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Abstillen eines 11-monatealten Babys

Frage: Abstillen eines 11-monatealten Babys

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Ich bin Mutter einer 11 Monate alten Tochter und alleinerziehend. Mein Freund hat uns Ostern dieses Jahres verlassen. Er war aber sonst nie da, auch während der Schwangerschaft. Ich erhalte Hilfe im Haushalt von meiner Mutter. Mein Problem ist, dass meine Kleine immer nur an der Brust einschläft und Nachts aller zwei Stunden trinken will. Außerdem bekommt sie tatsächlich Wutanfälle und haut dann um sich und schreit, wenn sie etwas nicht darf oder etwas nicht mag bzw. etwas nicht bekommt. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich liebe mein Kind mehr als alles andere auf der Welt und versuche Geduld aufzubringen, doch langsam bin ich an meinen Grenzen angelangt. Ich habe massive gesundheitliche Probleme (belastungs Asthma bekommen und starke Schmerzen in den Händen und im Becken). Ich möchte so gern mal wieder mehr als 2 Stunden am Stück schlafen und auch mal abends (auch wenn es nur zwei Abenden in der Woche sind) einen Film schauen oder Buch lesen. Das kann ich nicht, da meine Kleine nicht alleine schläft und einschläft. Schreien lassen, kommt nicht in Frage, da ich das probiert habe und alles nur noch viel schlimmer gemacht hat. Am Tag gehe ich nach der Methode vor "nicht anbieten aber auch nicht verweigern". Somit trinkt sie fast nur noch abends, bevor sie schlafen geht.Tagsüber akzeptiert sie das und verlangt auch nicht mehr. Einschlafprozedur dauert meistens bis zu ein- oder zwei Stunden. Es gibt seit Monaten ein Einschlafritual (zusammen essen, baden, umziehen, Zähne putzen, kuscheln und Buch schauen dann schlafen gehen.) Doch eben abends und nachts ist es nicht möglich, ihr die Brust zu verweigern, denn sie schreit sich dann immer in Rage. Was kann ich tun? Ich wäre dankbar, wenn sie ohne mich abends ein- und vielleicht 2 bis 3 Stunden allein schlafen könnte. Ich bin bereit auch nachts noch ein und das nächste mal gegen morgen zu stillen. Danke im Voraus. Katja


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Liebe jeks, ich kann mir so gut vorstellen, wie es dir geht! Und aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: Es ist nicht das Stillen, was dich schafft, es ist der "Machtkampf" mit deiner Kleinen. Deine Kleine ist offenbar ein sehr anhängliches Kind, vielleicht spürt sie, dass in deinem Leben nicht alles so ist, wie du es brauchst, um dich wohl zu fühlen. Wann hast du dich das letzte Mal so richtig ausweinen dürfen?`Wann hat dir jemand das letzte Mal gesagt, dass du eine tolle Mutter bist? Ich mach das jetzt mal von hier aus, und wenn es auch nur symbolisch sein kann, so hoffe ich, dass es dein Herz berührt und dir ein wenig Frieden schenkt!! Und nun verrate ich dir ein großes Geheimnis: Unsere Kinder DÜRFEN sauer sein, sie dürfen wüten, toben, schreien. Sie haben nicht viel mehr Mittel und sind noch so unerfahren, darum fahren wir gut, wenn wir ihnen dieses unreife Verhalten einfach zugestehen. Oft fällt uns das schwer, weil wir selbst als Kinder erleben mussten, dass wir nur dann lieb gehabt wurden, wenn wir "brav" waren. Und dennoch: Wir können lernen und erleben, dass es gar nichts Schlimmes ist, wenn ein so kleiner Mensch in Rage gerät. Wenn es uns gelingt, das zuzulassen werden wir erleben, wie unser Kind allmählich ruhiger wird. Denn es spürt, dass wir es ernst nehmen... Wenn du nun also deine Maus nachts abstillen möchtest, zumindest zeitweise, ist eine "stillfreie Zeit" eine machbare Sache. Es ist ein paar Nächte lang anstrengend, aber wie gesagt, wenn du ÜBERZEUGT bist und diese Überzeugung auch selbst respektierst, es also gar keine Alternative zu deiner Entscheidung gibt, dann spürt dein Kind diese Kraft! Es mag protestieren, das ist ja auch sein gutes Recht. Aber je stärker es dich spürt, desto eher wird es dir "folgen". Hier also nun unsere Tipps zum Thema "Stillfreie Zeit in der Nacht": Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihm während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte". Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Vielleicht ist es auch für euch hilfreich? Lieben Gruß, Kristina


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