Mami_seit_2015
Hallo liebes Team der Stillberatung, meine Tochter (18 Monate alt) bekommt tagsüber 3 Haupt- und 1 bis 2 Zwischenmahlzeiten. Außerdem stille ich sie nach dem Nachtschlaf, nach dem Mittagsschlaf, zum Einschlafen und in der Nacht nach Bedarf. Der "ursprüngliche Plan" war, dass wir das so lange beibehalten, wie sie es möchte. Je älter sie wird, umso mehr erschöpft mich das Stillen in der Nacht. Während eines Stillvorgangs muss ich auf dem Rücken liegen (was absolut nicht meinen Schlafgewohnheiten entspricht) weil meine Tochter oft zwischen beiden Brüsten hin und her wechseln möchte. Sie ist mitunter sehr unruhig dabei. Früher hat ihr in der Nacht eine Seite gereicht, so dass ich sie auf der Seite liegend stillen und dann dabei weiter schlafen konnte. Das Stillen am Tag ist im Vergleich hierzu noch ok, schränkt mich in meiner Tagesplanung allerdings auch oft ein. Ich habe ein ganz schlechtes Gewissen, weil ich glaube, dass sie immer noch sehr gerne stillt. Auf der anderen Seite merke ich, dass ich an meine Grenzen komme. Ich schwanke zwischen Abstillen und nicht Abstillen und bin schon ganz verzweifelt... Gibt es eine sanfte Methode abzustillen? Liebe Grüße, Julia.
Liebe Julia, viele Frauen haben irgendwann das Gefühl stillmüde zu sein. Dieses Gefühl ist kein Grund für ein schlechtes Gewissen oder gar Schuldgefühle! Es ist vielmehr ein Anlass, sich in aller Ruhe zu überlegen, wie es weitergehen soll und dann die Entscheidung zu treffen, die für die jeweilige Frau die richtige scheint. Wenn Du für dich zu dem Schluss gekommen bist, dass Du sicher nicht mehr stillen magst, dann ist der erste Schritt, dass Du diese Entscheidung wirklich aus ganzem Herzen triffst und keinerlei Zweifel daran hast, dass es euer Weg ist, jetzt die Stillzeit zu beenden. Vielleicht hilft dir bei deiner Entscheidung, wenn Du in einem ruhigen Moment mal eine Liste machst, auf der Du aufschreibst, was Du dir vom Abstillen erhoffst. Dann gehe jeden dieser Punkte durch und überlege - und sei dabei ganz ehrlich zu dir selbst - was davon wirklich realistisch ist. Muttersein ist einer der härtesten und anstrengendsten Berufe der Welt ist, der sieben Tage die Woche und 52 Wochen im Jahr einen 24 Stunden Dienst ohne Urlaubsanspruch und Krankschreiben bedeutet. Und an dieser Tatsache ändert sich nichts, ob frau nun stillt oder nicht. Selbst wenn eine Mutter ihr Kind vorübergehend in die Betreuung durch Vater, Großmutter oder Babysitter gibt, bleibt sie die Mutter und wird das Kind nicht aus ihren Gedanken streichen können oder die Verantwortung dafür abgeben können. Deinen Worten entnehme ich, dass dein Kind nachts nicht in deiner unmittelbaren Nähe schläft, denn Du stehst mehrmals auf. Gerade das Nicht-Aufstehen-Müssen ist ja einer der Vorteile des Stillens. Wenn dein Kind in deiner unmittelbaren Nähe schläft (z.B. in einem an dein Bett angestellten Kinderbett, auf einer Matratze direkt neben deinem Bett oder mit dir gemeinsam in deinem Bett) musst Du nicht aufstehen, sondern drehst dich einfach um, legst das Kind an und kannst - wenn schon nicht weiterschlafen - zumindest ruhen. Außerdem kommt dein Kreislauf nicht erst weiter in Schwung durch das Aufstehen, was das Wiedereinschlafen erleichtert. Selbst wenn Du dein Kind jetzt abstillst, hast Du keinerlei Garantie, dass es nachts länger schlafen wird. Wenn Du jetzt also abstillen willst, dann tu es, verbinde aber bitte keine allzu großen positiven Veränderungen in eurem Leben damit, denn dann könnte die Enttäuschung unter Umständen groß sein. Das möglichst baldige Abstillen wird bei deinem Kind nun kaum ohne Protest abgehen und von wird einerseits sehr viel liebevolle Zuwendung und andererseits die Bereitschaft, den Protest und die Tränen deines Kindes mit ihm gemeinsam durchzustehen verlangt werden. Eventuell kann dich auch dein Partner unterstützen und zumindest einen Teil der nächtlichen Betreuung übernehmen. Also nicht Du wendest dich jedesmal dem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, dein Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du allmählich und mit viel Liebe vorgehst und nicht zu schnell die Geduld verlierst. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? LLLiebe Grüße Biggi
Mami_seit_2015
Hallo Biggi, meine Tochter schläft in einem Bettchen, welches auf Matratzenhöhe an mein Bett gestellt ist. Manchmal schläft sie auch mit in meinem Bett. Es ist nicht direkt das Stillen was mich stört, sondern die Art, wie gestillt wird: Ich auf dem Rücken liegend, meine Tochter auf mir drauf, die unruhig zwischen den Brüsten wechselnd trinkt. Früher war das anders... Da konnten wir gemütlich kuschelnd beim auf der Seite stillen zusammen wieder einschlafen.
