Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abendliches Schreien in Schüben-gern an alle

Frage: Abendliches Schreien in Schüben-gern an alle

Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Unsere Tochter, 13 Wochen alt, hat in der Woche drei oder vier aufeinander folgende "Schreiabende". Seit die Kleine auf der Welt ist beobachten wir, dass sie pro Woche solche Abende durchlebt. Wir finden dafür jedoch keinen Grund. Wir haben von Stillen, Wickeln, über Schreien lassen, tragen, pucken und Bauchmassage alles ausprobiert. Nichts hilft. Die Kleine schreit sich richtig ein, schluchzt, läuft rot an, macht kurze Pausen und legt wieder los. Wir halten es einfach nur noch aus, aber das ist sehr zermürbend. Mir würde es ungemein helfen, wenn ich den Grund dafür verstehen würde! Ich schränke mich ein, trinke keine Getränke mehr mit Koffein, keine Milch, um nicht evtl Bauchschmerzen zu verursachen, ich sehe nicht mehr im Beisein der Kleinen fern, wegen Überreizung, spiele abends mit ihr nicht mehr und stille nach Bedarf, so dass sie auch keinen Hunger haben kann. Es ist so merkwürdig, dass es nicht jeden Abend auftritt und wenn, dann an aufeinander folgenden Tagen. Was kann das bloß sein? Ich bin so verzweifelt, denn ich lege die Kleine in den Stunden, die sie schreit, dauernd an. Aber meist trinkt sie kaum und lässt sich durch diese Nähe auch nicht trösten. Sie schreit die Brust an, wimmert und regt sich weiter auf. LG Daniela


Biggi Welter

Biggi Welter

Beitrag melden

Liebe Daniela, Babys in diesem Alter haben oft eine geradezu „klassische“ Unruhephase am Abend. Nicht immer ist Stillen dann die Lösung. Diese unruhige Zeit ist so verbreitet, dass es im englischen Sprachraum sogar einen Ausdruck dafür gibt: Omastunde, d.h. dass jetzt eine liebevolle Großmutter gebraucht wird, die nichts Dringenderes vorhat, als das Baby zu wiegen und im Arm zu halten, bis seine Unruhe vorbei ist. Leider ist so eine Großmutter nicht immer verfügbar und der Vater des Babys ist auch nicht unbedingt zu diesen Zeiten zuhause. Doch es kann für dich und das Baby eine große Erleichterung bedeuten, wenn jemand anderes dann einspringt. Der Wechsel in andere liebevolle Arme und eine andere liebevolle Stimme bewirken oft, dass sich ein aufgebrachtes Baby beruhigt. Vielleicht kannst Du dann in Ruhe unter die Dusche gehen, einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft machen oder sonst etwas für dich tun. Bei den meisten Babys legt sich dieses Verhalten Gott sei Dank, wenn sie etwa drei Monate alt sind. So schwer es auch fällt, es ist wichtig, in dieser Situation nicht in Hektik und Aufregung zu verfallen. Je mehr Du versuchst um das Kind zu beruhigen und je hektischer Du wirst, um so aufgedrehter kann auch das Baby werden und dann ist man schnell in einem Kreislauf, der nur mehr schwer zu durchbrechen ist. Weniger ist hier oft mehr. Der Punkt ist, dass der Fokus vom Kind genommen wird, dass sich nicht mehr alle Anspannung auf das Kind konzentriert und es so die Gelegenheit bekommt, sich wieder zu entspannen und zu beruhigen. Der Teufelskreis der Anspannung, die sich auch bei den Eltern aufbaut und so das Kind immer unruhiger werden lässt, muss durchbrochen werden. Das kann manchmal auch dadurch erfolgen, dass das Baby auf eine Decke gelegt wird und die Mutter oder der Vater es durch unaufgeregtes, leises Sprechen und sanftes Streicheln beruhigt. Manche Eltern setzen sich in dieser Situation sogar mit ihrem Kind ins Auto und fahren ein paar Kilometer : ). Wenn Du das Gefühl hast, dass dein Kind saugen möchte, aber keine Milch mehr mag, kannst Du entweder über einen längeren Zeitraum immer die gleiche Brust anbieten (aus der die Milch dann nicht so stark fließen wird) oder aber Du bietest ihm einen Finger (das muss nicht unbedingt dein Finger sein, Väter haben auch Finger und können Babys tragen) zum Saugen an. Fencheltee hilft nach meiner Erfahrung so gut wie nie und manche Babys reagieren gerade auf Fencheltee mit verstärkten Bauchproblemen (auch auf Milchbildungstee, den die Mutter trinkt). Das Nervensystem eines Babys ist ständigen Reizen ausgesetzt und während des Tages sind das viel mehr Reize als in der Nacht. So ist es nicht erstaunlich, dass sich bis zum späten Nachmittag oder frühen Abend einiges aufgestaut hat und das Kind dann „über" reizt ist und sich wieder abreagieren und beruhigen muss. Dazu kommt, dass auch die Mutter nach einem langen Tag ebenfalls mehr oder weniger stark belastet und gestresst ist und sich die Gefühle und Stimmung der Mutter auf das Kind übertragen. Ein weiterer Punkt ist der Prolaktinspiegel der Mutter. Damit Milch gebildet wird, braucht die Frau (vor allem in den ersten Wochen der Stillzeit) eine gewisse Prolaktionausschüttung, die durch das Saugen des Kindes angeregt wird. Das „Marathonstillen" am Abend sorgt dafür, dass die Prolaktinausschüttung angeregt wird und dem Kind dann im weiteren Verlauf genügend Milch zur Verfügung steht. Ich hoffe, das Ihr diese anstrengende Phase bald überstanden habt! LLLiebe Grüße Biggi


