Mitglied inaktiv
hallo, ich habe ein echtes Problem... meine kleine ist 11 Monate alt und ich muß nun langsam ans abstillen denken, weil ich ab September wieder arbeiten gehe und Schichten arbeite. Ich stille sehr gerne und Lina lässt sich gerne stillen, da ist das eigentliche Problem! Ich weiß nicht wie ich abstillen kann. Je mehr ich es versuche um so schlimmer wird es und so mehr will sie an die Brust. Sie war jetzt 2 mal krank, hatte Fieber usw. da war das mit dem Stillen echt super, weil an die Brust geht sie ja auch immer. Nun bin ich soweit, das ich versuche die Abstände zu verlängern, momentan stille ich morgens, evtl. nochmal vormittags und dann erst wieder abends und nachts. Seit 3 Nächten ist es echt die Hölle nachts, sie würde am liebsten nur noch gestillt werden, ich habe morgens meistens sehr strapazierte Brustwarzen und "krabbel auf dem Zahnfleisch", habe dann echt gar keine Lust mehr zu stillen! Ich habe versucht ihr nachts dann nicht 2. stündlich die Brust zu geben, was dann aber in starkem Geschrei endet, und das dann so lange, das ich dann doch nachgebe! natürlich versuche ich es vorher ewig mit Schnuller, Reismilch, Wasser und viel Körperkontakt, aber das bringt alles nichts :o( die kleine ist sehr fixiert auf mich und ich bin sehr gerne für sie da und vergöttere meine beiden Kinder (Julian ist 6 Jahre). nun habe ich nur noch 4 Wochen Zeit und ich könnte jetzt schon heulen aufhören zu müssen, auf der anderen Seite freu ich mich auf die dann neugewonnene Freiheit. Bin langsam echt verzweifelt... :o( wissen Sie einen Rat? Danke im vorraus Lieben Gruß Daniela
Liebe Daniela, jede Familie muss für sich selbst ausprobieren, was am besten funktioniert, doch nach meiner Erfahrung ist es wenig sinnvoll zuerst das nächtliche Stillen ausfallen zu lassen. Günstiger ist es in den meisten Fällen zuerst das mittägliche Stillen einzuschränken und schließlich wegzulassen, dann das abendliche Stillen und zuletzt das Stillen in der Nacht. Wenn Sie nun abstillen wollen, dann sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeigen Sie ihm, dass Sie es selbstverständlich noch genau so lieb haben wie schon immer. Sie entziehen ihm die Brust aber nicht Sie selbst und Ihre Liebe. Dazu können Sie die Stillzeiten immer weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen oder zu trinken anbieten. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt Ihnen, Ihr Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Sie wenden sich jedes Mal Ihrem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Sie können Ihr Kind ja zuerst (kurz) stillen und dann Ihrem Partner übergeben. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Das kann auf verschiedene Art und Weise möglich sein. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn Ihr Partner nicht einspringen kann, bleibt es an Ihnen, Ihr Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass Ihr Kind weiterhin Ihre Liebe und Zuneigung spürt und Sie nicht gleich die Geduld verlieren, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Probieren Sie es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln. Bitte denken Sie auch daran, dass es für Lina eine große Umstellung sein wird, wenn Sie zu arbeiten beginnen. Gerade dann bedeutet das Stillen sehr viel für sie, den Stillen ist so viel mehr als nur Nahrung. Es ist Trost, Geborgenheit, sicherer Hafen und ein Weg zur Ruhe zu kommen, wenn die Wellen des Alltags so hoch geschlagen sind, dass das Kind keinen Weg mehr weiß, um mit sich selbst und der Umgebung ins Reine zu kommen. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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