fehlanzeige. Er ist sogar lieber 8-9 Stunden ohne Nahrung als an einem Fläschen zu saugen. Dann ist er so sauer das er nicht mal mehr an die Brust will, und das ist dann auch wieder toll weil meine Brüste kurz vorm explodieren sind. Haben Sie mir einige Tips ??? Im voraus besten Dank !!
? Liebe Mimi, kein Wunder, dass Sie bei dieser Leidensgeschichte am Ende sind! Ich fürchte, dass Sie und das Kind nie vollständig gegen Soor behandelt worden sind, so dass es immer wieder zu einer erneuten gegenseitigen Ansteckung kam. Deshalb muss jetzt - unabhängig davon, ob Sie sich zum endgültigen Abstillen entschließen oder nicht - unbedingt die Soorinfektion sowohl bei Ihnen als auch bei Ihrem Kind umfassend und lange genug behandelt werden. Bei einer Soorinfektion ist es unabdingbar, dass immer Mutter und Kind behandelt werden, auch wenn einer von beiden keine Symptome zeigt. Candida ist hartnäckig und kann in der Mundhöhle Ihres Kindes sitzen, ohne dass die geringsten Symptome zu erkennen sind. Wird dann nur die Mutter behandelt, dann stecken Sie sich immer wieder neu an. Das gibt den berühmten Ping-Pong-Effekt und Sie kommen aus diesem Kreislauf nicht mehr heraus. Ganz wichtig ist, dass lange genug behandelt wird. Sie müssen auch nach dem vollständigen Verschwinden der Symptome noch eine Weile weiterbehandeln, um einen Rückfall auszuschließen. Ich zitiere Ihnen nun noch aus „The Breastfeeding Answer Book" Stock, Mohrbacher, 1997: „Durch die Soorbehandlung muss das Stillen nicht beeinträchtigt werden. Bei leichteren Soorinfektionen kann bereits 24 bis 48 Stunden nach Beginn der Behandlung eine Besserung der Symptome verspürt werden. In anderen Fällen kann es drei bis fünf Tage oder länger dauern, bis die Symptome verschwinden. Die Mutter sollte die Medikamente bis zum Ende des Behandlungszyklus einnehmen, denn die Infektion kann wieder aufflammen, wenn die Medikamente beim Verschwinden der Symptome abgesetzt werden. Es gibt Möglichkeiten, wie die Mutter die Beschwerden während der Soor-Behandlung mildern und das Stillen angenehmer machen kann. Nachdem die Behandlung der Soorinfektion begonnen wurde, können die Beschwerden für ein bis zwei Tage schlimmer erscheinen, bevor eine Besserung eintritt. Die Mutter sollte ihre Brustwarzen nach jedem Stillen mit klarem Wasser abspülen und an der Luft trocknen lassen, da Soor in Milch und feuchtem Milieu gut gedeiht. Bis der Schmerz verschwindet, können folgende Vorschläge dazu beitragen, das Stillen weniger schmerzhaft zu machen: • häufigere, kürzere Stillmahlzeiten anbieten, • an der weniger schmerzhaften Seite zuerst anlegen (wenn es eine weniger schmerzhafte Seite gibt), • den Saugschluss des Babys unterbrechen, bevor es von der Brust genommen wird, indem sanft am Kinn des Babys oder an seinem Mundwinkel gezogen wird. Sobald die Diagnose Soor bestätigt ist, sollte die Mutter Vorsichtsmaßnahmen treffen, damit es keinen Rückfall gibt. Soorpilze können sich an vielen Stellen (einschließlich Muttermilch) halten. Deshalb sollte sich die Mutter ihre Hände häufig waschen und die folgenden Vorsichtsmaßnahmen einhalten, um einen Rückfall zu vermeiden. • Das Baby kann mit abgepumpter Milch gefüttert werden. Die Milch, die während einer Soorinfektion abgepumpt wurde, sollte jedoch nicht aufbewahrt und eingefroren werden. Einfrieren inaktiviert Hefepilze, tötet sie aber nicht ab (Rosa, 1990). Daher kann eingefrorene Milch, die das Baby nach Abschluss