Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen - aber wie?

Frage: Abstillen - aber wie?

Kathi Gladbach

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Liebe Biggi, ich habe schon viele Antworten von dir gelesen und hoffe, du kannst mir auch weiterhelfen. Meine Tochter ist jetzt 13 Monate alt und ich würde gerne abstillen. Bei ihr war es von Geburt an schwierig mit dem Schlafen (schlief nur im Tragetuch oder auf uns) und ich gehe langsam auf dem Zahnfleisch. Habe durch das Stillen sehr viel abgenommen und hatte nach der Geburt auch lange Zeit psychische Probleme…. Ich stille derzeit noch abends zum Einschlafen und nachts. Wir waren schon mal soweit, dass sie nachts nur noch 1-2x wach wurde zum Stillen. In den letzten Wochen ist sie nachts aber wieder 4-5x wach und lässt sich nur durchs Stillen beruhigen bzw. findet nur so wieder in den Schlaf. Sie schläft bei uns im Bett. Beim Mittagsschlaf klappt es meistens (wenn sie nicht gerade zahnt), dass sie nur mit Singen und streicheln einschläft, ich muss aber immer daneben liegen, solange sie schläft. Aber abends ist das nicht denkbar. Sobald wir ins Bett gehen, fordert sie die Brust ein. Momentan wacht sie oft schon nach einer Stunde wieder auf und ich stille wieder, was mich mehr und mehr stört. Wie kann ich abstillen? Sollte ich ihr abends zum Einschlafen stattdessen Wasser oder Hafermilch anbieten? Premilch will sie nicht, das haben wir schon probiert. Auch den Schnuller, den sie im Kinderwagen oder im Auto nimmt, lehnt sich nachts ab. Ich freue mich über eine Antwort von dir. Liebe Grüße, Katharina


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Katharina, mit viel Geduld und liebevoller Konsequenz schaffst Du das! Am besten wäre es, wenn Du wieder schrittweise vorgehen würdest und anfangs stillfreie Stunden einführen würdest, denn das hat ja bereits geklappt. Kennst Du Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte“? Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Dazu kannst du wie folgt vorgehen: Erkläre Deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich Dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von Dir aus Deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf Dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du Deiner Kleinen während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Die ersten paar Nächte werden nicht einfach werden und Dein Kind wird erst einmal toben. Vielleicht kannst Du an einem Wochenende beginnen, damit Du tagsüber etwas ausruhen kannst. Hab Geduld, mit liebevoller Konsequenz schaffst Du das! Lieben Gruß Biggi


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