jori
Hallo, ich lese immer mal wieder hier im Forum und bin an sich absolut überzeugt davon, dass Kinder sich selbst abstillen sollen. Hat mein 1. Kind super geklappt mit 1 3/4. Beim 2. jetzt gar nicht, es macht sie super super glücklich. Ich mag ihr dieses "Strahlen" nicht nehmen, merke aber, dass ich abends schon mal mit ihr "schimpfe" (und erschrecke dann über mich selbst), wenn sie die andere Seite ganz selbstverständlich auch noch trinken will, sich dann erst einrollt und schläft. Nach einer Seite trinken einschlafen geht GAR NICHT! Sie schläft aber längst nicht mehr BEIM Stillen ein. Sie ist 2 1/4 Jahre alt. Ich mache seit über einem Jahr das, was ich als "sanftes Abstillen" verstehe: Nicht anbieten, versuchen abzulenken, etwas anderes anzubieten, kein Stillen im Kindergarten, u.ä. Inzwischen auch ein Nein, wenn es mir draußen zu kalt ist. Aber sie LIEBT es einfach zu stillen. Nur ich könnte langsam gut aufhören. Aber wie? Im Freundeskreis stillen übrigens eine ganze Reihe von Müttern noch ihre Kinder mit 2, klar nerven "Blicke anderer", aber da ich eben dieses tolle "soziale Netz" habe, wäre für mich mein EIGENER Wunsch abzustillen, tatsächlich wichtiger als die "anderen Leute". (Ach so: Schlafen im Kindergarten, beim Papa einschlafen, wenn ich nicht im Haus bin, alles super!!! Ein selbstständiges, pfiffiges kleines Kind hab ich hier, alles sonst gut ;-)) Über Tipps würde ich mich freuen! lg jo
Liebe Jo, einer der Grundsätze der La Leche Liga besagt „Im Idealfall wird die Stillbeziehung fortgesetzt, bis das Kind ihr entwachsen ist“. Aber wir vergeben keine Medaillen für die längste Stillzeit. Die WHO empfiehlt eine mindestens zwei Jahre andauernde Stillzeit und dies nicht nur für Drittweltländer sondern allgemein. Und ja, Kinder stillen sich von alleine ab, in dem Tempo und zu der Zeit die, wenn man sie lässt, ihrer eigenen Entwicklung entsprechend. Das kann mit zwei Jahren sein, aber auch (was einer westlichen Mutter zunächst vielleicht befremdlich erscheinen mag) mit sechs. Das weltweite Durchschnittsalter beim Abstillen beträgt etwa 4 Jahre und drei Monate. Nun kannst Du versuchen den Abstillprozess allmählich und viel Liebe und Geduld zu beschleunigen. Wie deine Tochter auf deine Abstillbemühungen reagieren wird, hängt auch von dir ab. Wenn Du (vielleicht unbewusst) nicht völlig davon überzeugt bis, wirklich abzustillen zu wollen, wird dein Kind dies spüren. Wichtig ist nun, dass ihr zum Einen wirklich miteinander redet und Du deinem Kind klar erklärst und sagst, was Du willst und was Du nicht mehr willst. Zum Anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. Es ist manchmal schwierig bei einem älteren Kind genau zu unterscheiden, will es jetzt wirklich das Stillen oder sucht es „nur" Aufmerksamkeit und Zuwendung. Doch mit einem zweijährigen Kind kannst Du sprechen und auch Abmachungen treffen, die dann auch eingehalten werden können außer in „Katastrophensituationen". Es kann nun sein, dass sich bei euch schon so etwas wie ein „Kampf" entwickelt hat, doch auch aus dieser Situation werdet ihr wieder einen Weg herausfinden, wenn Du deiner Tochter mit Eindeutigkeit begegnest, so dass sie klar erkennen kann „Mama meint das, was sie sagt und tut auch wirklich so". Vielleicht magst Du das Buch „Nein, nein will nicht Was tun wenn Kinder trotzen" von Barbara Sichtermann (rororo Taschenbuch) lesen. Mir hat es sehr geholfen. Leider ist es im normalen Buchhandel nicht mehr erhältlich, doch probier es doch einmal bei Amazon oder so bei den gebrauchten Büchern, wenn es dich interessiert. Ein anderes Buch, das zur besseren Verständigung zwischen Eltern und Kindern beiträgt und dessen Vorschläge auch bereits bei kleinen Kindern praktikabel sind ist „Nun hör doch mal zu Elternsprache Kindersprache" von Adele Faber und Elaine Mazlish (dieses Buch ist im Buchhandel, bei der La Leche Liga und bei jeder LLL Stillberaterin erhältlich). Ein weiteres empfehlenswertes Buch ist „Kinder fordern uns heraus" von Dreikurs sowie die Bücher von Thomas Gordon (Die Familienkonferenz, Familienkonferenz in der Praxis). Auch Steve Bidulph „Das Geheimnis glücklicher Kinder" ist lesenswert. Ich wünsche dir viel Kraft und gute Nerven, für die momentan anstrengende Phase LLLiebe Grüße Biggi
jori
Danke! Vielleicht brauch ich wirklich mehr Klarheit für mich selbst..... Ich hoffe ja immer noch, dass das Stillen sich "herausschleicht" .... Danke für die Buchtipps, ich werde mal auf die Suche gehen!
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