Mitglied inaktiv
Hallo Kristina Ich habe jetzt vielleicht eine ungewöhnliche Frage... Gibt es eine sanfte Art, sein Kind abzustillen? Es gibt mehrere Gründe, warum ich dies jetzt gerne tun würde und möchte aber nicht abrupt das Kind "abstoßen". 1.) Meine Tochter ist nun 14 Monate alt und nimmt bevorzugt noch die Brust - tags wie auch nachtsüber. Schnuller akzeptiert sie seit drei Monaten überhaupt nicht mehr (kreischt dann bloß) und schläft dementsprechend auch nur an der Brust ein - wehe ich lege sie einfach ins Bett!!!!! 2.) Sie beißt sich richtig fest, so daß es mir richtig weh tut (manches Mal auch schon blutig) - hat ja 6 Zähnchen. Mal mit Absicht, wo ich dann vorsichtig in den Kiefer drücke, damit sie loslässt, mal so im Schlaf, wenn ihr die Brust "entgleitet". 3.) Ich werde aus finanziellen Gründen wohl ab Januar wieder arbeiten gehen müssen, zumindest Teilzeit (mein Mann muss aus gesundheitlichen Gründen umschulen). Deshalb würde ich sie gerne bis Dezember abstillen und lernen wollen, alleine im Bettchen einzuschlafen, bzw. sich auch von Oma oder Papa ins Bett bringen zu lassen. Ich habe jetzt lange Zeit die Nähe zu ihr sehr genossen, aber mittlerweile möchte ich auch gerne wieder eine gewisse "Freiheit" zurückhaben (es dauert ja doch oft eine halbe bis dreiviertel Stunde, bis sie endlich schläft und dann in ihr Bett gelegt werden kann). Sie hat damals nach der Geburt von Anfang an Probleme mit dem Schnuller gemacht. Erst im Alter von vier Monaten hat sie ihn wenigstens als Trösterle tagsüber und als Einschlafhilfe nach dem Stillen abends akzeptiert. Nun seit drei Monaten klappt es nicht mal mehr, daß ich den Schnuller nach dem Brustentziehen reinstecke. Da kann man fast eingeschlafen sein, da wird wieder wie am Spieß gebrüllt. Sie hat auch immer noch so einen starken Suchreflex. Tagsüber mag sie eigentlich immer gerne von uns mitessen - kann es auch kaum erwarten, bis das Essen endlich am Tisch ist - aber sie futtert nie richtige Portionen, wie vielleicht andere Kinder in dem Alter und sucht daher dann noch die Nahrung über die Brust. Es steht eigentlich immer etwas zum Trinken und zum Knabbern (Äpfel, Gurken, Karotten, Sesamstangen oder Brezen) auf dem Tisch griffbereit, aber dennoch will sie lieber bei Mama trinken. Gläschen und Breie mag sie auch überhaupt nicht! Wehe es ist breiförmig (z.B. Kartoffelpüree) - es wird nicht angerührt. Wie kann ich sie zum Abstillen animieren? Das Programm zum Essen ist ja immer gegeben. Kuscheln tun wir so auch. Die Nähe ist also auch so da. Abends kriegt sie Fläschen - da trinkt sie aber auch nur 50ml (nur wenn sie seeeeeeeeeeeeehr hungrig ist, dann auch mal 150ml). Oder muss ich warten, bis sie von alleine nicht mehr will? Im übrigen wird meine Brust auch als Trösterle mißbraucht. Wenn sie sich wehgetan hat, lässt sie sich von nichts anderem beruhigen - nur von der Brust. HILFE!!! Lieben Gruß, Angie
Kristina Wrede
Liebe Angie, keine Bange: Liebevolles Abstillen kann ein Kind gut verkraften, vorausgesetzt, die Mutter ist sich sicher, dass sie voll dahinter steht. Denn Zweifel spürt das Kind sofort und sie verunsichern es. Da du ganz klar schreibst, dass du die Stillzeit jetzt beenden möchtest, werde ich auf die "Probleme" im einzelnen nicht eingehen (Beißen, Stillen und Berufstätigkeit), sondern gebe dir nun ein paar nicht so drastische Methoden ein Kind abzustillen. Vielleicht findest Du etwas, was Dir zusagt. Viele Mütter beobachten, dass im Laufe des Abstillens die Kinder plötzlich doch Milch (in irgendeiner Form) getrunken wird. Oftmals lehnen Babys Milch aber auch aus dem Grund ab, weil sie sie noch nicht vertragen. Da kann es sein, dass Pre-Milch weiterhin eine Alternative ist, aber auch Schafmilch angenommen wird. Ihr werdet es einfach ein wenig ausprobieren müssen... Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Du Deinem Kind die Brust nicht von Dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die Deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du Dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt Dich hinzulegen, wenn Du Dein Kind zum einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es Dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn Dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst Dein Kind eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Außerdem möchte ich dir das Buch „Wir stillen noch - über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen, das im Buchhandel, bei La Leche Liga und jeder La Leche Liga-Stillberaterin und im Buchhandel erhältlich ist. Dass deine Kleine dich bzw. deine Brust zum Trösten oder auch Einschlafen braucht, ist nicht ungewöhnlich, denn sie spendet nicht nur leckere Milch sondern auch Geborgenheit, Sicherheit und eben auch Trost. Darum wird sich auch nach dem Abstillen der intensive Körperkontakt nicht zwangsläufig reduzieren, sondern vielleicht eher noch wichtiger für deine Kleine werden... Herzlichen Gruß, Kristina
Mitglied inaktiv
Danke, Kristina, für Deine ausführliche Antwort. Ich bin so dankbar, daß ich hier auf Verständnis stoße. Viele andere aus meinem Umfeld können ohnehin nicht verstehen, daß sie mit 14 Monaten noch immer an der Brust hängt und daher kommen viele "dämliche" Tipps. Könntest Du mir trotzdem noch einen Tipp zum Thema "Beißen" geben? Damit - zumindest für die Dauer des Abstillens - meine Brust etwas Schonung erfährt? Und noch eine andere Frage: Nachdem meine Tochter doch ein großes Nuckelbedürfnis hat, habe ich mir folgendes überlegt: Ich wollte gerne ein Moltontuch hernehmen, Knoten rein, ein bisschen ins Wasser tauchen, damit sie daran saugen kann und an einer anderen Ecke einen Schnuller befestigen. Ist das auch eine Möglichkeit zur Ablenkung oder hältst Du davon gar nix? Lieben Gruß, Angie
Kristina Wrede
Liebe Angie, gern gebe ich dir Tipps zum Thema Beißen: Wenn ein Kind Zähne bekommt, dann muss es sich zunächst selbst erst einmal an die "neuen Dinger" in seinem Mund gewöhnen und es muss in manchen Fällen erst lernen, wie es an der Brust trinken kann, ohne dass es diese neuen Zähne in die Brust der Mutter "eingräbt". Zunächst einmal, kannst Du die Stillpositionen häufig wechseln, damit nicht immer die gleichen Stellen belastet werden und deine Brust sich wieder erholen und die evtl. wunden Stellen abheilen können. Eventuell kannst Du auch etwas hochgereinigtes Wollfett (gibt es unter den Handelsnamen Lanosin, Lansinoh oder Purelan in der Apotheke) dünn auf deine Brustwarzen auftragen, um die Heilung zu unterstützen. Bei einem beißenden Baby haben sich die folgenden Strategien bewährt: - das Baby ohne großes Aufheben von der Brust nehmen sobald es seine Zähne in deine Brust drückt, damit es nicht versucht ist zu probieren, ob es die Mutter nochmals zusammenzucken lassen kann. - etwas Angemessenes zum Beißen anbieten. Sobald es zu einem Biss oder einem Beinahe Biss kommt, bietest Du dem Baby einen Beißring oder ein Spielzeug an, damit es weiß, wo es seine Zähne einsetzen darf. - das Baby schnell auf den Boden legen. Einige Mütter wollen auf das Beißen strenger reagieren. Nach ein paar Schrecksekunden für das Baby, die dem Ablegen folgen, sollte es beruhigt werden und die Rückmeldung bekommen, dass Beißen unangenehme Folgen hat. - einen Finger in die Nähe des Mundes des Babys legen, um den Saugschluss schnell zu unterbrechen, wenn es seinen Kopf dreht. Manche Babys lieben es, die Brustwarze nicht loszulassen, wenn sie abgelenkt werden und ihren Kopf drehen. Dies kann verhindert werden, wenn die Mutter einen Finger bereit hält, um den Saugschluss zu unterbrechen. Es wird nicht lange dauern, bis das Baby gelernt hat, dass sich wegdrehen bedeutet, die Brustwarze zu verlieren. - mit dem Baby reden und ihm erklären, dass Du das Beißen nicht lustig findest (klingt vielleicht noch verfrüht bei einem Baby, aber es funktioniert vielfach tatsächlich). Das mit dem Moltontuch klingt gut. Ich würde nur darauf achten, dass keine Waschmittelreste mehr im Tuch sind. Wenn die aus der Waschmaschine kommen, dann ist da meist noch relativ viel an Rückständen drin, also zur Sicherheit einfach ganz gründlich ausspülen... Lieben Gruß, und toi toi toi! Kristina
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