Mitglied inaktiv
Hallo, ich bin nicht Biggi, aber auch eine Stillmami. Darf ich fragen warum du auf dem Rücken liegen musst zum Nachstillen? Ich stille meine fast 16 Monate alte Tochter noch sehr viel, Nachts und Tags. Nachts liegt sie, so wie bei euch, in einem eignen Bett neben mir. Ich drehe mich dann zur Seite und sie dockt ohne Hilfe an. Will ich ihr die andere Brust geben, drehe ich mich einfach weiter Richtung meinem Bauch und sie dockt auch dort alleine an. Geht das bei euch nicht? Liebe Grüße P.S. ich hatte ein ähnliches Problem mit meinem Großen. Er bekam nach 10 Monaten Stillen die Flasche (ich war damals schon lange berufstätig und konnte nicht mehr ausreichend Milch für ihn abpumpen). Er hatte dann bis fast 3 Jahre die Flasche, auch Nachts. Da war ich dann aber schon mit dem Zweiten hochschwanger und die Vorstellung davon zwei Kinder nachts zu wickeln kam mir zu anstrengend vor. Also habe ich mit ihm einen Trinkbecher gekauft und wir haben die Flaschen gemeinsam in der Tonne entsorgt. Nach 2 Tagen Theater hatte er es akzeptiert und schlief von da an auch durch. Ich will damit nur sagen, dass es eben eine gewisse Reife bedarf bis die Kinder durchschlafen. Bei meinen Kindern dauert das wohl immer etwas länger;-)
Mami_seit_2015
Hallo K.D., auf dem Rücken liegend stille ich, weil meine Tochter oft und in schnellen Intervallen zwischen meinen Brüsten hin und her wechselt. Das ist mitunter fast hektisch. Gestern Nacht habe ich nach langem mal wieder das Stillen auf der Seite probiert und habe dabei nur eine Brust frei gemacht. Erst gab es Protest: "Andere, andere! (= Mama, mach die andere Brust auch frei!)", doch dann wurde es akzeptiert und sie hat ohne zappeln und ohne strampeln getrunken. Dann gab es auf die gleiche Art die andere Brust. Das mit dem "noch weiter rüber beugen" krieg ich nicht hin. Ich finde das irgendwie nicht gemütlich. Trotz aller aktuell scheinbar durch die neue Methode etwas verbesserten Situation: Ich würde gerne ein paar Tipps zum Abstillen bekommen. Gerade auch weil meine Tochter ein sehr willensstarkes Kind ist. Eine verweigerte Stillmahlzeit (ich habe es schon mal probiert in einer Nacht, als sie gefühlt 20 Mal trinken wollte) führt zu Wutausbrüchen, die sich wirklich gewaschen haben... Liebe Grüße, Julia.
Mitglied inaktiv
Ich verstehe dich so gut. Habe auch so ein Exemplar hier und der ist schon 4 Jahre. Bei uns war an eine Nacht ohne die geliebte Flasche nicht vor 2 3/4 Jahren zu denken. Tips zum Abstillen hab ich leider keine, außer vielleicht einen Ersatz anbieten (Schnuffeltuch, etc). Denke, dass ich in ein paar Monaten an das gleiche "Problem" gerate wie du jetzt.
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