der Behandlung erhält, einen Rückfall verursachen. • Erhält das Baby einen Beruhigungssauger oder werden Flaschensauger oder Beißringe benutzt, müssen sie einmal täglich 20 Minuten lang ausgekocht werden, um die Soorerreger abzutöten. Nach einer Behandlungsdauer von einer Woche sollten sie weggeworfen und neue gekauft werden. • Wird eine Milchpumpe benutzt, müssen alle Teile, die mit der Milch in Berührung kommen (mit Ausnahme der Gummidichtungen), täglich ausgekocht werden. • Einmalstilleinlagen sollten nach jedem Stillen weggeworfen werden. Stilleinlagen aus Stoff sollte die Mutter nach jedem Stillen wechseln und erst wieder benutzen, nachdem sie in heißem Seifenwasser gewaschen wurden. • Ist das Baby bereits alt genug, um mit Spielsachen zu spielen, muss alles, was es in den Mund nehmen kann, häufig mit heißem Seifenwasser abgewaschen werden, um eine erneute Infektion und ein Weiterverbreiten der Infektion an andere Kinder zu verhindern. Treten immer wieder Soorinfektionen auf, müssen unter Umständen alle Familienmitglieder behandelt werden. Männer können mit Soor infiziert sein, ohne Beschwerden zu haben. Soorinfektionen können durch Geschlechtsverkehr zwischen Mann und Frau hin und her übertragen werden und von Kind zu Kind, wenn sie die gemeinsam verwendeten Spielzeuge in ihren Mund stecken oder beim Tandem-Stillen. Tritt der Soor immer wieder auf, nachdem bei Mutter und Baby zwei komplette Behandlungszyklen durchgeführt wurden, kann es sein, dass die ganze Familie gleichzeitig behandelt werden muss." Da Ihnen das Stillen jetzt verständlicherweise extrem weh tut, kann es sinnvoll sein, dass Sie ein Stillpause einlegen. In dieser Zeit können Sie mir einer effektiven Pumpe (am besten eine vollautomatische Kolbenpumpe mit Doppelpumpset) Ihre Milch abpumpen. Die abgepumpte Milch kann Ihr Baby mit einem Becher bekommen, damit umgehen Sie das Problem der Flaschenverweigerung. Lassen Sie sich den korrekten Umgang mit der Pumpe (die es in Ihrer Situation auf Rezept geben müsste) und das Becherfüttern am besten von einer Stillberaterin vor Ort zeigen. Die Kollegin kann Ihnen dann auch gleich zeigen und erklären, wie Sie korrekt anlegen und auf was Sie beim (An)Saugen Ihres Kindes achten müssen. Ich suche Ihnen gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus, wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben. Sobald Sie dann erst einmal diese akute Phase überstanden haben, können Sie in Ruhe überlegen, ob Sie abstillen wollen oder vielleicht doch - dann schmerzfrei - weiterstillen. Sollten Sie sich zum Abstillen entschließen, kann Ihnen die Kollegin auch dabei zur Seite stehen. Sie können auch ohne Medikamente abstillen. Ohnehin sind Abstillmedikamente wegen der möglichen (gravierenden) Nebenwirkungen umstritten und ihre Wirksamkeit nach der unmittelbaren Neugeborenenperiode ist nicht belegt. Gute Besserung und LLLiebe Grüße Biggi Welter
Mitglied inaktiv
Hallo, wenn es ein Pilz ist, dann muss er auch unbedingt mit einer Pilzsalbe behandelt werden! Ist der Mund-Soor denn schon weg? Ansonsten gibt es dafür Mykoderm Mundgel und für die Brust Mykoderm Salbe, die ist mit Nystatin und wirkt ganz gut (als ich Soor auf der Brust hatte, hat das Mundgel nicht geholfen, dass ich erst auch draufschmieren sollte)! Nach ein paar Tagen war es dann besser, ich hatte nämlich auch grosse Schmerzen beim Stillen deswegen! LG; Tina
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