Mitglied inaktiv
Guten Morgen, ich habe eine Frage bezueglich des Abstillens. Mein Sohn wird am Samstag 8 Monate alt und es klappt irgendwie nicht mit dem Abstillen. Er schlaeft seit Wochen nachts sehr schlecht und wacht alle 2-3 Stunden auf (in seinem eigenen Bett). Liegt er bei uns mit im Bett, so schlaeft er fester, aber nicht unbedingt laenger. Ich habe schon alles probiert ihn nachts zu beruhigen, ohne ihn zu stillen, dies klappt aber leider nicht. Morgens stille ich ihn vorm 1.Schlafen so gegen 10. Mittags gg.12 bekommt er Brei, den er mittlerweile auch isst, jedoch nach einem halben Glas den Mund nicht mehr aufmacht. Nach einer Stunde will er dann wieder die Brust. Dann schlaeft er ab ca. 2 und nachmittags gebe ich ihm Obstbrei, von dem er auch nur ein bisschen isst, d.h. er hat schon bald erneut Hunger. Abends dann einen Brei, von dem er aber auch nur ein paar Loeffel isst. Ich streiche die ueberfluessige Milch immer aus, nur klappt das Abstillen eher tagsueber. Nachts stille ich oefter und kann so doch gar nicht abstillen koennen oder? Das ganze Spiel geht nun schon seit ca. 3-4 Wochen und es ist irgendwie keine Besserung in Sicht. Soll ich ihm abends vielleicht eine Flasche geben, damit er gesaettigter ist? Was kann ich tun, damit er tagsueber mehr isst? Ich waere fuer Tipps sehr dankbar! Vielen Dank!
Liebe Mumbella, bei der Einführung der Beikost sollte der Ausdruck Bei Kost wörtlich verstanden werden. Die Bei Kost soll die Muttermilch nicht ersetzen sondern ergänzen. Ein halbes Glas ist für ein so kleines Kind schon eine ganz beträchtliche Menge. Eine Mahlzeit muss auch keinesfalls „vollständig ersetzt“ sein, ehe die nächste Beikostmahlzeit eingeführt wird. Allerdings solltest Du dir von einem Abendbrei nicht zu viel erhoffen: entgegen der weitverbreiteten Meinung wird durch die Einführung eines Abendbreies das Schlafverhalten des Babys nicht positiv beeinflusst. Wenn Du nun nicht mehr stillen magst, solltest Du langsam und mit viel Liebe die Stillmahlzeiten durch künstliche Säuglingsnahrung ersetzen. Eine Umstellung auf ausschließlich feste Kost ist in diesem Alter nicht empfehlenswert. Wenn dein Baby bei dir die Flasche ablehnt, ist es unter Umständen günstiger, wenn zunächst jemand anderes das Flaschegeben übernimmt. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby ab sechs Monaten (oder einer anderen Altersgrenze) nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten. Eine Studie von Jelliffe und Jelliffe ergab, dass Babys im Alter von 10 Monaten mindestens 25 % ihrer Muttermilchaufnahme nachts zu sich nehmen. Das spricht eindeutig dafür, dass Babys auch nach den ersten sechs Monaten nachts noch hungrig sind. Es gibt Kinder, die nachts keine Nahrung mehr brauchen, aber es gibt eben auch sehr viele Kinder, die mit einem halben Jahr noch nicht so weit sind. So wie manche Kinder bereits mit elf Monaten laufen und andere damit erst mit 16 Monaten beginnen, so entwickeln sich auch alle anderen Dinge bei jedem Kind individuell verschieden und diese Entwicklung lässt sich begleiten, aber nicht beschleunigen. Es gibt kein Patentrezept, um ein Kind zu längeren Schlafphasen zu bringen. Hätte ich eines, das das Kind achtet, würde ich ein Buch darüber schreiben und damit einen Bestseller landen, an dem sich gut verdienen ließe. Wenn Du gerne liest und ein Buch lesen möchten, das sich mit dem Thema Schlaf auseinandersetzt und dessen Autor beim Thema Schlaf auch Achtung vor dem Baby zeigt und dessen Bedürfnisse ernst nimmt, kann ich dir wärmstens „Schlafen und Wachen ein Elternbuch für Kindernächte" von Dr. William Sears empfehlen, das im Buchhandel, bei der La Leche Liga und jeder LLL Stillberaterin (auch bei uns) erhältlich ist. LLLiebe Grüße Biggi
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