Johanna8
Liebe Biggi Meine Tochter ist gerade 2 geworden. Ich stille sie eigentlich schon immer nach Bedarf (was, sehr sehr oft sein kann)(Ich stille so oft, dass ich noch immer nicht meine Tage bekommen habe). Sie schläft mit dem Vater und mir im Familienbett. Das machts in der Nacht ok. Also ich meine nicht noch schlimmer... In der Nacht trinkt sie zwischen 2 und 5x, was schkn oft ist, wenn ich am Morgen früh raus und funktionstüchtig sein soll. Außerdem sind wir seit sie 3 Monate alt ist, windelfrei. D.h. ich setze sie wenn ich ins Bett gehe (so gegen 11) und dann wenn sie in der Nacht aufwacht, so um 4, aufs Töpfchen. Vor einem Monat habe ich angefangen zu arbeiten und komme wirklich an meine Grenzen. Zusätzlich zu der neuen Herausforderung in der Arbeit habe ich also diese nicht durchgeschlafenen Nächte. Ich habe auch von Vielen Frauen aus meinem Umfeld gehört, dass das Stillen eines Kleinkinds auch ganz schön an den Kräften zehrt. Ich hab schon etwas abgenommen im letzten Monat. Das ist wohl die kombo mit dem Job. Kannst du das bestätigen, mit dem auszehren? Wenn ich Arbeite, ist mein Freund daheim mit der Tochter, und leidet darunter, dass er die ewige nummer zwei ist. Er hat das Thema abstillen wieder mal angesprochen und es scheint mir auch immer atraktiver zu werden. Radikales abstillen kommt für mich nicht in frage. 1. Weil ich sie nicht schocken möchte und 2. Weil ich schon nach einer 3tägigen Trennung fast eine beidseitige Brustentzündung bekommen habe. Das nicht anbieten/nicht ablehnen/ablenken mache ich oft. Aber das ist wirklich nicht der Rede wert. Ich stille trotzdem sicher noch 5x oder mehr pro tag und dann auch in den Nächten. Jetzt hab ich gehört, zu versuchen in der Nacht abzustillen und den Tag weiter versuchen ausklingen zu lassen... ich bin mir einfach nicht sicher was ich wie versuchen soll. Hast du Tips für mich? Liebe Grüße Johanna
Liebe Johanna, wenn Du sehr erschöpft bist, so hat das wohl weniger mit dem Stillen zu tun, sondern damit, dass Du einen der anstrengendsten Berufe der Welt ausübst: Mutter. Das ist ein 24-Stunden Job mit 7-Tage-Woche ohne Urlaubsanspruch. Und diese Jobbeschreibung für eine Stelle auf die sich sonst freiwillig nie jemand bewerben würde, sagt doch wohl schon alles, ganz gleich, ob die Frau stillt oder nicht. Ehe Du aber jetzt zusammenklappst, weil Du nicht mehr genug Schlaf bekommst, muss eine Lösung gefunden werden, die Dich entlastet. Das kann durchaus eine vermehrte Einbeziehung des Vaters sein, damit Du eine Möglichkeit hast, dich auszuruhen und neue Energie zu sammeln. Auch wenn Dein Baby sich beschwert und protestiert, ist das völlig okay, denn Ihr lasst es ja nicht alleine, sondern steht ihm bei. Die Pantley-Methode hat sich oft genug bewährt, darum kopiere ich sie dir hier ein: Erkläre Deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich Dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von Dir aus Deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf Dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihm während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst Du nicht befürchten, wenn du ihm wirklich beistehst und ihn nicht "strafst" für seine natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Nur wenn sich Dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Ich hoffe, dass Dir meine Antwort weiterhilft. Liebe Grüße Biggi
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