Mitglied inaktiv
Liebe biggi, meine kleine tochter ist 2,5 jahre alt und stillt sich noch. zwar habe ich schon länger versuche gemacht sie abzustillen, es ist mir aber nicht gelungen. sie trinkt noch sehr oft am tag, und obwohl sie kürzlich auf ihre eigene initiative aus dem familienbett ausgezogen ist und nun im eigenen bett im benachbarten kinderzimmer schläft, kommt sie nachts mehrmals zum stillen. das ist anstrengend,denn insgesamt habe ich nun über 4 jahre nicht durchgeschlafen (seit der geburt meiner ersten tochter). brust anbieten mache ich schon sehr lange nicht mehr, stillzeit verkürzen sowieso, sonst würde sie 1 stunde und länger trinken. wenn ich sie nicht lasse, weil sie erst vor kurzem getrunken hat oder weil ich grad keine zeit habe, wird sie oft furchtbar böse und schlägt sogar nach mir. ansonsten haben wir ein super entspanntes liebevolles verhältnis zueinander, aber am stillen reiben wir uns gewaltig. manchmal denke ich, sie kompensiert alles was sie anstrengt oder stört nur übers stillen. nun aber hilft alles nicht mehr: da ich schwer chronisch krank bin, werde ich in wenigen tagen auf marcumar und auf interferon eingestellt. ein weiterstillen ist definitiv damit nicht möglich. aber wie soll ich ihr das erklären? in einem stillbuch(lothrop?)las ich den vorschlag, etwas scharfes oder saures auf die brustwarzen zu geben und damit klarzumachen, daß die milch jetzt nicht mehr gut ist für das kind. ob das wohl praktikabel ist? vielleicht hast du noch einen tip für mich, ich weiß momentan nicht weiter. liebe grüße a.
Liebe A, es tut mir leid, dass Du so krank bist und wünsche dir sehr, dass es mit den Medikamenten bald besser geht. Die immer wieder vorgeschlagene "Curry Methode" (auch Senf Methode genannt) kann einen sehr gravierenden Vertrauensbruch bedeuten. Stelle dir vor, deine kleine Tochter kommt vertrauensvoll zu dir, um an der Brust zu trinken und muss dann erfahren, dass die Brust abscheulich schmeckt. Kannst Du dir den Schreck und Schock vorstellen? Ich will nicht leugnen, dass Kinder auf diese Weise abgestillt werden, doch um welchen Preis. Ich würde ehrlich zu dem Kind sein, würde der Kleinen die Medikamente zeigen und ihr erklären, dass Du diese nehmen musst, sie aber deshalb nicht mehr trinken kann. Außerdem musst Du dir wirklich sicher sein, dass Du auch abstillen möchtest, denn vielleicht gibt es auch eine Alternative mit den Medikamenten. Es gibt nur sehr wenige Erkrankungen, die Auswirkungen auf das Stillen haben und es auch nur ganz selten Situationen, in denen es keine Möglichkeit der Behandlung gibt, die mit dem Stillen zu vereinbaren ist. Leider ist es jedoch immer wieder so, dass sich Ärzte in dieser Hinsicht nicht unbedingt so gut auskennen und dann rasch (und überflüssigerweise) zum Abstillen raten, ohne sich bewusst zu sein, dass das Risiko des Abstillens bzw. Nicht Stillens, die Risiken einer Behandlung während der Stillzeit bei weitem übersteigen. Es gibt die Möglichkeit, dass sich Ärzte informieren. Dazu gibt es zum einen Fachbücher (nicht die Rote Liste, denn die ist lediglich eine Sammlung der Beipackzettel). "Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" von Spielmann und Schaefer ist im deutschsprachigen Raum das Standardwerk zu diesem Zweck. Im Zweifelsfall kann sich ein Arzt bei der Beratungsstelle für Vergiftungserscheinungen und Embryonaltoxikologie Tel.: 030 30686 734 erkundigen. Das Team um Dr. Ch. Schaefer hat dort einen speziellen Beratungsdienst für Ärzte zu Medikamentenfragen und Fragen zu Diagnoseverfahren in Schwangerschaft und Stillzeit eingerichtet. Gute Besserung und LLLiebe Grüße Biggi Welter
Mitglied inaktiv
liebe biggi, leider gibt es keine alternative zu den medikamenten, die beide gravierende nebenwirkungen haben und lt. der berliner beratungsstelle sollte ich es nicht riskieren damit weiterzustillen. mit den bisherigen medikamenten ging es, aber die reichen nicht mehr aus. ich kann es auch nicht riskieren, die einnahme noch länger hinauszuschieben. ich fürchte mich richtiggehend vor den nächsten tagen und werde vermutlich ein stundenlang tobendes kind um mich haben :-(((( trotzdem danke a.