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Hallo Dana Joy! Nun, mir hat dieses Forum schon das ein oder andere Mal geholfen. Und da ich selbst auch (seit fast 6 Monaten stille, und wir mittlerweile bis jetzt so ziemlich alle kleinen "Still-Tiefen" gut überwunden haben, was uns wahnsinnig erfahrener & stärker gemacht hat- obwohl natürlich trotzdem immer wieder mal was neues hinzukommt und wieder unsicher macht...), schaue ich mal zwischendurch in diesen ```Stillblog´´ rein. Und da sah ich deinen heutigen Eintrag! Und man mag es kaum glauben, aber genau das was du beschreibst kam auch bei uns vor! Wir haben auch vieles probiert und uns alle möglichen Vorschläge angehört. Und wir haben das gut wieder hinbekommen! Allerdings, um dir wirklich behilflich sein zu können, hätte ich noch ein paar Fragen an dich, um einige Dinge, was deine Maus angeht, ausschließen zu können. Vielleicht können wir uns tel. in Kontakt setzen, da es sonst zuviel Schreiberei wäre.. Wenn du magst, kannst du ja eine Rückmeldung geben. Schöne Grüße


Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Liebe lena_destiny, das ist lieb von Dir! Schreiben wäre aber besser, damit vielleicht auch noch andere von Deinem Wissen profitieren können :-) Ich hoffe, Du bist einverstanden. Liebe Biggi, das mit dem Saugen am Finger habe ich gestern probiert (aus Verzweiflung) und es hat die Kleine etwas beruhigt. Sie hat seit zwei Wochen sowieso ständig die Fäuste im Mund und saugt daran herum. Ich bin froh, dass es dieses Forum gibt! Sonst hätte ich schon längst aufgehört zu stillen ;-) DANKE


Biggi Welter

Biggi Welter

Beitrag melden

ICH danke für das Vertrauen!!! Biggi


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Unsere Tochter ist 10 Wochen alt und es ist jetzt schon öfters vorgekommen, dass sie plötzlich ganz hysterisch schreit. Sie hat die Augen dann ganz weit aufgerissen und sieht so aus als hätte sie Todesangst. Einmal kam dies in der Wiege vor, die anderen Male an der Brust, wo sie sich dann abgestoßen hat. Deshalb die Frage erstmal an die Stillberatu ...