Mitglied inaktiv
Liebe A., ich wollte dir einfach mal sagen, wie leid es mir tut, dass ihr beide jetzt vor so einer schwierigen Situation steht. Mein jüngerer Sohn ist auch 2 1/2 und stillt ebenfalls noch relativ viel - hier wäre auch die Hölle los, wenn es von heute auf morgen hiesse: Nein, es gibt nichts mehr. Trotzdem würde ich es eher so machen, wie Biggi vorgeschlagen hat: Erkläre Deiner Tochter, dass du ernsthaft krank bist und nun Medikamente nehmen mußt, die über die Milch auch sie erhalten würde und die wiederum sie sehr krank machen würden. Daher dürfe sie nun leider nicht mehr stillen. Das sei gewiss sehr schwer für sie, ebenso wie für dich und du wollest alles tun, um ihr über ihren daraus herrührenden Kummer hinwegzuhelfen und sie zu trösten, so gut du kannst.- Lass sie in ihrem Kummer dann nicht allein, sondern nimm sie in den Arm und versuche alles, um sie zu trösten und so oft wie möglich abzulenken. Vielleicht kannst du mehr unternehmen und möglichst viele Situationen vermeiden, in denen sie gestillt hat. Was mag sie denn besonders gerne - außer dem Stillen ;o) -, was ihr beide zusammen tut? Z.B. ein Buch vorlesen, gemütlich aneinandergekuschelt. Das könntest du ihr versuchen, als Ersatz anzubieten. Wenn es wirklich schlimm wird und du ein bisschen Verschnaufpause brauchst, kann der Vater dich bestimmt mal "ablösen". Am schwierigsten dürfte die Einschlafstillen-Situation sein, weil müde Kinder erfahrungsgemäß wenig einsichtig und aufnahmebereit für Erklärungen sind... Wenn du bisher zum Einschlafen gestillt hast, wäre es bestimmt gut, wenn auch das Begleiten in den Schlaf für eine Weile der Vater allein übernimmt. Ich habe auch bereits einmal abrupt abgestillt, aber mein älterer Sohn war damals schon 3 Jahre und 8 Monate alt und stillte fast nur noch zum Einschlafen. Ich mußte wegen rezidivierender schwerer Anginen Antibiotika nehmen und fühlte mich vom Tandemstillen einfach überfordert. Daher habe ich die Medikamenteneinnahme "genutzt", um ihn abzustillen. Ich habe es so gemacht, wie oben beschrieben, habe ihm erklärt, warum es nicht anders geht und dass das Baby noch keine andere Nahrung zu sich nehmen könne, er aber sehr wohl. Für ihn kam es sehr plötzlich und er war völlig unvorbereitet. An diesem Abend hat er zwei Stunden lang geweint und geschrieen und wollte sich nicht mit dem "Nein" abfinden. Ich versuchte, ihn zu trösten, so gut es ging und hielt ihn im Arm dabei, bis er einschlief. In den nächsten Tagen fragte er immer wieder, wann er denn wieder stillen könne, ich sagte dann, dass ich die Medikamente noch nehmen würde. Er fragte immer seltener, nur noch alle paar Tage: Wie lange mußt du die Medikamente denn noch nehmen? Und nach drei Wochen war alles vorbei (obwohl er ja mehrmals täglich seinen zwei Monate alten Bruder stillen sah). Ich hoffe für Euch, dass die Situation ebenfalls recht glimpflich ausgeht und drücke beide Daumen dafür! Liebe Grüße Oda
Mitglied inaktiv
Hallo Biggi, meine Maus ist jetzt zwar schon 18 Monate, aber ich habe trotzdem nach langer Zeit eine Frage an Dich. Mein Eric trinkt abend vorm Schlafen c. 250g Kuhmilch und in der Nacht nochmal. Am liebsten würde er auch früh noch eine Flasche trinken. Aber ich bin mir nicht sicher, ob das nicht zuviel Kuhmilch ist. Gibt es noch Alternativen, oder kann ich es ihm bedenkenlos geben, wenn er es so gerne trinkt? Vielen Dank für die Antwort und viele Grüße. Elke
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