Hallo an alle. Ich habe Zwillinge, die drei Monate alt sind. Ich Stille und gebe die Flasche. Seit ein paar Tagen schreit die eine der beiden bevor ich überhaupt in der Lage bin sie an die Brust zu legen. nachts trinkt sie ganz normal ohne Probleme aber am Tag schreit sie wie am Spieß. Ihre Schwester geht ganz normal an die Brust aber ab und ...

Hallo Biggi, meine Tochter wird in 2 Monaten 2 Jahre alt und ich stille sie noch nachts, Abends zum Einschlafen und am Wochenende wenn sie nicht in der Kita ist mittags zum Einschlafen. In der Kita schläft sie problemlos alleine. So langsam würden wir gerne das Stillen reduzieren, damit sie nicht nur auf Mama fixiert ist, sondern auch vom Papa ...

Hallo. Ich wende mich an Sie wegen meiner zweiten Tochter (geb. 15.01.2022). Sie ist ein aufgewecktes, liebes Kind und tagsüber auch relativ "entspannt". Wir haben aber seit mehreren Wochen furchtbare Nächte. Ich Stille sie noch tagsüber einmal mittags und sie isst super. Der Mittagsschlaf klappt auch super. Sie schläft dann in der Krippe bzw. Auch ...

Liebe Biggi, Ich lebe zur Zeit im Ausland und da es hier kaum Zugang zu Stillberaterinnen oder Hebammen gibt, bin ich sehr dankbar, im Forum immer wieder Antworten auf meine unzähligen Fragen zu finden. Meine Tochter ist 10 Wochen alt. Zu Beginn habe ich das Stillen sehr genossen, inzwischen wird es aber immer mehr zu einem Kampf. Seit einige ...

Schönen guten Tag Frau Welter, ich habe folgendes Problem bzw Bedenken, vielleicht können Sie mir was dazu sagen: Mein Sohn, 9 Wochen alt, wurde am Dienstag geimpft, der Tag verlief ganz "gut", er hat viel geschlafen. Jetzt weiß ich nicht, ob das Problem jetzt daher kommt oder was anderes schuld daran sein könnte. Heute will er so gar nicht ...

Hallo, ich erhoffe mir gerade wirklich viel von Ihrer Antwort, da ich langsam nervlich am Ende bin.  Seit ca 2 Wochen meckert mein Sohn (6wochen) während des stillens. Er trinkt und kommt aus dem schlucken nicht mehr heraus, dann fängt das meckern an. Er verschluckt sich häufig und zieht den Kopf nach hinten oder spuckt die Brustwarze aus un ...

Liebe Frau Welter, meine Tochter ist 9 Wochen alt. Sie wird voll gestillt und gedeiht auch gut. Vor allem tagsüber gibt es Phasen in denen sie schon kurz nach dem Anlegen immer wieder ihren Kopf weg zieht und unruhig ist, schreit und dann aber wieder andockt und zwei Schlucke nimmt und dann das ganze Spiel von vorne. Manchmal trinkt sie zuvor 5 ...

Hallo! Ich bin auf der Suche nach Rat zu meiner Situation. Mein Baby ist 10 Wochen alt und war von Anfang an - trotz Problemen mit dem Zungenbändchen und einer Schiefheit durch eine schwere Geburt - eine sehr gute Esserin. Sie ist mit Größe und Gewicht auf der 90. Perzentile. Zungenbändchen wurde mittlerweile gelöst und die Schiefheit wird rege ...

Guten Tag liebe Biggi   Ich verzweifle langsam, hoffentlich kannst du mir helfen.  Mein Kind ist jetzt 14 Wochen alt und voll gestillt. Seit 1-2 Wochen haben wir an manchen Tagen (nicht immer!) folgendes Problem: Sie wacht auf, ist bestens gelaunt und nach einer Zeit, zeigt sie erste Hungerzeichen. Dann lege ich sie an und der Spießrutenl ...